Weihnachtsbrot

Aus Dinkelmehl mit Rosmarin

Ein kalter Wintermorgen. Der Ofen heizt die Küche und wirft ein goldenes Licht auf den Boden. Eine Schüssel mit Hefeteig steht auf der Arbeitsfläche, gut zugedeckt mit einem Leinentuch. Der Teig ist warm, weich und hebt sich luftig in die Höhe. Wenn ich meine Hände darin versinke, spüre ich, wie lebendig er ist. Manchmal spreche ich mit ihm. Ich weiß, was ihm gefällt: die richtige Temperatur, etwas Wasser, Süße und ein sauberes Tuch, unter dem er sich ausruhen kann. Die Stille in der Küche mit diesem atmenden Stück Teig und meinen Händen voller Mehl ist einfach, archaisch und schön. Die Essenz des Lebens. Brot backen, sich Zeit nehmen, im Moment sein.

Weihnachtsbrot

Der Teig ist ein Freund. Ich weiß, was er mag und gebe es ihm. Er zeigt mir, dass es ihm gut geht, indem er sich öffnet, größer und wärmer wird. Wer ihn nicht versteht, dem verschließt er sich. Bleibt klein, kalt und leblos. Vielleicht ist er ein Bild für alles Lebendige, das uns umgibt. Je mehr Aufmerksamkeit und Fürsorge wir verschenken, desto mehr wächst und blüht das Leben um uns herum. Diese Gedanken ziehen wie Vögel durch mich hindurch, dann widme ich mich wieder ganz dem Teig. Knete ihn ein letztes Mal durch, teile ihn auf in Portionen und forme einen Baum, den Baum des Lebens und der Weihnacht. Ein Brot, das an den Feiertagen gebrochen und geteilt wird von Menschen, die einander lieben.

Weihnachtsbrot

Mein Rezept der Woche

Dieses Weihnachtsbrot ist ein herrliches Dinkelbrot mit Rosmarin, das eine schön saftige Konsistenz hat, vergleichbar mit einem Hefezopf, nur mit herzhaftem Geschmack. Es ist ein Brötchen-Brot – jeder kann sich also sein Stück Brot selbst abbrechen. Eine schöne Geste am Weihnachtstisch. Dekoriert mit Rosmarinzweigen und Ganatapfelkernen wird das Brot zum festlichen Hingucker und zu einem wichtigen Bestandteil des Weihnachtsmenüs. Ich werde es an einem der Weihnachtstage zusammen mit Rote Bete Carpaccio und aromatisierter Butter servieren. Ein gutes Brot und frische Butter – die einfachen Dinge sind immer die Besten. An Weihnachten und an jedem anderen Tag des Jahres.

Weihnachtsbrot

Frohe Weihnachten und einen wunderbaren Start ins Jahr 2023!

Da wir die Tage vor Weihnachten nach einer größeren Renovierung wieder in unser Haus einziehen werden (ja, es wird vor Weihnachten fertig! Zumindest zu 90 Prozent!), ist dies unser letzter Beitrag im Jahr 2022. Wir danken Dir dafür, dass Du unseren Blog liest und hoffen, Dich hier im Neuen Jahr wiederzusehen. Bis dahin hab eine schöne Weihnachtszeit und einen guten und gesunden Start ins Jahr 2023! Alles Liebe von Stefanie und Thomas.
Und nun eine Frage an Dich: Was wirst Du an Weihnachten kochen oder backen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unter diesem Beitrag!
Weihnachtsbrot

Weihnachtsbrot

Portionen 1 Weihnachtsbrot
Zubereitungszeit 20 Min.
Wartezeit 1 Std. 30 Min.
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Zutaten

So geht's

  • Die Mandelmilch handwarm erwärmen. In eine Schüssel geben und mit Hefe und Ahornsirup vermischen. 10 Minuten stehen lassen, bis sich kleine Blasen bilden.
  • Das Dinkelmehl in einer Schüssel mit Rosmarin, Salz und Koriander vermengen. Die angerührte Hefe und das Olivenöl dazugeben und zuerst mit einem Holzlöffel, dann mit den Händen 3 Minuten gut verkneten.
  • Den Teig zur Kugel formen, die Schüssel mit einem sauberen Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen. Der Teig sollte auf die doppelte Größe aufgehen.
  • Den Backofen auf 240 °C Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech in die unterste Stufe schieben. 250 ml Wasser bereit stellen.
  • Den Teig in 22 Portionen aufteilen und zu Kugeln formen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Kugeln in Tannenbaumform nebeneinander legen, so dass sie sich berühren. Die Oberfläche mit Eigelb bestreichen.
  • Das Backblech mit dem Teig auf die mittlere Schiene im Ofen schieben. Das Wasser auf das untere Blech schütten (Achtung, der Wasserdampf ist heiß!). Die Backofentemperatur auf 200 °C Grad reduzieren und das Brot ca. 20 bis 25 Minuten backen, bis es leicht gebräunt ist und hohl klingt, wenn man darauf klopft.
  • Aus dem Ofen nehmen und komplett abkühlen lassen.
  • Mit frischen Rosmarinzweigen und Granatapfelkernen dekorieren und direkt servieren.
Wellcuisine Stefanie Reeb
Rosmarin

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  1. Judith schreibt:

    5 stars
    Liebe Stefanie,
    ein Baum gehört einfach zu Weihnachten dazu. Nur in diesem Jahr feiern wir nicht zuhause und werden keinen Baum haben können. Das ist zwar vernünfrig, fehlen wird er uns aber trotzdem. Dein Rezept kommt da (mal wieder) genau im richtigen. Augenblick. Danke für diesen wunderschönen Rosmarin-Tannenbaum. Ein wirklich toller Ersatz für die Nordmanntanne. Lässt die Augen erstrahlen, nadelt nicht und schmeckt bestimmt köstlich.
    Liebe Grüsse und ein schönes Weihnachtsfest
    Judith

  2. Barbara schreibt:

    Liebe Stefanie,
    Ein wunderbares Rezept und vielleicht werden wir es ausprobieren. An Weihnachten und natürlich an den Tagen davor und danach wird bei uns geschlemmt. Wir haben zusammen Spaß in der Küche, es gibt keinen Streß und keine Verpflichtungen und wir freuen uns zusammen zu sein. Alle 2 Jahre im großen Kreis (7 Personen), in den anderen Jahren im kleinen Kreis (3 Personen). Da wir als Kinder das Weihnachtsfest immer mit (Familien-) Streß erlebt haben, versuchen wir es wirklich besinnlich und ruhig zu gestalten.
    Ich wünsche dir und Thomas ein wunderbares Fest in eurem renovierten Haus, gemütliche und erholsame Tage und einen guten Start ins Neue Jahr. Ich freue mich schon auf deine Newsletter im Neuen Jahr!
    Liebe Grüße, Barbara

  3. Christine Singler schreibt:

    liebe Stefanie, da wir am 1.Weihnachtstag uns mit Töchtern und Familie zum Brunch treffen, werde ich das Brot probieren. einfach herrlich deine Ideen. herzlichen Dank und euch gemütliche Feiertage in eurem Haus. uns reicht es nicht für den Abschluss der Renovierung. wir lassen uns einfach Zeit und freuen uns über jeden Fortschritt. lg christine

  4. Claudia schreibt:

    5 stars
    Liebe Stefanie, vielen lieben Dank für Deine Rezeptideen für das Weihnachtsmenü, genau zur rechten Zeit, denn ich überlege noch, was es geben soll, aber nun habe ich noch ein paar schöne Anregungen.
    Deinen Blog zu lesen, ist wie Balsam auf der Seele und die schönen Bilder strahlen Geborgenheit und Harmonie aus, genauso sollte Weihnachten sein, nein eigentlich sollte es immer so in einem zu Hause sein. Das wünsche ich Allen!
    Ein schönes und friedvolles Weihnachtsfest für Dich und Deine Familie wünscht Dir von Herzen Claudia

  5. Irmgard Bangder schreibt:

    Hallo! Kann ich den wunderschönen Tannenbaum auch mit normaler Milch und
    Dinkelmehl 630 backen?

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Irmgard,

      ja, das geht auch ohne Probleme!

      Liebe Grüße und frohe Weihnachten!
      Stefanie

  6. Susann schreibt:

    Liebe Stefanie,
    Das sieht ja wieder mal wunderbar aus . Das Tannenbäumchen wird auf jeden Fall in dieser Woche noch nachgebacken.
    Heute habe ich die Lebkuchen Energiebällchen gemacht als kleines Weihnachtsgeschenk für meine Freundinnen. Sehr lecker .
    Ich möchte mich am Ende diesen Jahres noch einmal herzlich bei dir für all deine Gedanken, Anregungen und leckeren Rezepte , die du mit uns geteilt hast , bedanken. Es ist einfach sehr berührend und bereichernd, wie du uns an deinem Leben teilhaben lässt .
    Ich habe mir vorgenommen, im nächsten Halbjahr mal komplett nach deinen Rezepten zu essen, um herauszufinden, wie ich mich dann fühle . Das wird ganz schön spannend.
    Es wäre toll, wenn du uns vielleicht mal wieder an einer neuer Yoga Sequenz teilhaben lässt, ich habe das Detox Yoga schon so oft gemacht 😊.
    Danke , ich freue mich schon auf 2023 mit dir .
    Alles liebe für dich und Thomas wünscht dir von Herzen,
    Susann

  7. Sonia Reinecke schreibt:

    5 stars
    Liebe Stefanie,
    zum neuen Jahr von Herzen das Beste für Dich und all Deine Lieben!
    Etwas spät aber umso beglückter kommt hier mein Dank für dieses sagenhaft schöne, leckere und einfache (!) Weihnachtsbrot!
    Ich traue mich bisher nicht häufig an Hefe heran, habe aber hiermit definitiv endgültig meine Scheu überwunden, auch durch Deine wunderbare Beschreibung drumherum – 1000 Dank!

    Ich hatte es zum Üben am 24. nur für unsere Familie gebacken und dann gleich nochmal frisch für weitere Freunde und Familie am 25. Sooo ein Augenschmauß und Hochgenuss für alle!!!
    Seitdem folgt ein Brot auf das nächste, jetzt eher als Blume arrangiert.
    Ich Danke Dir sehr für all die Inspirationen und Deine große Sorgfalt und Feingefühl seit Jahren bei all Deinen Rezepten, Worten und Bildern.
    Es ist immer wieder herrlich bei wellcuisine zu stöbern!
    Frohes Schaffen und ganz liebe Grüße,
    Sonia

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