ERDBEERCRUMBLE
Die Leichtigkeit des Seins

Meine Freunde lachen schon über mich, wenn ich mal wieder über eins meiner Gerichte sage: das ist gaaanz einfach zu machen. Komischerweise denken nämlich die meisten Menschen, dass Leute, die Kochbücher schreiben, auch privat am liebsten den ganzen Tag in der Küche stehen, um aufwändige Mahlzeiten zu kreieren. Zwar liebe ich es zu kochen und zu backen, aber ganz besonders freue ich mich über Alltags-Gerichte, die super schmecken, gesund sind und schnell und EINFACH zubereitet sind. Sowieso glaube ich prinzipiell daran, dass die wirklich guten Dinge im Leben einfach sind. Dass sie uns leicht fallen. Dass sie mühelos zu uns kommen. Ich weiß, dass diese Sichtweise allem widerspricht, was wir jahrelang gelernt haben: ohne Fleiß kein Preis / die guten Dinge muss man sich verdienen usw. Und natürlich arbeiten wir alle manchmal hart für etwas. Und natürlich stehen wir manchmal vor Hindernissen. Aber ich meine die Haltung an sich: stehe ich dem Leben verbissen gegenüber? Habe ich ständig überhöhte Ansprüche an mich selbst und an andere? Versuche ich mit allen Mitteln und mit ganzer Kraft Dinge in Bewegung zu setzen, obwohl alle Zeichen dagegen sprechen? Überhöre ich mein Bauchgefühl und mache weiter im Trott, obwohl ich mich schon lange nicht mehr wohl fühle mit der Arbeit/der Beziehung/der Freundschaft? Wenn Dinge leicht von der Hand gehen bedeutet das immer, dass ich mich im Fluss meines Lebens befinde. Wenn sie schwer und zäh sind, dann muss ich innehalten und mich fragen, ob ich erstens auf dem richtigen Weg bin, ob zweitens der richtige Zeitpunkt für das Vorhaben gekommen ist und ob ich drittens überhaupt innerlich bereit dazu bin. Ich kann noch so viele Ziele formulieren und noch so viel Kraft einsetzen – „das Leben ist das, was passiert, während wir andere Pläne machen“ (hat John Lennon gesagt) und je aufmerksamer wir den Fluss unseres Lebens betrachten, desto früher merken wir, wo das Leben (und letztlich unsere innere Haltung) uns gerade hinführt. 

 

Um wieder zurück zu kommen von meiner kleinen Ausschweifung: Einfachheit. Das ist der neue Luxus. Und passend zu diesem Thema und natürlich zur Erdbeersaison habe ich heute ein feines, schnelles Dessert für Dich, das Du quasi aus dem Ärmel schütteln kannst: Erdbeercrumble. Ganz edel wird es, wenn Du es in kleinen Ofenförmchen bäckst, so dass jeder seine eigene Portion bekommt. Und natürlich ist dieses Dessert prädestiniert dafür, mit Vanilleeis serviert zu werden. Die Leichtigkeit des Seins … diesmal zum Essen.

 

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Zutaten für 4 kleine Ofenförmchen oder eine 25-cm-Springform:

 

Für die Erdbeerfüllung:

  • 600 g Erdbeeren
  • 2 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • 2 EL Ahornsirup, Grad A
  • 1/4 TL Salz
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

 

Für das Crumble:

  • 100 g Haferflocken, Feinblatt
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 80 g Kokosöl, Zimmertemperatur (plus etwas mehr zum Ausreiben der Backform)
  • 2 EL Ahornsirup, Grad A
  • 1/3 TL Salz

 

Den Backofen auf 180 °C vorheizen.

 

Die Erdbeeren waschen, den Strunk entfernen und die Beeren je nach Größe in Hälften oder Viertel schneiden. In einer Schüssel mit Zitronensaft, Ahornsirup, Salz und etwas schwarzem Pfeffer vermischen. 

 

Für das Crumble alle Zutaten in einer Schüssel miteinander vermischen. 

 

4 kleine Ofenförmchen oder eine 25-cm-Springform mit Kokosöl ausreiben. Die marinierten Erdbeeren einfüllen und das Crumble mit einem Löffel oder mit den Händen darauf verteilen. 

 

Ca. 25 Minuten backen. Je nach Ofen kann es sein, dass die Oberfläche des Crumbles am Ende der Backzeit noch hell ist. In diesem Fall auf Oberhitze und Umluft umschalten und ca. 3–5 Minuten backen bis die Oberfläche gebräunt ist.

 

Warm servieren (Du kannst das Crumble auch später noch mal aufwärmen). Dazu schmeckt Vanilleeis.

 

Zeitaufwand: 
15 Minuten Zubereitung
25 Minuten Backzeit

 

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27. Mai 2016

6 Kommentare zu “ERDBEERCRUMBLE

  1. Liebe Stefanie!

    Du meine Güte, das klingt schon wieder so unglaublich lecker!
    Das Crumble wird es bei uns die Woche ganz sicher noch zum Schlemmen geben, wie immer leicht abgewandelt, damit ich es auch vertrage. Der Tipp statt Mandeln Erdmandeln zu verwenden hat mir jetzt schon öfters weitergeholfen. Danke nochmal dafür!

    Deine Pancakes hab ich übrigens wirklich gleich am nächsten Morgen gemacht und seitdem immer wieder. Erst heute die doppelte Menge, weil wir das letzte Stück immer dritteln mussten, damit jeder noch was abbekommt. 😉

    Dein Beitrag spricht mir heute aus dem Herzen. Die guten Dinge kommen ganz von selbst und wenn es wirklich passt, geht alles leicht von der Hand. Genau mit dieser Überzeugung beginnt sich gerade mein Leben zu ändern und ich bin fest davon überzeugt, am Ende kommt was richtig Gutes dabei heraus.

    Ganz liebe Grüße!
    Astrid

  2. Liebe Astrid,

    vielen Dank für Deine Nachricht! Schön, dass Euch die Pancakes auch so gut schmecken! Bei mir gibt es sie auch mindestens einmal pro Woche. Und dass ich Dir mit dem Erdmandeltipp helfen konnte, freut mich! Alternativ könntest Du das Crumble auch mit Kokosflocken anstatt gemahlenen Mandeln ausprobieren.

    Einen ganz lieben Gruß und alles Gute und viel Leichtigkeit (oder Flow) wünsche ich Dir für diese Phase im Leben!

    Deine Stefanie

  3. Liebe Stefanie,
    dieses Crumble – ich habe es ausprobiert und allein schon bei der Erinnerung an den Geschmack und den Genuss drifte ich lächelnd ab (und höre mich leise „mmmmh“ machen)… Ein wunderbares Rezept, vielen Dank!
    Dein Text hat mir auch sehr gut gefallen, man vergisst in der Tat oft, das Einfache zu sehen und sich dem Fluss der Welt hinzugeben, weil man sie sich verkompliziert durch vieles „Zerdenken“. Danke also auch für den Text 🙂
    Ich wünsche dir einen schönen Sommeranfang,
    alles Liebe,
    Nadja

    • Liebe Nadja,

      vielen Dank für Deine liebe Nachricht! Wie schön, dass Dir das Crumble auch so gut geschmeckt hat! Und danke für Deinen Kommentar zum Text. Ja, auch wenn es manchmal ungewohnt erscheint, so ist der leichte Weg oft doch der richtige ;–)

      Einen ganz lieben Gruß und auch Dir einen schönen Sommeranfang!
      Deine Stefanie

  4. Liebe Stefanie,

    was für ein gutes Thema – Erdbeeren – ein Geschenk der Natur. Am liebsten essen wir sie frisch gepflückt, sonnenreif und süß. In der Kindheit gab es sie an heißen Tagen auf kalter Vanille-puddingsuppe. Gerne auch auf Tortenboden (Mürbeteig) mit Sahne. Jetzt essen wir sie morgens im Müsli, bei Hitze auch als kalte Hauptmahlzeit mit ohne alles. Die kleinen Lieblinge sind lecker, gesund und nahrhaft.
    Den Geschmack des Crumble habe ich jetzt schon auf der Zunge. Das mache ich gleich morgen, und freue mich jetzt schon darauf.
    Vielen Dank für das Rezept.
    Herzliche Grüße und kommt gut in den Sommer!

    • Liebe Hildegard,

      stimmt, frisch gepflückte Erdbeeren wecken auch bei mir sofort Kindheitserinnerungen!

      Ich hoffe, das Crumble hat Dir gut geschmeckt!

      Einen lieben Gruß
      Stefanie

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