Warmer Spinatsalat

Für das Make-love-not-war-flower-power-hippie-gipsy-Lebensgefühl

Als Thomas und ich uns vor 15 Jahren kennenlernten, durchlebten wir in unserer Verliebtheit eine Art Make-love-not-war-flower-power-hippie-gipsy-Phase. Wir hörten Chet Baker, Nina Simone und Nick Drake – natürlich auf Schallplatten – liefen in langen Ledermänteln durch Berlin, fuhren in Thommis 70er-Jahre-Mercedes aufs Land, tranken Cidre auf Waldlichtungen und Tee auf Flokati-Teppichen. Wir schrieben uns lange Liebesbriefe, zogen mit jeweils einem Koffer an die Cote d’Azur, mieteten die Wohnung einer Schriftstellerin am Meer, fuhren durch die winterliche Provence und besuchten am Abend Jazzkonzerte in einer kleinen Kneipe. Wir machten zusammen Fotoprojekte, übermalten Fotografien, stellten Thomas Bilder aus.

Hier ein paar Bilder aus jener Zeit:

Wenn wir in Berlin waren, dann gingen wir oft ins Kreuzberger Restaurant „Goldener Hahn“. Dort saßen wir an der Bar, teilten uns eine Flasche Rotwein und einen warmen Spinatsalat und hörten Musik, die der DJ hinter der Bar auflegte. Manchmal fragte ich mich, was mich an der Musik – meistens Singer-Songwriter aus den 70er Jahren – so unglaublich faszinierte. Und ich kam immer auf die gleiche Antwort: weil sie von Herzen kam, kraftvoll war, weil sie eine Botschaft hatte und diesen starken Willen, frei zu sein, unabhängig, ungezügelt, echt. Schieb es auf meinen Vater, mit dem ich als Kind schon zu „We don’t need no education“ im Wohnzimmer tanzte, aber das Freigeistige war schon immer mein Ding. Und da traf ich auf Thomas, der genauso tickte und – boom! Das Lebensgefühl multiplizierte sich.

Warmer Spinatsalat ist in meiner Erinnerung unweigerlich mit diesem Lebensgefühl verbunden. Aber tatsächlich war er auch in der 70er Jahren modern und stand damals auf den Menüs aller italienischen Restaurants, die etwas auf sich hielten. Und auch heute, zusammen mit der richtigen Musik, einer Blume im Haar und Freiheit im Herzen, kann dieses Gericht die Welt um uns herum ein bisschen bunter machen.

Und nun meine Frage an Dich: kennst Du dieses Lebensgefühl? Und hast Du in Zeiten wie diesen auch Lust, es wieder rauszukramen, abzustauben und wie einen Lieblings-Mantel anzuziehen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unter diesem Beitrag!

 

Warmer Spinatsalat

Portionen 2 Personen
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Zutaten

So geht's

  • Eine große Pfanne erhitzen und die Pinienkerne ohne Fett und unter Rühren darin anrösten, bis sie leicht gebräunt sind. In eine Schale füllen und beiseite stellen.
  • In der selben Pfanne Olivenöl erhitzen und Knoblauch unter Rühren anrösten. Rosinen, Salz, Chili und Balsamico hinzufügen und verrühren.
  • Die Pfanne vom Herd nehmen und den Spinat hineingeben. Mit zwei Holzlöffeln in der warmen Marinade bewegen, bis der Spinat komplett damit bedeckt ist und gerade anfängt, in der Resthitze der Pfanne leicht in sich zusammenzufallen. Dann sofort auf zwei Tellern verteilen und mit den Pinienkernen bestreut servieren.

Wellcuisine-Tipp

Der Salat kann als Vorspeise gegessen werden oder zusammen mit Kartoffelpüree oder cremiger Polenta im Handumdrehen zu eine sättigenden Mahlzeit werden. 
Wellcuisine Stefanie Reeb

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  1. Anna Girard schreibt:

    5 stars
    Liebe Stefanie,
    danke für das wunderbare Rezept und deine Geschichte dazu!
    Ja, ich kenne dieses Gefühl der Freiheit – 1968 habe ich zu studieren begonnen und bin damit infiziert worden – dazu gehört Rock’n’Roll,, Petticoats,antiautoritäre Erziehung und für den Frieden in Vietnam auf die Straße gehen. Verbunden ist das mit Spagetti Bolognese: französischem Baguette und Rotwein am Küchentisvh unserer WG. ……😊🌻. Da füge ich jetzt den Spinatsalat hinzu, den gibt es morgen , vielleicht mit Spagetti😃

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Anna,

      danke für Deinen schönen Kommentar! Wir haben den Spinatsalat heute tatsächlich mit Spaghetti mit Tomatensauce gegessen und es schmeckte super!

      Liebe Grüße
      Stefanie

  2. tatjana schreibt:

    Erst mal Danke für das unglaublich lecker klingende Rezept. …Ich bin nicht ganz so nostalgisch veranlagt, trotzdem erinnere ich mich extrem gerne an meine Jugendzeit unter den sog. „Freaks im Wiesental“ und da ich jemand bin, der es genießt, (fast) immer das Besondere an den einzelnen Menschen sehen zu können, Menschen vielleicht so n bissl mit „himmlischen Augen“ zu sehen, war ich als junger Mensch immer megastolz so tolle Individuen, die ich durchweg als echte Originale empfand, in meinem pers. Umfeld und Freundeskreis erleben zu dürfen… diese Beschreibung scheint erst mal vielleicht nicht viel mit der „aktuellen Lage“ zu tun zu haben, doch da jeder diese aktuelle Lage auf seine ganz eigene Art, in seinem ureigensten „Erlebnisuniverum“ erfährt, finde ich es zumindest für mich sehr passend, denn „alles Sehen ist perspektivisches Sehen“, wie mal jemand Berühmtes sagte… und meine Art zu „sehen“ ist gleichzeitig auch meine Art zu „sähen“… interessant finde ich, dass ich wärend mir diese Gedanken kommen, merke, dass mein Blick nicht mehr ganz so „rein“ ist, ich auch das Leid und den Schmerz sehe, neben dem göttlichen Potential, das in uns allen erwachen möchte… schön, dass ich das grad so klar wahrnehmen kann. Danke Dir Stefanie für die Frage!

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Tatjana,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und Deine Gedanken.
      Liebe Grüße ins Wiesental!
      Stefanie

  3. Dorothee Weier schreibt:

    Hallo, liebe Stefanie!
    Gerade stand ich in unserer Küche, habe wellcuisine geöffnet, um das Rezept des warmen Spinatsalates nochmal genau zu inspizieren, den gibt’s nämlich gleich bei Thomas ( ich hab auch so einen 🤗) ,und mir. Bei uns sind noch Grunkernbratlinge von gestern übrig und einen leckeren Kräuterquark hab ich vorbereitet. Das passt sicher lecker zu dem Spinatsalat. Ich hab zu Thomas gesagt, ich stelle mir jetzt vor, ich bin beim Yoga Retreat von wellcuisine auf Mallorca und kam ins Träumen. Ich habe mich vorher, wie so oft schon, durch deine Fotos und Beschreibung der Retreas in wohlige Zeiten geträumt. Unsere Zeit schon seit einem Jahr ist begleitet durch eine schwere Krankheit von Thomas, mit Chemo, und ganz viel Ungewissheit und Veränderungen in unserem Leben. Genau solche Momente helfen uns, und insbesondere mir, bei Kräften zu bleiben und Schrittchen für Schrittchen unseren Weg zu gehen. Wer weiß, vielleicht bin ich, oder auch wir beide irgendwann einmal bei einem Retreat dabei. Ich grüße ganz lieb, Dorothee Weier….und immer wieder vielen Dank für all deine Inspiration!

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Dorothee,

      vielen Dank für Deine liebe Nachricht! Ich wünsche Dir und Deinem Thomas ganz viel Kraft für diese schwere Zeit. Und ich drücke ganz fest die Daumen, dass wir in der Zukunft auf Mallorca zusammen am Herd stehen und gemeinsam ein leckeres Essen köcheln werden.

      Bis dahin sende ich Euch alles Liebe und wünsche Euch viele gute Momente beim Kochen und gemeinsamen Essen. Denn ich finde auch: das sind einfach Momente der Entspannung, in denen man wieder auftanken kann.

      Liebe Grüße

      Stefanie

  4. Barbara schreibt:

    Liebe Stefanie,
    danke dir für deinen wunderbaren Text, die tollen Fotos und das leckere Rezept. Das von dir so treffend beschriebene Lebensgefühl kenne ich sehr gut. Nicht nur bin ich in einer (übrigens auch recht fotogenen) Hippie-Familie aufgewachsen (mit allen Vor- und Nachteilen), sondern auch in den frühen 1980er Jahren nach Berlin gezogen und spüre noch immer das unbeschwerte Lebensgefühl von damals. Im Goldenen Hahn hätten wir uns ja gut treffen können…. Wie lustig!
    Aber auch dein warmer Spinatsalat ist ein Gedicht: wir hatten ihn mit Kartoffel-Lauch-Stampf, sehr fein. Nächste Woche gibt’s ihn mit deinem Kartoffel-pastinaken-Püree.
    Irgendwie braucht es wirklich ein Gegengewicht zu diesen Zeiten….
    Sei ganz herzlich gegrüßt von deiner Barbara

  5. Barbara schreibt:

    Liebe Stefanie,
    danke für das tolle, schnell und einfach zuzubereitende Rezept. Damit konnte ich auch meinen Mann begeistern. Das wird eines unserer neuen Lieblingsrezepte. Ich habe so ein ähnliches Rezept mal mit Mangold gekocht. Das kann ich auch sehr empfehlen.
    LG
    Barbara

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Barbara,

      ach schön, ich freu mich, dass Euch der Salat geschmeckt hat!

      Einen lieben Gruß
      Stefanie

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