GERÖSTETE WEINTRAUBEN MIT ROSMARIN-FEIGEN-CRACKERN UND ZIEGENKÄSEKUGELN
Herbst ist die Hauptsaison des Genießens

„Leute, die gerne essen, sind immer die besten Menschen.“

(Julia Child, Kochbuchautorin)

 

Ich erinnere mich an ein spirituelles Seminar in Los Angeles. Es ging um Intuition. Und der Lehrer sprach darüber, dass es besser wäre, keinen Wein zu trinken, wenn man seiner inneren Stimme lauschen will (in meiner Zeit in Los Angeles besuchte ich sehr viele solcher Seminare und es wurde oft über Essen und Trinken gesprochen – vor allem darüber, was man besser NICHT essen und trinken sollte). Da schnellte neben mir eine Hand in die Höhe und eine Stimme mit eindeutig französischem Akzent meldete sich zu Wort. Die Dame war spürbar empört. Sie verstand absolut nicht, welchen schädigenden Einfluss Wein auf die Intuition haben sollte. In Frankreich sei er schließlich Teil der Kultur und sie könne sich absolut nicht vorstellen, dass es den Franzosen deshalb an Intuition mangele. Diesen Augenblick habe ich nie vergessen, denn ich fand es schön und irgendwie auch lustig, dass jemand so vehement für seinen Genuss eintrat. Das sinnliche Genießen ist etwas, für das ich Europa ganz besonders liebe. Sofort schießen mir Szenen durch den Kopf: Der Südtiroler Firmenchef, der mir nur eine einzige Frage stellt, nachdem er erfahren hat, dass ich Kochbücher schreibe: „hat denn Ihr Mann auch ein bisschen Bauch?“ (denn gesunde Küche ohne Genuss ist in seinen Augen nichts wert – recht hat er). Die Mallorquinische Hotelbesitzerin, Mitte 70, die den Winter dazu nutzt, alle neuen Weine genüsslich zu testen, um ihren Gästen in der nächsten Saison die beste Auswahl anzubieten. Und all die Foodies in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die ein gutes Restaurant oder einen besonderen Lebensmittelhändler untereinander weiterreichen wie eine Geheiminformation …

 

Der Herbst ist für mich übrigens die Hauptsaison des Genießens. In den mallorquinischen Weindörfern riecht es jetzt nach gärenden Trauben, auf dem Markt gibt es frische Walnüsse und Datteln, und ich habe Lust, die satten Geschmäcker des Herbst zusammen mit einer guten Flasche Rotwein auf den Tisch zu bringen. Ein paar selbstgebackene Cracker mit Walnüssen, Datteln, Rosmarin und Olivenöl, im Ofen geröstete Weintrauben, Ziegenkäsebällchen und Schalen mit Walnüssen, Feigen und Datteln. Das ist ein Essen ganz nach meinem Geschmack. Es ist unprätentiös, lässt sich gut vorbereiten, wenn Gäste kommen, und macht ganz einfach glücklich. Und wenn es uns sogar zu besseren Menschen macht – auch gut. 

 

PS: noch ein Lieblingszitat von Julia Child: „Ich liebe es, mit Wein zu kochen. Manchmal tue ich ihn sogar ins Essen.“

 

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Für 4 Personen:

 

Für die Rosmarin-Feigen-Cracker:

  • 200 g Dinkelvollkornmehl
  • 100 g Haferflocken, Großblatt
  • 100 g Walnüsse, gehackt (plus eine Schale Walnusshälften zum Servieren)
  • 4 getrocknete Feigen, klein gewürfelt (plus eine Schale Feigen zum Servieren)
  • 1 EL gehackter Rosmarin
  • 1 TL Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 200 ml Wasser
  • 6 EL Olivenöl

 

Für die gerösteten Weintrauben:

  • 500 g kernlose rote Weintrauben
  • 2 EL Olivenöl
  • 2/3 TL Salz
  • 3 Zweige Rosmarin

 

Für die Walnuss-Ziegenfrischkäsekugeln: 

  • 400 g Ziegenfrischkäserolle
  • 160 g Walnüsse, fein gehackt

 

Den Backofen auf 180 °C vorheizen.

 

In einer großen Schüssel alle Zutaten für den Cracker-Teig mit einem Löffel vermengen. Ein Backbleck mit Backpapier auslegen. Den Teig auf das Backblech geben und mit den befeuchteten Händen flach andrücken bis er die gesamte Fläche des Backblechs einnimmt. 

 

Die Weintrauben auf ein zweites mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und mit Olivenöl und Salz marinieren. Mit Rosmarinzweigen belegen. Die Weintrauben auf die untere Schiene im Backofen schieben und die Cracker auf die obere (wenn Du nur ein Backblech hast, dann backe erst die Cracker und im Anschluss die Weintrauben). Cracker und Weintrauben 20 Minuten backen. Die Weintrauben aus dem Ofen nehmen und den Crackerteig wenden und weitere 5 bis 8 Minuten backen bis es ausgehärtet ist.

 

In der Zwischenzeit die Walnuss-Ziegenfrischkäsekugeln zubereiten: die Rinde der Ziegenkäserolle entfernen und teelöffelgroße Portionen des Frischkäses entnehmen. Mit den angefeuchteten Händen zu Kugeln formen und in den fein gehackten Walnüssen rollen so dass die Kugeln ganz von Walnussstückchen bedeckt sind.

 

Den Crackerteig in Stücke brechen und zusammen mit den gerösteten Weintrauben, Ziegenfrischkäsekugeln und den zusätzlichen Walnusshälften und getrockneten Datteln und einem guten Glas Rotwein servieren. 

 

WELLCUISINE-TIPP: statt der Ziegenfrischkäsekugeln kannst Du auch Ziegen- oder Schaf-Feta zusammen mit den Weintrauben im Backofen backen. Dafür einfach 2 Stück Schaf-Feta (à 180 g) in je ein Stück Backpapier legen, mit einem Teelöffel Olivenöl und einem Teelöffel Ahornsirup (oder Honig) beträufeln und 1 Rosmarinzweig darauf legen. Dann das Backpapier oben zusammenfalten und mit einem Bindfaden oder einer hölzernen Wäscheklammer verschließen. Mit den Weintrauben ca. 20 Minuten im Backofen schmoren lassen. 

 

Zeitaufwand: 
ca. 1 Stunde

 

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1. Oktober 2016

13 Kommentare zu “GERÖSTETE WEINTRAUBEN MIT ROSMARIN-FEIGEN-CRACKERN UND ZIEGENKÄSEKUGELN

  1. Liebe Stefanie, die Bilder und die Rezepte sind einfach nur traumhaft. Herbst-Genuss-Erntezeit….man könnte hier beliebig weiter aufzählen….! Du vereinst wieder mal wirklich die Eindrücke einer Jahreszeit in einem Beitrag. Herzlichen Dank für diese wunderbaren Inspirationen. Liebe Grüsse aus der Schweiz, Patricia Helfenstein

    • Liebe Patricia,

      vielen Dank für Deine Nachricht! Freut mich sehr, dass Dir der Beitrag gefällt!

      Einen ganz lieben Gruß in die Schweiz!
      Stefanie

  2. Liebe Stefanie,
    leider lese ich den neuen Blog erst jetzt 😉 Sonst wäre ich noch mal schnell zum Besorgen der Weintrauben losgedüst, damit ich gleich ausprobieren kann, wie sie schmecken. In meinem „Garten“ gibt es leider keine.
    Nun warte ich eben bis nächste Woche, bevor ich sie zubereite.
    Herzlichen Dank für diese tolle Kombination. Sie wird in gemütlicher Runde genossen.
    Beste Grüße
    Daniela

    • Liebe Daniela,

      vielen Dank für Deine Nachricht! Ich wünsche Dir viel Spaß beim Ausprobieren nächste Woche!
      Hab noch ein schönes verlängertes Wochenende.

      Deine Stefanie

  3. Liebe Stefanie,
    es ist immer wieder ein Genuss deine inspirierenden Beiträge zu lesen. Ich freue mich jedes Mal aufs neue. Danke dafür!
    Lieben Gruß Tina

  4. Liebe Stefanie,
    ganz herzlichen Dank, dass du mich auf diese Köstlichkeit hingewiesen hast: menno, sind die lecker…. Die Cräcker wirds mit Sicherheit öfter geben, perfekt im Herbst. Weintrauben muss ich erst noch besorgen, aber zur Not gehen die Cräcker gut so;)
    Viele liebe Grüße und noch ein schönes sonniges Wochenende,
    Barbara

    • Liebe Barbara,

      das freut mich total, dass Du jetzt auch „Cracker-süchtig“ bist ;–) Ich esse sie zum Beispiel auch total gerne als Nachmittagssnack zu einer Tasse Tee, da sie durch die Feigen diese leichte Süße haben.

      Einen ganz lieben Gruß und hab einen guten Start in die Woche!
      Stefanie

      • …du hast recht, die sind auch absolut Nachmittag-Snack-tauglich… Mussten mit den Orangen-Schoko Keksen konkurrieren- und nun bin ich fast zu satt fürs vorgesehene Abendessen (Gado Gado Salat, auch so ein all time favourite….)
        Ganz herzlichen Dank für dieses köstliche Rezept sagt Barbara

  5. Liebe Stefanie,
    es ist der pure Genuss, nun wieder die herbstlichen Gerichte zuzubereiten! Heute Mittag gabs bereits das Pilzragout, allerdings mit den wellcuisine Crêpes. Und nun schmoren Weintrauben und Rosmarin Feigen Cräcker im Ofen. Heute Nachmittag gabs die Weihnachts-Madeleines- aber da Bücher ja noch stets keine Kommentarfunktion haben, sage ich dir auf diesem Wege, dass ich bereits etwas süchtig bin. Ich war echt traurig, dass mir das süß & gesund Madeleine Rezept leider nicht gelungen ist. Denn kurz bevor wir zuckerfrei und vegan haben wir aus der Provence noch eine Madeleine Form mitgebracht.
    Jetzt klingelt der Wecker für die Trauben und Cräcker, hmmmm.
    Herzliche Grüße
    Barbara

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