Weihnachtsplätzchen für Vierbeiner

Mit einem Tierarzt-Interview zur Hundeernährung

Bei unseren Retreats haben wir eine hohe Wiederkehrer-Quote. Auch wenn ich gerne glauben würde, dass das allein an Thomas und meinem Charme liegt, muss ich mir doch eingestehen, dass auch die anderen Teilnehmer viel dazu beitragen, denn sie sind immer nett, lustig und interessant. Eine unserer Teilnehmerinnen, die schon mehrmals bei uns war und mit der wir bereits viele schöne Momente erlebt haben, ist die Tierärztin Alice Holzapfel. Mein Hund Lilly mag sie sehr, obwohl sie ihr jedes Jahr mithilfe eines Teelöffels eine Zahnreinigung verpasst. Aber Hunde sind ja glücklicherweise nicht nachtragend. Da Alice auch eine Ausbildung in der Ernährung nach Traditioneller Chinesischer Medizin hat, scharen sich jedes Mal alle Hundebesitzer um sie herum, um Ernährungstipps für ihre Vierbeiner zu bekommen. Vor einiger Zeit hat Alice zusammen mit ihrem Mann die Online-Tierarzt-Praxis Dr. Sam eröffnet, wo sich Tierbesitzer per Video-Anruf zu kleinen und großen Wehwehchen ihres Haustiers beraten lassen können.

Alice und einer ihrer beiden Hunde

Wenn Alice auf unserem Retreat ist, dann sind Tiere auch nie weit. So habe ich es im vorletzten Retreat nur mit sehr viel Mühe und Widerstandskraft geschafft, nicht Besitzerin eines Schafes zu werden, das Alice auf einem Spaziergang „gefunden“ und kurzerhand mit auf die Finca gebracht hat, wo sie mich in Nullkommanichts dazu brachte, das kleine Ding mit aufgewärmter Milch zu füttern, die ich ihm in einem Gummihandschuh mit abgeschnittener Fingerkuppe verabreichte. Auch ist Alice die einzige Person, die ich kenne, in deren Kranz an der Haustür eine Vogelfamilie nistet und so dafür sorgt, dass die Tür immer sehr sanft geöffnet und geschlossen werden muss.

Diese Woche habe ich Alice auf den Blog eingeladen, um mit ihr über Hundeernährung zu sprechen. Denn genauso wie bei der Ernährung für Menschen gibt es hier sehr viele Meinungen und auch eine Menge Unsicherheit.

Alice, Du hast selber 2 Hunde Zuhause. Wie fütterst Du die beiden?

Zu unserer Familie gehören zwei Australian Shepherds, 14 und 2 Jahre alt. Beide bekommen Dosenfutter gemischt mit selbst gekochtem Gemüse.

Wie sieht für Dich die optimale Hundeernährung aus?

Eine optimale Ernährung sollte zuallererst praktikabel sein. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es wenig nützt, wenn die Futterzubereitung zu aufwändig ist, egal wie gut der Ernährungsplan sein mag. Optimal ist eine ausgewogene Ernährung, zum Beispiel bestehend aus einem hochwertigen Dosenfutter gemischt mit selbst gekochtem Gemüse, Nudeln oder Reis, natürlich am besten ungewürzt. Oder aber man füttert nur Selbstgekochtes mit Futterergänzungsmitteln. Trockenfutter empfehle ich vor allem als Leckerli zum Trainieren, aber nicht als Hauptmahlzeit. Kauartikel jeglicher Art wie Leckerli-Stangen oder Kauknochen sollten nur selten gegeben werden, da diese hauptsächlich aus Bindegewebe bestehen, was schwer verdaulich ist.

Viele Hunde werden ausschließlich mit Trockenfutter gefüttert. Was hältst Du davon?

Prinzipiell ist das okay, da dort alle Nährstoffe enthalten sind, die ein Hund benötigt. Allerdings habe ich durch meine Ausbildung in der Ernährung nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), eine andere Sichtweise erlangt, was die Ernährung mit Trockenfutter angeht. Hunde, die ausschließlich mit Trockenfutter gefüttert werden, nehmen zu wenig Flüssigkeit auf. Gleichzeitig ist Trockenfutter für manche Hunde – beispielsweise für Ältere – nicht geeignet, da es zu viel Energie bereitstellt. Man sollte auch auf die Qualität achten, denn da gibt es sehr große Unterschiede. Man sollte sich eingehend mit der Zutatenliste befassen. Was als erstes aufgelistet ist, ist von der Menge her am meisten enthalten. „Tierische Nebenerzeugnisse“ sollte da zum Beispiel nicht stehen.

Sollte die Ernährung auf das Alter des Hundes abgestimmt sein? Und was muss man dabei beachten?

Ein alter Hund braucht grundsätzlich nicht mehr so viel Energie und Proteine. Er bewegt sich in der Regel weniger, so dass der Grundumsatz sinkt. Genauso freut sich die Niere, wenn die Nahrung proteinreduziert ist, da sie dann weniger belastet wird.

Mein Hund Lilly liebt Leckerli. Welche Art von Leckerli empfiehlst Du?

Unsere Hunde freuen sich über jegliche Aufmerksamkeit, die den Gaumen erfreut. Wunderbar ist selbstgemacht, da weiß man was drin ist. Hirschgeweihknochen oder spezielle Hölzer wie Kaffeeholz, das nicht splittert, dienen einerseits als Hundezahnbürste und andererseits als Beschäftigung. Für Hunde, die kein Problem mit Getreide haben, ist ein Stück altes hartes Brot völlig okay. Im Handel erhältliche Kauartikel werden oft zu wenig gekaut, dementsprechend schlucken unsere vierbeinigen Freunde zu große Stücke herunter, was dann Probleme verursachen kann. Leckerli bekommen meine Hunde generell nur, wenn sie dafür „arbeiten“. Ich verstecke die Leckerli zum Beispiel gern in einem speziellen Futterball, den die Hunde mit der Nase herumschubsen müssen, damit was rauskommt.

Brauchen Hunde Nahrungsergänzungsmittel? Und wenn ja, welche?

Das ist nur dann nötig, wenn man von den herkömmlichen Futtermitteln abweicht und Rohfutter oder Selbstgekochtes geben möchte. Ein probiotisches Mittel, das spezielle Darmbakterien für Fleischfresser beinhaltet, sollte in keiner Hausapotheke für den Hund fehlen. Im Darm sitzt ein Großteil des Immunsystems, das man zum Beispiel während einer Antibiotika-Gabe stärken sollte.

Welche Lebensmittel sind giftig für Hunde?

Es gibt eine Vielzahl von Lebensmitteln, wie unter anderem Schokolade, Avocado, Macadamia-Nüsse, Zwiebeln und Trauben die absolut tabu für Hunde sind.

Mein Hund Lilly hat mal Schokolade geklaut. Was sollte man als Erstmaßnahme tun?

Bevor man irgendwelche Maßnahmen ergreift, sollte immer ein Tierarzt zur Beratung hinzugezogen werden. Aktivkohle, die viele giftige Dinge und auch Schokolade binden kann, sollte immer im Haus sein. Bei Fremdkörperaufnahme wie Knochen oder Plastik gilt es, den Magen zu füllen und den Inhalt zu ummanteln und zu „verdünnen“. Da ist Kartoffelbrei, nur mit Wasser hergestellt anstatt mit Milch, sehr gut. Dazu etwas Sauerkraut beimischen, das die Magen-Darm-Passage unverdaut passiert und hilft, den Fremdkörper über den Kot nach draußen zu befördern.

Hast Du noch ein paar weitere Ernährungs-Tipps und -Tricks für kleinere und größere Notfälle?

Bei Durchfall empfehle ich gerne eine Mohrosche Möhrensuppe. Dafür ganz einfach Möhren waschen und in grobe Stücke schneiden, mit Wasser bedecken in einem Topf auf kleiner Flamme 60 Minuten kochen und dann alles inklusive Wasser pürieren. Diesen Brei dann 30 Minuten lauwarm vor dem Fressen geben. Da Karotten als Rohfaser dienen, saugen sie den größten Teil des Wassers aus dem Darm auf, so wird der Durchfall gestoppt.

Vielen Dank, liebe Alice!

Und nun meine Frage an Dich: welche Erfahrungen hast Du mit dem Futter Deines Hundes gemacht? Fütterst Du immer das gleiche oder wechselst Du ab? Und: falls Du eine schöne Geschichte rund um Dein Haustier parat hast, dann ist unten in den Kommentaren der ideale Platz, um sie zu teilen. Ich freue mich drauf!

Und nun zum Rezept für Weihnachtsplätzchen für Vierbeiner aus unserem Buch „Süß&Gesund Weihnachten“. Denn unsere Tiere sind schließlich auch Teil der Familie und genießen es, in der Advents- und Weihnachtszeit mit Selbstgebackenem verwöhnt zu werden.

Weihnachtsplätzchen für Vierbeiner

Portionen 250 g Kekse
Zubereitungszeit 45 Minuten
Rezept drucken

Zutaten

  • 1 EL Chiasamen
  • 3 EL Wasser
  • 100 g Buchweizenmehl
  • 50 g Vollkornreismehl
  • 50 g geschrotete Leinsamen
  • 1 reife Banane mit der Gabel zerdrückt
  • 25 g natives Kokosöl Zimmertemperatur

So geht's

  • Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  • Die Chiasamen mit dem Wasser vermischen und 5 Minuten in den Kühlschrank stellen. Dann mit den anderen Zutaten in der Küchenmaschine oder mit dem Pürierstab vermischen.
  • Den Teig zwischen zwei Stück Backpapier ca. 8 mm dick ausrollen und mit Ausstecherformen Plätzchen ausstechen. Sobald die erste Teigfläche ausgestochen ist, den Teig erneut ausrollen und den Vorgang so lange wiederholen, bis der gesamte Teig zu Plätzchen verarbeitet ist (alternativ kann der Teig auch in kleine Kugeln geformt, auf das Backpapier gesetzt und mit der Hand flach gedrückt werden).
  • Die Kekse ca. 15 Minuten backen.
  • Komplett abkühlen lassen, dann zur Verkostung reichen. Luftdicht verschlossen und kühl aufbewahren.
Wellcuisine Stefanie Reeb

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  1. Hallo Stefanie,
    meine zwei Malteserdamen 17 Jahre und 4 Jahre werden bekocht im Verhältnis 70%Fleisch und 30%Gemüse mit Reis, Nudeln, Hirse, Quinoa oder Buchweizen ebenso verwende ich Kokosöl es sind ziemlich verwöhnte Prinzessinnen aber naja als Leckerei bekommen sie getrocknet Fleischstreifen. Es ist einfach eine Freude wenn es den Vierbeinern gut geht und sie mit einer unbändige Lebensenergie die Welt und die Menschen „erobern“ ;-)Deine Weihnachtskekse lieben die Beiden auch wuff wuff

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Barbara,

      ja, wunderbar. Mir geht es genauso: wenn ich sehe, wie fit meine 10-jährige Hündin ist und herumtollt wie ein Welpe, dann freut mich das riesig, und ich glaube auch, dass es mitunter an der guten Ernährung liegt.

      Viele liebe Grüße
      Stefanie

  2. Theresia schreibt:

    Liebe Stefanie,
    danke für deinen informativen Post. Leider ist unser Hund im Frühjahr gestorben.
    Trotzdem habe ich interessiert gelesen und ja….mir wieder mal einen kleinen,treuen Vierbeiner gewünscht.
    Danke möchte ich dir auch sagen für den wundervollen Abend in Stuttgart zum healthy living award,den du uns ermöglicht hast. Schön auch, dich kennengelernt zu haben.
    Heute gab es das Wurzelgemüse-Gratin vom Blog zum Abendessen. Ein Gericht zum Versinken, so gut.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochende.

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Theresia,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Es war so schön, Euch beide kennenzulernen bei den Healthy Living Awards!

      Einen ganz lieben Gruß
      Stefanie

  3. Angelika Jentsch-Gastl schreibt:

    5 Sterne
    Liebe Stefanie,
    Dein Verlust von eurer geliebten Lilly tut mir sehr leid. Sie ist bestimmt im Hundehimmel und dankbar für das wunderbare Leben, welches sie mit euch hatte. Ich habe diese Heimgänge bereits viermal mit geliebten Dackeln erlebt. Es schmerzt unglaublich.

    Deine Rezepte begeistern mich jede Woche aufs Neue.
    Herzliche Grüße aus Tirol
    Angelika

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