Rote Bete Tatar mit Cashew-Mayonnaise

Ein Gericht mit Wow-Effekt

Nein, ich war nicht immer ein Rote Bete-Fan. Rote Bete stand bei mir jahrelang sogar auf der Liste der Lebensmittel, die lieber nicht auf meinen Teller sollten und wenn, dann nur in mikroskopisch kleinen Mengen. Tja, es gibt sie eben doch: die Liebe auf den zweiten Blick. Denn heute sind die Bete und ich die dicksten Freundinnen. Ich meine: schau Dir nur ihre Farbe an! Ist doch klar, dass sie echt was drauf hat und eine ganz Tolle ist. Denn bei den Lebensmitteln bedeutet viel Farbe gleich viel Vitalstoffe. Und bei der Bete ist es das Betanin, das ihr dieses satte Rot verleiht. Betanin ist ein starkes Antioxidans – es beschützt also unsere Körperzellen vor Schädigungen. Und damit stärkt es das Immunsystem und entlastet die Leber. In einer Studie der Kyung Hee University in Südkorea fanden Wissenschaftler heraus, dass sich Rote Bete positiv auf die Leistungsfähigkeit von Sportlern auswirkt, da sie den Blutdruck auf natürliche Weise senkt, die Durchblutung fördert und dafür sorgt, dass das Herz während des Trainings weniger Sauerstoff benötigt. Diese Wirkung verdankt die Rote Bete den enthaltenen Nitraten, die sie aus der Erde aufnimmt. Ihre durchblutungsfördernde Wirkung sorgt natürlich auch dafür, dass unser Gehirn besser durchblutet wird und wir auf der mentalen Ebene leistungsfähiger werden.

Soviel zu den Fakten. Jetzt zum Geschmack: Rote Bete hat diesen erdigen Geschmack, den manche Menschen nicht mögen. Wenn man sie im Ofen röstet, wird sie süßlich und mild – also verdammt lecker. Vor allem hast Du kaum Arbeit damit. Du röstest die Bete im Ganzen im vorgeheizten Ofen, benutzt dann am besten Gummihandschuhe, um die Schale zu entfernen und sie fein zu würfeln. Und dann, gemischt mit Dressing, Kapern und Frühlingszwiebeln entsteht eine ganz feine Vorspeise, die aussieht, wie ein Rinder Tatar, meiner Meinung nach aber viel leckerer ist. Mit einer selbstgemachten Mayonnaise aus Cashewkernen (keine Angst, sie ist ganz einfach herzustellen), bringst Du ein Gericht mit Wow-Effekt auf den Tisch. Lass es Dir schmecken!

Rote Bete Tatar mit Cashew-Mayonnaise

Portionen 2 Personen
Zubereitungszeit 30 Min.
Backzeit 50 Min.
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Zutaten

Rote Bete Tatar:

So geht's

  • Den Backofen auf 180 °C vorheizen.
  • Die Cashewkerne für die Cashew-Mayonnaise in einer kleinen Schüssel mit kochendem Wasser übergießen und mindestens 30  Minuten (oder am besten während der Backzeit der Roten Bete) einweichen lassen.
  • Die (rohe) Rote Bete im Ganzen und inklusive Schale auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ca. 45–50 Minuten auf mittlerer Schiene backen (die Backzeit variiert je nach Größe der Beten. Überprüfe ihre Festigkeit, indem Du mit einer Gabel in die Rote Bete stichst. Wenn Du vorgekochte Rote Bete benutzt, entfällt dieser Schritt.
  • Die eingeweichten Cashewkerne in ein Sieb abgießen und kurz abspülen. Zusammen mit den anderen Mayonnaise-Zutaten in der Küchenmaschine zu einer feinen Creme pürieren. Ist die Küchenmaschine nicht stark genug und die Creme dadurch körnig, die Creme durch ein feines Sieb streichen.
  • Die Rote Bete aus dem Ofen nehmen und kurz abkühlen lassen. Dann (am besten mit Gummihandschuhen) die Schale entfernen und die Rote Bete fein würfeln. Wenn Du vorgekochte Rote Bete benutzt, diese einfach nur fein würfeln.
  • Die Frühlingszwiebeln in 1 EL Olivenöl in einer Pfanne 2 Minuten anrösten. Zusammen mit den gehackten Kapern unter die Rote Bete mischen. In einer Tasse 2 EL Olivenöl, Apfelessig, Ahornsirup, Senf, Tafelmeerrettich, Salz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer glatt verrühren und unter die Rote Bete mischen.
  • Nun zum Anrichten: besonders schön sieht der Rote Bete Tatar aus, wenn man ihn in einen Servierring füllt, mit einem Löffel fest andrückt und den Ring dann wieder entfernt. Alternativ kann der Tatar auch in ein kleines Glas oder eine kleine Schüssel gefüllt, fest angedrückt und dann auf den Teller gestürzt werden. Natürlich schmeckt der Tatar ebenso gut, wenn man ihn mit einem Löffel auf ein paar Rucolablättern anrichtet. Dazu die Cashew-Mayonnaise servieren.

Wellcuisine-Tipp

Dazu passt eine Scheibe Roggen-Sauerteigbrot oder (für eine herzhaftere Mahlzeit) ein Spiegelei.
Wellcuisine Stefanie Reeb

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  1. Barbara schreibt:

    Liebe Stefanie, rote Bete ist so lecker
    Eine ganz tolle Variante ist auch rote Bete roh in ganz feine Streifen geschnitten in der Pfanne mit Pinienkernen dünsten, Pasta dazu, Parmesan. Fertig.
    Esse ich ganz oft. Und rote Bete ist soooo gesund 🙂

    Ganz liebe Grüße aus Berlin.
    Barbara

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Barbara,

      oh ja, rote Bete als quasi Spagetti ist superlecker! Esse ich auch sehr gern.

      Einen ganz lieben Gruß nach Berlin!
      Stefanie

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Thanks, sweetie! I think you would really like that dish!

      Love you.
      Stefanie

  2. Bärbel schreibt:

    Die Mayonnaise ist leider nur dicklich und körnig?! Was habe ich falsch gemacht? ? Ansonsten, sehr, sehr lecker! Das Buch soeben bestellt! ? LG Bärbel

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Hallo liebe Bärbel,

      es könnte sein, dass Deine Küchenmaschine nicht stark genug ist. In dem Fall vielleicht beim nächsten Mal die Cashewkerne in einem kleinen Topf in Wasser ca. 20 Minuten köcheln lassen, damit sie noch weicher werden, bevor Du sie pürierst. Um die bereits gemachte Mayonnaise zu retten, könntest Du sie durch ein feines Sieb streichen. Sollte sie zu dick sein, löffelweiße Wasser hinzufügen.

      Liebe Grüße und danke, dass Du unser neues Buch bestellt hast! Ich wünsche Dir ganz viel Spaß damit!
      Deine Stefanie

  3. Daniela schreibt:

    Liebe Stefanie,
    das Tartar ist sehr lecker und schmeckt viel mehr nach Meerrettich, Kapern und Senf, als nach Rote Bete. Oder Iag es doch an der Zitronenschale in der Mayonnaise? (Bei mir ist sie auch eher eine Paste geworden, als eine geschmeidige Mayonnaise.) Tolle Kombination ?
    Ein tolles Rezept ist auch „Die schnellste Tomatensauce der Welt“. Vor allem die feine Schärfe der zerkrümmelten Chilischote ist genial.
    Ein paar Rezepte aus eurem neuen Buch habe ich schon gemacht und freue mich auf die weiteren Mahlzeiten. Schade, dass man nicht rund um die Uhr essen kann ?
    Herzliche Grüße
    Daniela

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Daniela,

      vielen Dank für Dein Feedback! Habe die Einweichzeit der Cashew im Rezept gerade etwas verlängert, dann ist die Chance größer, dass die Mayonnaise wirklich cremig wird. Schön, dass Dir die neuen Rezepte aus „Schön&Gesund“ gefallen! Du musst unbedingt mal die Süßkartoffelsuppe mit Harissa-Öl probieren, wenn Du es gerne würzig-scharf magst!

      Viele liebe Grüße
      Stefanie

      1. Sabine schreibt:

        Liebe Stefanie, ich nehme für meine Mayo’s immer Nußmus (Mandelmus) in dem Fall würde ich dann mal Cashewmus ausprobieren. Das macht sich besser, wenn man keinen so starken Mixer hat. Alternativ kann man Cashewkerne auch über Nacht einweichen, dann werden Sie schön weich.
        Danke für das Rezept, bei mir gibt es diesmal Rote Bete Tatar als Vorspeise am 2. Weihnachtstag.

  4. Barbara schreibt:

    Liebe Stefanie,
    au mann, ist die Cashew-Mayo lecker: gabs gerade mit Artischocken! Ein feines Abendbrot. Ich wiederhole mich: es lohnt sich doch immer, auch in den älteren blog-Beiträgen zu stöbern.
    Dir noch eine erholsame Auszeit (es ist für mich süddeutsche Pflanze auch nach 30 Jahren Berlin gewöhnungsbedürftig, dass hier alles bereits am 2.1. startet, während es im Süden erst nach dem 6.1. losgeht…
    Ganz herzlichste Neujahrsgrüße
    deine Barbara

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Barbara,

      ach, kommst Du auch aus Süddeutschland? Woher denn? Ich liebe sie auch, die süddeutsche (bzw. auch spanische) Tradition, erst nach dem 6.1. wieder loszulegen. Zwei Wochen Auszeit habe ich sonst so selten und das tut einfach gut. Hier in Spanien kommen heute Nacht die 3 Heiligen Könige durch die Orte und morgen gibt es noch ein paar Geschenke (nicht bei uns ;–).

      Die Cashew-Mayo mache ich auch ganz häufig. Lustigerweise habe ich sie diese Woche ebenfalls mit Artischocken zubereitet!

      Einen lieben Gruß nach Berlin
      Stefanie

      1. Barbara schreibt:

        Liebe Stefanie,
        was für ein schöner Brauch, dass die Heiligen drei Könige sogar Geschenke bringen! Ich bin um und in Stuttgart aufgewachsen, meine Mutter lebte und mein Bruder lebt im malerischen Markgräflerland, da fahre ich am Montag für einen Kurzbesuch hin. Wie witzig, dass ihr auch Artischocken mit der Cashew-Mayo hattet. Eine Traum-Kombi.
        Ganz herzliche 3 Königsgrüße nach Spanien,
        Barbara

        1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

          Liebe Barbara,

          wie schön, das Markgräflerland! Das ist meine Lieblingsgegend in Deutschland. Thomas und ich haben in Sulzburg standesamtlich geheiratet, einfach weil wir es dort so schön finden. Kennst Du die Staudengärtnerei der Gräfin von Zeppelin mit Café und Buchhandlung? Die finde ich soo herrlich. Ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

          Alles Liebe und viel Spaß bei Deinem Kurzurlaub!
          Stefanie

          1. Barbara schreibt:

            Liebe Stefanie,
            du bist ein Schatz: die Staudengärtnerei kenne ich noch nicht und werde ihr unbedingt einen Besuch abstatten – ein ganz dickes Dankeschön für diesen goldenen Tipp! Ich verstehe euch zu gut: das Rathaus und ganz Sulzburg sind so malerisch schön. Ich persönlich liebe auch den versteckten Jüdischen Friedhof am östlichen Ortsende. Wow, bin ganz berührt. Mein autistischer Bruder lebt in Kandern, in einer anthroposphischen Lebensgemeinschaft.
            Ich suchte noch ein schönes Ausflugsziel für seinen Geburtstag – voilà ! Merci !
            Herzliche Grüße, Barbara

          2. Stefanie Reeb Autor schreibt:

            Liebe Barbara,

            da bin ich ja froh, dass ich Dir diesen Tipp geben konnte! Du wirst die Staudengärtnerei bestimmt lieben. Dort gibt es alles, was zu einem guten Leben gehört: leckere Kuchen, Bücher und Pflanzen 😉 Ja, der jüdische Friedhof ist wunderbar und hat so was geheimnissvolles. Im Sommer finde ich auch das Waldschwimmbad toll. Auf mich wirkt es immer so, als wäre es aus der Zeit gefallen. Kandern kenne ich auch ganz gut. Bestimmt kennst Du den Töpfermarkt einmal im Jahr. Auf dem habe ich schon oft Accessoires für unsere Foodfotos gekauft. Wie Du siehst, bin ich in Gedanken mit auf der Reise.

            Hab eine ganz schöne Zeit dort!
            Liebe Grüße
            Stefanie

  5. Jennifer schreibt:

    Hervorragendes Rezept, danke hierfür. Auch mein Mann war absolut begeistert und meinte es sei „Sterne-Niveau“.

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Das freut mich sehr! Vielen Dank!

      Liebe Grüße
      Stefanie

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