Grünes Dhal

Ein Rezept fürs Herz

Thomas und ich schauen nie schweigend fern. Fernsehen ist bei uns gleichbedeutend mit einer Unterhaltung. Zwischendurch ruft immer einer von uns: „Was hat er jetzt gesagt?“ Aber dann gehts eben weiter im Text. Manchmal sind unsere Unterhaltungen banal, manchmal gehaltvoll. Und manchmal haben wir tiefgreifende Erkenntnisse in Sendungen, in denen man es kaum vermuten würde. 

Gestern Abend saßen Thomas und ich auf dem Sofa und schauten „Voice of Germany“. Dabei fiel uns auf, dass einer der Coaches, Peter Maffay, immer etwas anders sprach und wirkte als alle anderen. Das lag nicht unbedingt daran, dass er älter ist, aber an der Art, wie er redete. Thomas und ich unterhielten uns also darüber, warum Peter Maffays Worte mehr berührten als die der anderen Coaches, selbst wenn er nicht so lustig war wie sie. 

Grünes Dhal

Und es war eindeutig: weil er unverstellt und vom Herzen her sprach. Es bestand ein Einklang zwischen seinen Worten und seinem Inneren. Es war etwas wahrhaftiges in seiner Sprache, das einen direkt berührt. Es gibt nicht viele Menschen, die sich trauen, so zu sprechen und zu sein. Denn wer vom Herzen spricht, verstellt sich nicht. Er hat keine Maske auf, hat keine Angst sich zu zeigen und ist auf eine ruhige Art offen für den anderen, ohne etwas von ihm zu wollen. 

Diese Unterhaltung war eine Fortsetzung meiner Gedanken, die ich diese Woche im Stillen mit mir herumtrug. Vor jedem Retreat überlege ich, was das Thema des Yogas sein könnte und der „Talks“, die ich vor jeder Yogastunde halte. Zwar bereite ich diese Worte nie vor, da ich mich gern von der Gruppe und dem Tag tragen lasse, aber dennoch habe ich Themen im Kopf, über die ich gerne sprechen möchte.

„Das Herz!“, war mein erster Gedanke. Das Herz als Mittelpunkt einer Welt, die gut und wahrhaftig ist, mag sie so klein sein, wie ein einzelnes Leben oder so groß wie eine ganze Welt. Das Leben, Sprechen und Denken vom Herzen her ist eine Lebenskunst, die vielleicht noch nie so wichtig war wie heute – auch wenn nur wenige sie verstehen. 

Grünes Dhal

In allen spirituellen Traditionen dieser Welt war eine Konzentration aufs Herz Anker und Mittelpunkt der täglichen Praxis. Es gibt viele wunderschöne Gedanken spiritueller Meister, Dichter und Müßiggänger zu diesem Thema:  

„Erinnere Dich daran, das Herz in den Mittelpunkt zu stellen. Der menschliche Geist lebt im Zweifel, das Herz lebt im Vertrauen. Wenn Du vertraust, kommst Du in Deine Mitte.“ Osho

„Das Zentrum Deines Herzens ist der Ort, an dem das Leben beginnt. Es ist der wundervollste Ort auf der Welt.“ Rumi

„Das Herz ist der Mittelpunkt aller heiligen Orte. Gehe dahin und lass dich treiben.“ Bhagawan Nityananda

„Ein offenes Herz ist wie ein Himmel, der Licht verströmt.“ Hafiz

„Ein Studium des Geistes ohne ein Studium des Herzens ist am Ende gar kein Studium.“ Aristoteles

Grünes Dhal

Mein Rezept der Woche

In der yogischen Tradition ist die Farbe des Herzens grün. Kein Wunder also, dass uns sofort das Herz aufgeht, wenn wir in der Natur sind, wenn wir durch die Wälder streifen oder lange Spaziergänge über Felder und Wiesen machen. Grüne Nahrungsmittel haben die Eigenschaft, den Körper zu entgiften und dabei zu unterstützen, neue Blutzellen zu bilden. Und wer ist der Treiber des Blutes? Das Herz natürlich! 

Wenn ich meinen Körper entlasten will und mich nach einem Wohlfühlessen sehne, das heimlich gut für mich ist, dann koche ich ein Dhal. Nachdem wir in den letzten Sommerwochen ein wenig über die Stränge geschlagen haben mit Restaurantessen und Weintrinken unterm Sternenhimmel, sehnte ich mich nach einem Dhal, das ruhig noch ein bisschen entgiftender als sonst wirken kann. So entstand das grüne Dhal. Mit ordentlich Spinat, einer Spur von Minze und Berglinsen. Die Berglinsen können übrigens schon vorgekocht, im Kühlschrank aufbewahrt und dann nur noch hinzugefügt werden. So sparst Du Zeit, wenn Du es eilig hast.

Kombiniere das Dhal noch mit meinen glutenfreien Naan-Broten, und Du kommst an den heiligen Ort des Genusses, an dem Dir das Herz aufgeht. Versprochen.

Und nun meine Frage an Dich: ist Dir auch schon aufgefallen, wie sehr uns Menschen berühren, die vom Herzen her sprechen und handeln? Und eine ganz andere Frage: hast Du schon mal grünes Dhal gegessen oder hast es vor? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unter diesem Beitrag!

Grünes Dhal

Grünes Dhal

Portionen 2 Personen
Zubereitungszeit 45 Min.
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Zutaten

Für den Reis:

Für die Linsen:

Für das Dhal:

So geht's

  • Den Reis waschen und einweichen (Achtung, dieser Schritt darf nicht ausgelassen werden, da die Reis-Wasser-Ratio sonst nicht stimmt): Den Reis in einen Topf geben, Wasser hinzufügen und mit den Händen hin und her bewegen. Das Wasser abgießen. Den Vorgang wiederholen. Ein weiteres Mal Wasser zum Reis geben und 5 bis 10 Minuten einweichen lassen. Das Wasser abgießen. Nun die für den Reis vorgesehene Wassermenge und das Salz hinzufügen. Den Reis bei geschlossenem Deckel aufkochen lassen. Die Hitze auf die kleinste Stufe reduzieren und ca. 15 Minuten ziehen lassen, bis der Reis gar ist. Den Reis bei geschlossenem Deckel warm halten, bis das Dhal fertig ist.
  • Die Linsen in einen Topf mit reichlich Wasser geben, zum Kochen bringen und 20 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen. Zum Schluß salzen und das Wasser durch ein Sieb abgießen.
  • Kokosöl in einer tiefen Pfanne oder einem Topf erhitzen. Knoblauch, Zwiebel und Ingwer darin anschwitzen. Currypulver, Kreuzkümmel und Koriander hinzufügen. Eine Handvoll Spinatblätter beiseite stellen und den restlichen Spinat zusammen mit der Kokosmilch in die Pfanne geben und unter Rühren anschwitzen, bis der Spinat in sich zusammenfällt. Mit Minzblättern und Zitronensaft in den Standmixer geben und cremig pürieren.
  • Zurück in die Pfanne füllen und restliche Spinatblätter, gekochte Linsen und Kokosjoghurt unterrühren. Gegebenenfalls mit Salz, Zitronensaft und Tabasco abschmecken. Bei Bedarf noch mal etwas erhitzen, aber nicht zu stark, um die schöne grüne Farbe zu erhalten.
  • Mit Reis servieren.

Wellcuisine-Tipp

Dazu schmecken meine glutenfreien Naan-Brote.
Wellcuisine Stefanie Reeb

Minze

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  1. Carolin schreibt:

    Schöne Worte, ja mir ging es Gestern und auch in den anderen Sendungen mit Peter Maffay genauso.
    Das Dhal koche ich bestimmt auch mal nach.Danke

  2. Hallo Stefanie, deine Worte berühren mich sehr und ich stimme dir da voll zu. Und ja, auch mich berühren Menschen, die ihr Herz auf der Zunge tragen und auch ihr Leben danach ausgerichtet haben sehr. Ob es mir immer gelingt? Das weiß ich nicht. Ich versuche es zumindest. Auch wenn ich immer wieder beobachte, dass da durchaus noch Luft nach oben ist. Aber – nobody ist perfekt- und wenn ich dran bleibe, dann wird das immer leichter gehen.

    Dein heutiges Rezept hört sich übrigens sehr lecker an. Um dem ganzen noch ein bisschen mehr Power zu geben werde ich es statt mit Spinat mit Brennnessel, Melde und/oder Giersch ausprobieren. Das sind die wilden Spinatvarianten, in denen so viel Mehr an Vitaminen und Mineralstoffen steckt.
    Hab eine gute Zeit und einen schönen September
    Liebe Grüße aus dem Badischen
    Angelika

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Angelika,

      ja genau, niemand ist perfekt – und letztlich muss es reichen, dass wir danach streben, wahrhaftig und vom Herzen her zu leben. Manchmal gelingt das wunderbar und manchmal gibt es Gelegenheit zu wachsen. Und das ist dann auch gut.

      Deine Variante des Rezepts mit den wilden Pflanzen würde ich jetzt sehr gerne essen. Ich hoffe, es hat Dir geschmeckt!

      Viele liebe Grüße
      Stefanie

  3. Dorothee Weier schreibt:

    ich schließe mich an. Ich bin ein klein wenig süchtig nach ‚Voice of Germany “ geworden, und ich spüre auch, dass das mit der Art von Peter Maffay zumindest viel zusammen hängt. Die Sprache des Herzens hat für mich eine ganz besondere Bedeutung. mein Mann Thomas ist leider im Mai an einer schweren Krankheit verstorben. Ich stecke mitten im Trauerprozess. Er sprach immer aus dem Herzen heraus. Das sind liebste Erinnerungen, die ich in mir trage. über ihn, liebe Stefanie, kamen wir übrigens auf deinen wundervollen Blog. Der uns und jetzt nur noch mich, seit langem intensiv begleitet. Unser gemeinsamer Traum war so groß, gerne bei einem Yoga Retreat von dir mitzumachen. Es sollte nicht mehr dazu kommen. irgendwann bin ich dabei! vielen Dank für deine wöchentlichen Inspirationen . liebe Grüße, Dorothee

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Dorothee,

      Dein Verlust tut mir so leid. Ich kann mich gut an frühere Kommentare von Dir erinnern, in denen Du von Dir und Deinem Mann Thomas geschrieben hast. Umso mehr fühle ich mit Dir. Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute in dieser schweren Zeit.

      Ich hoffe sehr, dass wir irgendwann mal in einem unserer Retreat zusammen in der Küche stehen. Das wäre schön.

      Einen ganz lieben Gruß
      Stefanie

  4. Kornelia R.-Messing schreibt:

    Liebe Stephanie,
    ich kann mich meinen Vorrednerinnen in allem nur anschliessen, deine Worte treffen mich mitten ins Herz. Missverständnisse, verbale Verletzungen aus dem Munde meiner Stieftochter ziehen mich gerade sehr runter und es ist momentan keine Lösung in Sicht….
    Dein/Euer blog ist einfach nur wundervoll, auch, mein durchaus realistischer Traum ist es, an einem der retreats mal teilzunehmen. Danke, von Herzen, Conni

  5. Susanne schreibt:

    Ganz lieben Dank für das leckere Rezept. Denkst Du es gelingt auch mit Mangold? Ich habe noch jede Menge Mangold im Beet
    Beste Grüße
    Susanne

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Susanne,

      ich kann mir gut vorstellen, dass das Rezept auch mit Mangold funktioniert. Wenn Du es ausprobiert hast, schreibe hier gerne noch mal in die Kommentare, wie es geklappt hat!

      Liebe Grüße
      Stefanie

  6. Corinna schreibt:

    So schön deine Rezepte…Danke 😊

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Vielen Dank!

      Liebe Grüße
      Stefanie

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