Marzipan-Lebkuchen (glutenfrei)

Das Gebäck des Lebens

Es ist November und deshalb kein Wunder, dass feiner Lebkuchenduft durch unser Haus zieht. Jedes Jahr beginne ich die Vorweihnachtszeit mit dem Backen von Lebkuchen. Ich folge damit nicht einer Tradition, sondern meinem Appetit. Denn für mich gehören Lebkuchen zu den besten weihnachtlichen Süßigkeiten überhaupt. Dieses Jahr habe ich meine Lebkuchen noch ein wenig veredelt und ihnen eine Schicht selbstgemachtes Marzipan hinzugefügt. Das macht sie noch ein bisschen köstlicher und raffinierter.

Marzipan-Lebkuchen

Lebkuchen haben eine jahrtausendealte Tradition. Bereits im alten Ägypten und im antiken Rom wurden kleine gewürzte Honigkuchen als Grabbeigaben genutzt. Später wurde das Gebäck vor allem in belgischen Klöstern hergestellt und als Pfefferkuchen bekannt, wobei man damals das Wort „Pfeffer“ als Sammelbegriff für Gewürze verwendete. Lebkuchen waren im Mittelalter sehr beliebt, da sie lange haltbar waren. Ihre Beliebtheit ging sogar so weit, dass es einen eigenen Berufsstand gab, der ausschließlich Lebkuchen herstellte: der „Lebküchler“. Je nach Land und Region werden Lebkuchen mit unterschiedlichen Zutaten hergestellt. In Österreich macht man Lebkuchen zum Beispiel aus Roggenmehl, den bekannten deutschen Nürnberger Lebkuchen mit viel Nüssen. Ich habe mich für eine eigenen Tradition entschieden und stelle ihn nur mit Nüssen und komplett ohne Mehl her.

Marzipan-Lebkuchen

Marzipan-Lebkuchen

Bilder oben: die vorgebackenen Lebkuchen werden mit der Marzipanschicht belegt.

Kochen und Backen sind für mich die perfekte Brücke zwischen Tradition und Innovation. Aus der Fülle der Traditionen zu schöpfen und durch eigene Ideen etwas Neues zu schaffen ist das Geschenk, das wir erhalten, wenn wir unerschrocken in die Küche gehen und mit Liebe und Leidenschaft kochen und backen. Heute Morgen beim Frühstück las ich im Buch der katalanischen Köchin Maria Nicolau „Cocina o barbarie“ (übersetzt: „Küche oder Barbarei“, gibt es leider nur auf Katalan oder Spanisch) ein Plädoyer fürs Kochen als Akt des Menschseins und der Freiheit: „Kochen ist alles, was am Rande eines Rezepts passiert: Es ist improvisieren, riskieren, entscheiden. Kochen ist Freiheit. Gegen das Aussterben dieser Kühnheit, gegen das Ich-habe-keine-Zeit-Syndrom und die Barbarei einer Gesellschaft, die isst, aber nicht kocht. Es ist der einfachste Akt, sein Leben wiederzuerlangen: uns selbst zu ernähren.“

Marzipan-Lebkuchen

Ich habe Kochen und Backen schon immer als kreativen, wilden, schöpferischen Akt gesehen. Als etwas, das Leben spendet, heilt und uns verändert. Ein ewiger Fluß der Vergangenheit in die Gegenwart und zurück. Ein Fluß der Liebe von uns zum anderen und wieder zurück, so ewig wie das tägliche Essen auf unserem Tisch, das erschaffen wird und wieder verschwindet in nie endender Regelmäßigkeit. Das Essen, das uns ausmacht, das Material, aus dem unser Körper täglich neu entsteht und aus dem unsere Seele Kraft schöpft.

Marzipan-Lebkuchen

Übrigens gibt es eine weitere Geschichte über die Entstehung des Lebkuchens. Die von einem Bäcker, der eine kranke Tochter hatte, die gerne Süßes aß. Um sie zu heilen, buk er eine Süßigkeit mit den besten heilenden Gewürzen, die er finden konnte. So wurde sie wieder gesund. Und den Lebkuchen, den gibt es heute noch. Und vielleicht kommt sein Name ja auch vom Leben selbst, dem süßen dolce vita.

Marzipan-Lebkuchen

Und nun eine einfache Frage an Dich: liebst Du Lebkuchen? Ich freue mich auf Deine Antwort unter diesem Beitrag!

Marzipan-Lebkuchen

Portionen 23 Lebkuchen
Zubereitungszeit 45 Min.
Backzeit 12 Min.
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Zutaten

Für das Marzipan:

Für die Beschichtung:

So geht's

  • Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  • Alle Zutaten für den Lebkuchenteig in einer Schüssel vermischen.
  • Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Portionen in der Größe eines 3/4-Esslöffels entnehmen, erst zur Kugel und dann zur Wurst formen, aufs Backpapier legen und etwas flach drücken.
  • 12 Minuten backen. Am Ende der Backzeit sollten die Lebkuchen auf der Unterseite leicht gebräunt und noch weich sein. Sie härten später noch etwas nach.
  • Die Lebkuchen komplett abkühlen lassen.
  • Alle Zutaten für das Marzipan glatt miteinander vermischen. Die Lebkuchen zählen und das Marzipan in ebenso viele Portionen aufteilen.
  • Jede Marzipan-Portion zu einer Kugel und dann zur Wurst formen, auf je einen Lebkuchen setzen und andrücken.
  • Zartbitterschokolade hacken und im Wasserbad schmelzen.
  • 3/4 der Schokolade benutzen, um die Lebkuchen mithilfe eines Pinsels rundum zu bestreichen. Die restliche Schokolade mit einem Teelöffel linienförmig über die Lebkuchenoberfläche träufeln.
  • Die Schokolade bei Zimmertemperatur aushärten lassen.
Wellcuisine Stefanie Reeb

Marzipan-Lebkuchen

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  1. 5 stars
    Das klingt köstlich und wird alsbald nachgebacken – danke für die gesunde Weihnachtsnascherei

  2. Manuela schreibt:

    5 stars
    Liebe Stefanie,

    dieses Rezept liest sich schon klasse. Ich liebe Lebkuchen über alles und backe diese jedes Jahr immer wieder, sobald bei uns das Freibad geschlossen hat, d.h. ab Mitte September. Lebkuchen mit Marzipan ist natürlich eine klasse Idee. Das Rezept werde ich wahrscheinlich schon diesen Sonntag ausprobieren, am Tag 1 nach unseren cross games hier.

    Ganz liebe Grüße an Euch zwei,
    Manuela

  3. Monika Witte schreibt:

    Liebe Stefanie, während ich deine Zeilen lese, fallen bei uns die ersten Schneeflocken. Allerhöchste Zeit an Lebkuchen backen zu denken. Ich liebe sie in allen Variationen, mit Marzipan ein zusätzlicher Gaumenschmaus. Werde als Schokoladenbeschichtung dein Schokoladenrezept wählen. Das krönt jeden festen Kuchen bei uns. Danke für die Bereicherung.
    Herzliche Grüße
    Monika

  4. Monika Witte schreibt:

    5 stars
    …die Sterne fehlten noch!

  5. Cornelia schreibt:

    Liebe Stefanie,
    vielen Dank fuer dieses wundervolle Rezept und die deine Zeilen dazu. Da ich auf der Suedhalbkugel wohne, ist das mit der vorweihnachtlichen Stimmung doch etwas anders. nichtsdestotrotz werde ich dein Lebkuchenrezept ausprobieren, es klingt super lecker.
    Ganz liebe Gruesse
    Cornelia

  6. Bettina schreibt:

    5 stars
    Heute ausprobiert. Soooo lecker und auch noch schnell gemacht. Die werde ich bis Weihnachten sicherlich noch einmal machen. Vielen Dank für das Rezept.

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