Diese Woche ist für mich etwas ganz Besonderes: endlich kann ich Dir unsere 100% natürliche Parfumlinie vorstellen, an der ich die letzten Jahre gearbeitet habe! Sie ist ein echtes Herzensprojekt. Da natürliche Parfümerie zwar einerseits ganz alt ist, andererseits aber auch wieder ganz neu, da wir sie vor mehreren Jahrzehnten als Gesellschaft aufgegeben haben, waren viele Hindernisse zu überwinden und manchmal dachte ich, es müsste ein Wunder geschehen, um dieses „Baby“ auf die Welt zu bringen.
Viele Wunder später und die Parfums sind da – nach den Prinzipien der jahrhundertealten natürlichen französischen Parfümerie per Hand hergestellt, mit nur drei Komponenten: ätherische Öle (ca. 20 Stück), Bio-Alkohol und eine kleine Menge Wasser. Sonst nichts.
Wir haben den natürlichen Parfums eine eigene Website gewidmet: Maison Mallorquine. Den Link zu den Parfums findest Du ab jetzt im Wellcuisine Hauptmenü unter „Parfums“.

Die Vorgeschichte
Ich hatte bereits zwei Jahre „ganzheitliche Skincare-Rezeptentwicklung“ an der britischen Schule „Formula Botanica“ studiert, in der natürliche Parfümerie zu einem kleinen Teil mit dazugehört, ab, da besuchte ich ein Tagesseminar zur natürlichen Parfum-Entwicklung, aus dem ich wie „angezündet“ herauskam. Ich hatte meinen eigenen Duft entwickelt, gelernt, wie man Kopf-, Herz- und Basisnoten kombiniert und ein Moodboard zu meinem Duft erstellt. Jetzt wollte ich mehr. Ich begann eine Ausbildung an der „International Perfume Foundation“ und lernte direkt bei einer französischen Parfumeurin aus der Provence. Vor über zwei Jahren machte ich meinen Abschluss als zertifizierte französische Parfumeurin. Seitdem schnuppere und teste ich mich täglich durch die Welt der ätherischen Öle und habe nun gerade meine eigene kleine Parfum-Linie entwickelt. Ich freue mich so sehr, sie Dir nun endlich vorzustellen!
Als ich mit der Ausbildung anfing, wusste ich nicht viel über die Parfum-Industrie. Mit natürlicher Kosmetik beschäftige ich mich zwar schon seit vielen Jahren und kenne mich gut aus. Über Parfums und das Für und Wider von synthetischen Düften versus natürlichen hatte ich mir lange keine Gedanken gemacht. Falls es Dir damit ähnlich geht, habe ich die wichtigsten Infos hier für Dich zusammengestellt.

Was sind natürliche Parfums?
100% natürliche Parfums sind heutzutage sehr selten. Gehst Du in eine Parfumerie auf der Haupteinkaufsstraße Deiner Stadt, wirst Du vermutlich keinen einzigen rein natürlichen Duft finden. Ein natürlicher Duft besteht aus natürlichen Rohstoffen wie ätherischen Ölen, Bio-Alkohol, der nicht denaturiert wurde (normaler Parfum-Alkohol ist immer denaturiert, das heißt, er ist mit Chemie vergiftet, damit die Alkoholsteuer entfällt) und einer kleinen Menge Wasser. Mehr nicht.

Ätherische Öle, die Seele der Pflanze
Ätherische Öle sind flüchtige, fettlösliche, stark riechende Stoffwechsel-Produkte von Pflanzen, die ihnen in unterschiedlicher Weise dienen: als Lockmittel für Insekten, um die eigene Fortpflanzung sicher zu stellen, als Kommunikationsmittel mit anderen Pflanzen, als Schutz vor Bakterien, Pilzen und Insekten, als Schutz vor UV-Strahlung oder übermäßigem Wasserverlust durch Verdunsten. Die Pflanze lagert sie in speziell dafür vorgesehenen Drüsen, Kammern und Kanälen in Blüten, Blättern, Wurzeln, Rinden, Früchten und Stängeln ein.
Ätherische Öle enthalten sozusagen die Essenz und Seele der Pflanze. Sie wirken unmittelbar auf unser Gehirn und können auf diese Weise sowohl physische, als auch psychische Prozesse in unserem Körper positiv beeinflussen.
Die meisten ätherischen Öle werden mit Hilfe der Wasserdampfdestillation gewonnen. Andere werden durch Kaltpressung hergestellt, zum Beispiel ätherisches Orangen- oder Zitronenöl. Andere Pflanzen, vor allem Blumen mit zarten Blättern, sind so empfindlich, dass ihr Duft nur mithilfe eines Lösungsmittels (Alkohol, Hexan, CO2 u. a.) oder mit Fett (Enfleurage) extrahiert werden kann.

Was ist in „normalen“ Parfums drin?
„Normale“ Parfums bestehen in der Regel aus denaturiertem Alkohol und synthetischen Duftmolekülen. Diese Moleküle wurden entweder im Labor hergestellt. Einige Parfumhäuser verwenden sowohl natürliche Duftstoffe als auch synthetische Moleküle für ihre Kreationen. Tatsächlich ist das bei den meisten der hochwertigen Parfums der Fall. 100 Prozent natürliche Parfums gibt es allerdings momentan nur im absoluten Nischenmarkt. Da ein natürliches ätherisches Öl viel teurer ist als seine synthetische Imitation, sind natürliche Parfums um einiges teurer als synthetische Düfte (wobei diese aus Marketinggründen häufig auch sehr teuer sind).

Was ist schädlich an synthetischen Parfums?
Dazu fällt mir eine Anekdote ein. Kürzlich unterhielt ich mich mit einem Freund über Parfums. Er ist ein absoluter Parfum-Liebhaber und geht gerne in Parfümerien, um neue Düfte auszuprobieren. Dabei sagte er wie nebenbei, dass er allerdings nur zwei bis drei Düfte pro Tag ausprobieren könnte, da er sonst starke Kopfschmerzen bekäme. Und ja, Kopfschmerzen ist eine sehr häufige Nebenwirkung synthetischer Parfums, die zu den Top 5 Allergenen weltweit gehören.
Von den 3.000 synthetischen Molekülen, die zur Herstellung von Parfums verwendet werden, wurden mehr als 1.200 als „besorgniserregende Chemikalien“ gekennzeichnet. Von diesen 1.200 sind sieben bekanntermaßen krebserregend. Besonders besorgniserregend sind endokrine Disruptoren, die menschliche Hormone nachahmen und zu einer abnormalen Zellreproduktion führen. Diese können bereits in kleinsten Dosen Wirkung zeigen.

Die gesundheitlichen Risiken reichen von leicht bis schwer. Synthetische Duftstoffbestandteile werden mit Krebs in Verbindung gebracht, insbesondere mit hormonell bedingten Krebsarten wie Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs. Es ist bekannt, dass sie Atemwegserkrankungen wie Asthma und verschiedene allergische Reaktionen verursachen können. Wissenschaftler haben den Zusammenhang zwischen synthetischen Duftstoffen und neurologischen Problemen wie Kopfschmerzen, Schwindel und Gerhirnnebel festgestellt, insbesondere wenn junge Menschen solchen Inhaltsstoffen ausgesetzt sind. Durch hormonstörende Inhaltsstoffe können chemische Duftstoffe zu Reproduktionstoxizität führen, das Risiko von Geburtsfehlern erhöhen und die Spermienzahl verringern.

Natürliche versus synthetische Düfte
Ein einziges ätherisches Öl beinhaltet bis zu 500 natürlicher Duftmoleküle, wobei ein synthetisches Molekül eben genau das enthält: 1 Molekül. Dies ist auch der Grund, warum es für einen Parfumeur schwieriger ist, mit rein natürlichen Substanzen zu arbeiten als mit Molekülen. Denn natürliche Substanzen sind komplex und ihre Interaktion schwieriger zu steuern als wenn man ein Molekül ans andere reiht.

In der Anwendung unterscheiden sich synthetische von natürlichen Düften immens. So riecht ein synthetischer Duft auf jeder Haut gleich und hat eine lange Haltbarkeit und Sillage (Sillage bedeutet, dass man den Duft auch dann noch riecht, wenn die Person bereits aus dem Zimmer gegangen ist). Ein natürlicher Duft verbindet sich mit der Haut und riecht von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Er hat eine kürzere Haltbarkeit und wenig Sillage. Dafür riecht er selten penetrant und aufdringlich, sondern vermittelt eine gewisse Intimität, da man ihn nur riecht, wenn man dem Träger nahe kommt.
Und nun meine Frage an Dich: verwendest Du bereits natürliche Parfums? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unter diesem Beitrag!

Liebe Bianca,
ja, was ich geschrieben habe, lässt sich eins zu eins auf Produkte wie Waschmittel etc. übertragen. Dort werden die selben synthetischen Duftstoffe verwendet wie in der konventionellen Parfümerie. Ich werde ab jetzt auf jeden Fall häufiger über das Thema schreiben, da ich es selbst so spannend finde.
Einen ganz lieben Gruß
Stefanie
Liebe Carola,
das kann ich gut verstehen. Ich konnte ab einem bestimmten Zeitpunkt synthetische Düfte auch einfach nicht mehr riechen, weil sie mir zu penetrant waren. Wenn ich ein natürliches Parfum benutze, passiert etwas ganz anderes: Ich atme tiefer und fühle mich vom Duft angenehm berührt.
Liebe Grüße
Stefanie
Liebe Tatjana, wie schön, dass Du auch Lust auf natürliche Parfums hast! Mir haben sie es echt angetan.
Liebe Grüße
Stefanie
Liebe Sabine,
danke für Deine liebe Nachricht!
Ich kenne das gut, dass ein Duft, der mal toll roch, mir auf einmal gar nicht mehr gefällt. Vor allem bin ich jetzt, wo ich mich mit natürlichen Düften beschäftige, total abgekommen von synthetischen Gerüchen und kann sie gar nicht mehr gut aushalten.
Das Komponieren natürlicher Parfums ist eine so große Freude. Es ist nicht ganz einfach, aber wenn ein Duft dann gelingt, dann möchte ich mich am liebsten reinlegen und ich trage ihn dann auch Tag und Nacht Probe ;–)
Einen ganz lieben Gruß
Stefanie
Liebe Mariam,
wie schön, dass Du in die Provence fährst! Zum Thema Feigenduft: normalerweise ist der Duft von Feigen ein Hinweis darauf, dass es sich nicht um ein natürliches Parfum handelt, da Feigenduft immer synthetisch hergestellt wird, denn man kann ihn nicht natürlich einfangen. Ein sehr guter Parfümeur könnte eventuell mit der gekonnten Zusammenstellung anderer Essenzen eine Feigennote erzielen, aber ich habe so ein Parfum bislang noch nicht gerochen. Also: wenn Du Feige riechst und man sagt Dir, dass es ein natürliches Parfum ist, ruhig genau nachfragen, denn leider ist der Titel „natürliches Parfum“ nicht geschützt und sehr oft werden doch synthetische Moleküle untergemischt.
Einen ganz lieben Gruß!
Stefanie
Liebe Doro,
danke für Deine liebe Nachricht!
Einen herzlichen Gruß
Stefanie
Liebe Angelika,
danke Dir! Ja, das Ergebnis mit natürlichen Düften kann sehr unterschiedlich sein. Ehrlich gesagt habe ich immer nach gut riechenden natürlichen Parfums gesucht und keines gefunden. Deshalb habe ich dann eben angefangen, selbst welche zu kreieren und jetzt gibt es für mich keinen Weg mehr zurück.
Einen lieben Gruß
Stefanie
Liebe Ramona,
danke für Dein Interesse! Ich habe zwei Ausbildungen gemacht: einmal eine zweijährige Ausbildung an der englischen Akademie „Formula Botanica“ zu „holistic skincare formulation“ (also Entwicklung ganzheitlicher Pflegeprodukte) und an der Natural Perfumery Academy (IPF) speziell zur natürlichen Parfumentwicklung.
Liebe Grüße
Stefanie
Liebe Britta,
ja, Du sagst es: wir werden von allen Seiten so stark mit synthetischem Parfum beduftet, dass einem ganz anders wird. Thomas geht in manchen Läden schon gar nicht mehr, weil er den Raumduft der Marke nicht aushält.
Das ist eine schöne Idee mit dem Duftretreat! Darauf hätte ich Lust!
Einen ganz lieben Gruß
Stefanie
Liebe Lisa,
Deine Qual bezüglich der allgegenwärtigen Beduftung kann ich sehr gut verstehen.
Wir haben in den letzten 100 Jahren vollkommen das verloren, was Parfums einmal waren. Nämlich außer dem Duft auch ein Heilmittel, das uns mit dem Pflanzen und der Natur verbunden hat. Ich finde, das sollten wir uns zurück holen.
Einen lieben Gruß
Stefanie
Liebe Tatjana,
danke für Deine Nachricht und den Buchtipp! Werde ich mir auf jeden Fall anschauen.
Einen lieben Gruß!
Stefanie
Liebe Stefanie,
wie toll! Ich warte ehrlich gesagt schon lange darauf, dass du deine Parfums anbietest. Seit Jahren verwende ich keine synthetischen Parfums mehr, vermisse sie jedoch.
Toll, dass du jetzt eine Alternative bietest!
Liebe Astrid,
wie schön! Ja, ich freue mich auch, dass die Parfums nach langer Entwicklungszeit jetzt endlich da und verfügbar sind.
Einen lieben Gruß
Stefanie