Pho-Nudelsuppe

Und meine "happy places" 2023

Viele Menschen fassen gute Vorsätze fürs Neue Jahr. Und ja, auch ich reflektiere am Ende vom alten und Anfang vom neuen Jahr, was mir in den vergangenen 12 Monaten gefallen hat und was nicht und in welchen Bereichen ich mich gerne weiter entwickeln will. Und sicher führen diese Gedanken auch zu ein paar guten Vorsätzen. Aber wichtiger als einen guten Vorsatz finde ich die tiefer liegende Frage: Wie möchte ich mich in diesem neuen Jahr fühlen? Was wünsche ich mir für mein Körpergefühl? Wie geht es mir emotional? Wo gibt es noch „Luft nach oben“? Was könnte ich tun, um mich noch ein bisschen wohler zu fühlen? Wo ist mein persönlicher „happy place“?

Pho-Nudelsuppe

Mit einer guten Freundin habe ich diese Woche viel über diesen „happy place“ gesprochen. Wie Du vielleicht vermutest, meine ich damit nicht unbedingt einen tatsächlichen Ort (obwohl Orte natürlich „happy places“ sein können). Vielmehr meine ich damit ein inneres Wohlgefühl, das sich einstellt, wenn ich gut auf meine körperlichen und emotionalen Bedürfnisse achte und sie mir so gut es geht erfülle. Dann kann dieses angenehme Gefühl entstehen, das relativ unabhängig von äußeren Gegebenheiten existiert. Das heißt, ich muss dafür nicht in die Karibik reisen, muss nicht den Körper meiner Träume haben und noch nicht einmal ein nennenswertes Ziel erreicht haben.

Pho-Nudelsuppe

Ein echter „happy place“ ist die Art und Weise wie ich mein Leben so lebe, dass es mir gefällt. Meine „happy places“ sind gutes Essen, das mir schmeckt und meinem Körper gut tut. Es ist das Gefühl von Verbundenheit, wenn ich mit meinem Mann oder engen Freunden Zeit verbringe. Es ist die Sorglosigkeit und Klarheit, die ich spüre, wenn ich in der Natur bin. Es ist die Neugier und die Begeisterung, wenn ich neue Dinge lerne, die mich interessieren, zur Zeit zum Beispiel die Pflanzenheilkunde und die Rezeptentwicklung natürlicher Kosmetik und Parfums. Es ist die Freude und Albernheit, die sich sofort einstellt, wenn ich mit meinem Hund spiele. Es ist die Inspiration und der Austausch, die ich hier auf dem Blog gebe und empfange. Es ist die spirituelle Kraft einer Gruppe von Menschen, die sich auf unseren Retreats einstellt.

Pho-Nudelsuppe

Zu meiner Freundin habe ich diese Woche gesagt: Du kannst Deinen „happy place“ auch in Situationen finden, die Dir in letzter Zeit nicht mehr so gut gefallen haben. Du musst Dich nur fragen, welche Bedürfnisse erfüllt werden wollen. Wenn Du erschöpft bist, suche nach einer Möglichkeit, die Anstrengung oder das Pensum zu reduzieren oder Dir mehr Hilfe zu holen. Wenn Du gelangweilt bist, überlege Dir, wie Du Abwechslung und angenehme Aufregung schaffen kannst.

Und aus diesen Erkenntnissen entstehen vielleicht ein paar gute Vorsätze. Und eventuell entsteht auch eine Nudelsuppe daraus. Nämlich dann, wenn Dir klar geworden ist, dass Du ein Bedürfnis nach gutem Essen verspürst, das Dich Löffel für Löffel zu Deinem „happy place“ bringt – wohltuend, wärmend und glücklich machend. Ein happy 2023 Dir!

Pho-Nudelsuppe

Mein Rezept der Woche

Dieses Rezept ist für mich ein „happy place“ in Suppenform. Die essentiellen Bestandteile sind Reisnudeln, zwei Gemüsesorten, heißes Wasser, Salz, geröstetes Sesamöl, Sternanis und das in Streifen geschnittene Omelette. Alles andere kann bei Bedarf auch einfach weggelassen oder variiert werden. Die Suppe fühlt sich für mich an wie ein guter Freund, da sie mir schon so viele Abendessen verschönt hat. Wer noch nie Sternanis außerhalb des Weihnachtsgebäcks verwendet hat, wird sich wundern, wie fein und aromatisch er diese Suppe würzt. In Original-Pho-Rezepten wird der Sternanis im Ganzen mitgegart und vor dem Essen entfernt. Ich mahle den Sternanis gerne fein und verwende ihn als Pulver.

Und nun meine Frage an Dich: Was sind Deine „happy places“? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unter diesem Beitrag!

Pho-Nudelsuppe

Pho-Nudelsuppe

Portionen 2 Personen
Zubereitungszeit 45 Min.
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Zutaten

So geht's

  • Die Reis-Bandnudeln nach Packungsanweisung gar kochen. In ein Sieb abgießen und kalt abspülen. Beiseitestellen.
  • In einem großen Topf Sesamöl erhitzen und Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Sternanis kurz unter Rühren anbraten. Paprika und Karotten hinzufügen und weiter unter Rühren anbraten. Heißes Wasser hinzufügen, salzen und ca. 10 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse al dente ist.
  • In der Zwischenzeit Eier in einer Schüssel leicht salzen und mit der Gabel verquirlen. Eine kleine Pfanne erhitzten, etwas Sesamöl hinzufügen und die Eier hinein geben. Warten, bis die Eimasse fest geworden ist, dann wenden und auf der anderen Seite ca. 2 Minuten anbraten. Auf ein Schneidebrett geben und in Streifen schneiden.
  • Die Suppe mit Salz, Sesamöl und gegebenenfalls etwas mehr Sternanis abschmecken.
  • Die Reis-Bandnudeln auf Schüsseln verteilen, mit der Suppe auffüllen und mit Eier-Streifen angerichtet servieren.

Wellcuisine-Tipp

Varianten dieser Suppe essen Thomas und ich fast jede Woche. Wenn ich ganz faul bin, dann lasse ich Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Ingwer weg. Die in Streifen geschnittenen Eier müssen für meinen Geschmack immer sein. Wenn Du aber keine Eier magst, kannst Du sie weglassen oder gegen fein geschnittenen Tofu austauschen. Wer möchte, kann frischen Koriander hinzufügen. Auch das Gemüse kann ausgetauscht werden. Zum Beispiel die Paprika durch klein geschnittenen Brokkoli. Oder die Karotte durch Süßkartoffel. Wer keinen Sternanis mag oder ihn nicht zu Hause hat, lässt ihn einfach weg und benutzt etwas mehr vom gerösteten Sesamöl zum Würzen. Das Öl ist ein so wichtiger Bestandteil dieses Rezepts, dass ich es nie weglassen würde.
Wellcuisine Stefanie Reeb

Sternanis

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  1. Dorothee Weier schreibt:

    5 stars
    Hallo, liebe Stefanie!
    Wie sehr freu‘ ich mich, dass eine Mail von dir gekommen ist. ich habe sie wirklich täglich mit Vorfreude erwartet. Für dich und Thomas ein gutes und erfüllendes neues Jahr.
    Deine Frage nach dem Happy Place lässt mich tief in mich Hineinhörnchen. Noch immer bin ich mit dem Verlust meines Mannes im letzten Jahr täglich konfrontiert und lerne quasi, wie ich ohne ihn weiter leben kann. Ich habe meinen sicheren Platz in meinem Zuhause, hier fühle ich mich geborgen und kann meinen sämtlichen Emotionen freien Lauf lassen. Es ist stark räumlich geprägt. Es sind kleine gute Momente, die ich mir schaffe, die für mich gute Orte darstellen. Das reicht von einem guten leckeren Essen mit einer Freundin über ein Kloster-WE, das ich mir Ende dieses Monats gönne. Happy Places, die ich täglich neu für mich heraus finde, um kleine Schritte weiter gehen zu können. Lieben Dank für deine Gedanken! Liebe Grüße von Dorothee

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Dorothee,

      wie schön, von Dir zu lesen! Ich wünsche Dir ein gutes Jahr 2023 mit vielen „happy places“. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, dass Du täglich von Neuem für Dich herausfinden musst, wie es weitergeht und was Dir gut tut. Schön, dass Du Dir ein Zuhause geschaffen hast, in dem Du Dich so gut aufgehoben fühlst. Das ist viel wert. Und Dein Wochenende im Kloster klingt auch ganz wunderbar. Ich wünsche Dir eine gute Zeit dort!

      Viele liebe Grüße
      Stefanie

  2. Hallo liebe Stefanie!
    Ich möchte Dir eigentlich nur kurz ein paar Büchertipps für Deine Neugier an Naturkosmetik geben.
    Ich beschäftige mich seit ich 19 bin damit und habe schon etliche „gesammelt“….und ich wollte meine Erfahrung an Dich weitergeben…;-)
    Es gibt viele tolle Bücher, aber anhand Deiner Art und Deines Schreibstils würden Dir die Bücher bestimmt sehr gut gefallen.
    Sie haben alle liebevoll geschriebene Texte und super schöne Bilder, ganz zu schweigen von dem unschlagbaren Repertoire an Informationen..
    und motivieren einen SOFORT anfangen zu wollen!

    Meine 5 absoluten uneingeschränkten Empfehlungen….
    1. „Lexikon der Düfte“ von Axel Meyer über ätherische Öle (von Taoasis) unbedingt die alte Version von z.b. 1991 !
    Die neue ist echt nicht so gut und übersichtlich! 😉
    2. „Natürlich schön“ von Dr. Christina Kraus (von EMF)zum Selberanrühren
    Das Buch gibt es in mehreren jahreszeitlichen Varianten, alle sind toll! ;-))
    3. „Easy Glow“ von Anita Bechloch (von GU)zum Selberanrühren, aber ganz einfache und trotzdem supertolle Rezepte aus nur 3 Zutaten!! Mehr braucht man eigentlich auch nicht :-))
    4. „Das Rohstofflexikon“ von Brigitte Bräutigam (von Anaconda)

    Etwas teureres aber auch sehr ausführliches und informatives Buch:
    5.. „Das große Buch der Pflanzenwässer“ (Hydrolate) von Susanne Fischer-Rizzi (von AT Verlag)
    Gibts auch über Aromatherapie („Himmlische Düfte“)…..

    VIEL SPASS beim Stöbern und fröhlichen „rumpanschen“
    Schönes Wochenende!!
    Elke

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Elke,

      wie toll! Das ist sehr lieb von Dir. Vielen Dank für die Bücher-Tipps! Die Bücher werde ich mir auf jeden Fall ansehen.

      Einen ganz lieben Gruß
      Stefanie

  3. Marlene Mürz schreibt:

    5 stars
    Hallo liebe Stefanie!
    Vielen Dank für das leckere Rezept! Ich habe es zusammen mit selbst gesammelten Judasohr-Pilzen ausprobiert und fand es vor allem wegen der vielen verschiedenen Texturen total spannend!

    Meine „Happy Places“ sind auf jeden Fall auch das Kochen, der Austausch mit guten Freunden und Zeit in der Natur, wo ich gerne Biotoppflege mache. Die Liebe zur Natur hat mir meine Mutter auch über Heilpflanzen weitergegeben, deshalb finde ich es besonders spannend, dass Du Dich damit beschäftigst! Wirst Du eventuell auch Rezepte oder Anregungen dazu hier auf dem Blog teilen? Gerade bei Gerichten mit Wild-/Heilkräutern wäre ich total neugierig auf Rezepte ohne Industriezucker und Weißmehl. Hat da vielleicht jemand Anregungen oder Buchtipps?

    Ganz liebe Grüße
    Marlene

    1. Stefanie Reeb Autor schreibt:

      Liebe Marlene,

      vielen Dank für Deine Nachricht! Ja, mich interessiert das Thema Wild- und Heilkräuter auch sehr und ich mache zur Zeit einige Kurse in der Richtung. Bestimmt wird das hier auf dem Blog auch noch ein Thema werden. Ein Heilkräuterbuch, das mir eine Freundin, die mit Heilkräutern arbeitet, besonders ans Herz gelegt hat, ist dieses: „Lexikon der Frauenkräuter“ von Margret Madejsky. Ein echtes Nachschlagewerk zu den einzelnen Pflanzen und ihre Anwendungen. Generell hat der Schweizer AT Verlag ziemlich viele Bücher über Wildkräuter und Heilpflanzen im Programm. Da kannst Du mal ein wenig stöben.

      Liebe Grüße
      Stefanie

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