RÜBLI-GUGELHUPF
Kuchen im Miniformat

Kürzlich fragte mich ein Freund und Arbeitskollege, bei welcher meiner Tätigkeiten „die meiste Energie fließt“. Zuerst mal fand ich seine Ausdrucksweise gut … denn ist es nicht so? Bei bestimmten Dingen fließt unsere Kraft und Konzentration ganz automatisch, so dass wir Zeit und Raum vergessen, während wir uns bei anderen bemühen und überwinden müssen. Ganz spontan antwortete ich: in der Küche und ganz speziell beim Backen. Backen ist etwas, auf das ich morgens um 8 Uhr schon Lust habe. Und dann tue ich es oft auch. Denn Backen ist auf so vielen Ebenen tief befriedigend: es ist kreativ (gerade wenn man es auf gesunde Weise tut), es ist sinnlich, es riecht gut, es schmeckt gut, es macht uns selbst und die Menschen um uns herum glücklich und es ist etwas besonderes und macht aus einem normalen Tag ein kleines Fest.

 

Meine kleinen Rübli-Gugelhupfe eignen sich besonders gut für einen Sonntagbrunch im Frühling. Rüblitorte und Rüblikuchen gehören zu meinen absoluten Lieblingen. Und da ich als Kind immer besonders fasziniert von den kleinen Marzipankarotten auf der Schweizer Rüblitorte war, dürfen auch die natürlich nicht fehlen. Sie bestehen aus einem super einfachen Marzipanrezept (ja, selbstgemachtes Marzipan, das in 5 Minuten hergestellt ist!), das auf natürliche Weise gefärbt wird. Du kannst die Gugelhupfe übrigens auch glutenfrei herstellen. Dafür nutzt Du einfach das glutenfreie Mehl von Schär oder meine glutenfreie Mehlmischung (Rezept ganz unten im Beitrag). 

 

Hier also das Rezept. Frühling, Du kannst jetzt kommen!

 

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Für 12 Mini-Rüblikuchen:

 

Für den Teig:

  • 200 g Dinkelmehl, Type 1050 (alternativ: Schär glutenfreies Mehl oder meine glutenfreie Mehlmischung, siehe ganz unten)
  • 60 g Kokosraspeln (plus 1 Esslöffel zum Bestreuen der gebackenen Kuchen)
  • 2 TL Weinstein-Backpulver
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Ingwerpulver
  • 3/4 TL Salz
  • Abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
  • 200 g Karotten, fein geraspelt
  • 60 g Rosinen
  • 150 ml Ahornsirup, Grad A
  • 150 ml Olivenöl  
  • 4 EL Apfelmus, ungesüßt

 

Für den Guss:

  • 50 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • 50 ml Ahornsirup, Grad A

 

Für 12 Marzipan-Rüblis:

  • 50 g blanchierte, gemahlene Mandeln
  • 1 EL Ahornsirup, Grad A
  • 1 TL helles Mandelmus
  • Optional: ein paar Tropfen Bittermandelöl für den extra Marzipangeschmack
  • 1/4 TL Kurkumapulver
  • 1 Messerspitze Chlorella-, Spirulina- oder Moringapulver

 

Den Backofen auf 180 °C vorheizen.

 

Alle Zutaten für den Teig in einer großen Rührschüssel vermischen.

 

Zwei Silikon-Mini-Gugelhupf-Formen (12 Förmchen insgesamt) kurz mit Wasser auswaschen und mit Teig befüllen. Alternativ eine 12er-Muffinform mit Papierförmchen auskleiden und mit dem Teig befüllen. 20–25 Minuten backen. Zum Ende der Backzeit den Stäbchen-Test machen: Der Teig ist dann fertig gebacken, wenn ein hineingestochenes Holzstäbchen ohne Teigspuren wieder herausgezogen werden kann.

 

Während die Gugelhupfe im Ofen sind, den Guss vorbereiten. Dazu Zitronensaft und Ahornsirup in einem kleinen Topf erhitzen und auf niedriger Stufe ca. 8–10 Minuten köcheln lassen, bis sich die Flüssigkeit reduziert hat und leicht sämig wird.  

 

Die Gugelhupfe aus dem Ofen nehmen und in der Form ca. 10 Minuten abkühlen lassen. Dann vorsichtig aus der Form lösen, auf einen großen Teller geben, mit dem Guss bestreichen und mit dem restlichen Esslöffel Kokosraspeln bestreuen. 

 

Für die Marzipan-Rüblis die gemahlenen Mandeln mit Ahornsirup und Mandelmus glatt vermischen. Es sollte eine leicht formbare Masse entstehen. 2/3 der Marzipanmasse mit Kurkumapulver sorgfältig vermischen. Den Rest mit Chlorella-, Spirulina- oder Moringapulver einfärben. Beide Marzipansorten in 12 Stücke aufteilen. Das orangefarbene Marzipan in Karottenform bringen. Das grüne Marzipan zu kleinen Kegeln formen und beide Teile zu Karotten sorgfältig zusammendrücken. Erst kurz vor dem Servieren in die Mulde der Gugelhupfe stecken, da es sonst sein kann, dass das Karottengrün nach einiger Zeit der Schwerkraft nachgibt und abbricht …

 

Zeitaufwand:
30 Minuten Zubereitung
25 Minuten Backzeit

 

 

Meine glutenfreie Mehlmischung (für das Rüblirezept 200 g davon abwiegen und gegen das Dinkelmehl austauschen):

  • 250 g Vollkornreismehl
  • 100 g Hirsemehl
  • 150 g Kartoffelstärke
  • 50 g Maisstärke 

 

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26. März 2016

13 Kommentare zu “RÜBLI-GUGELHUPF

  1. Wir haben den Kuchen gerade genossen. Nicht allen schmeckt das Olivenöl im Kuchen und weil wir ihn in einer größeren Form gebacken haben, musste er ca. 20 Minuten länger backen. Aber er ist sehr saftig geworden. Danke für das Rezept!

    • Liebe Christin, danke für Deine Rückmeldung! Ihr könntet das Olivenöl auch gegen ein anderes Öl austauschen, das Euch besser schmeckt, das ist kein Problem. Ich selbst mag den leicht herben Geschmack ganz gern im Kuchen. Einen lieben Gruß!

  2. Rosa voller Oster-Inspiration, Marzipan-Karotten werden zu Entchen… Ich schick dir noch ein Foto.
    Es duftet herrlich aus dem Backofen und wir freuen uns auf deine Rübli-Kuchen. Vielen Dank für das Rezept! Julia

  3. Liebe Stefanie,bei einer Einladung zum Osterbrunch gab es Deine köstlichen Minigugelhupfe. Sie schmecken wunderbar und könnten auch bei Diäten empfohlen werden, denn : mehr als einen oder zwei schafft man nicht, dann ist man satt !Für mich außerordentlich gut geeignet …

  4. Hallo! 🙂

    Kann man auch ein anderes Mehl nehmen anstatt Hirsemehl und Reismehl anstatt Vollkornreis Mehl?

    Ich bekomme hier nur Reismehl und Buchweizenmehl.:-/

    Liebe Grüße,
    Steffi

    • Liebe Steffi,

      das Vollkornreismehl kannst Du auf jeden Fall auch gegen Reismehl ersetzen. Ich habe noch nicht ausprobiert, das Hirsemehl zu ersetzen, aber ich denke, Du müsstest es gut gegen Buchweizenmehl austauschen können. Dann erhältst Du einen etwas nussigeren Geschmack, der mehr an „Vollkorn“ erinnert.

      Liebe Grüße
      Stefanie

  5. Liebe Stefanie,
    endlich das nächste Rezept von dir ausprobiert. Und ich muss auch gleich schon zugeben: ich bin ein schamloser Rezept-Änderer! Aber in diesem Fall sind die Änderungen mit Ressourcen-Schonung zu begründen 😉 und da ich keine Gelegenheit zum Einkaufen hatte, musste sowieso der Vorrat herhalten:
    Rapsöl statt Olivenöl,
    Ahornsirup hatte ich zuwenig, daher teilweise durch Kokosblütenzucker ersetzt.
    Apfelmus mag niemand bei uns, deswegen ein Glas zu kaufen und den Rest wegzuwerfen, fände ich Verschwendung, daher 3 Eier genommen. Rosinen waren alle, also ersatzlos gestrichen. Ein paar Tropfen ätherisches bio-Zitronenöl in Lebensmittelqualität haben den Zitronenabrieb ersetzt. Guss und Marzipan mussten ebenfalls entfallen, mir fehlten die Zutaten. Aber ich glaube dass der Kuchen trotz meiner Improvisation immer noch deine Handschrift trägt. Jedenfalls ist das Ergebnis fantastisch, unglaublich saftig und schmeckt auch im Herbst 😉 auch wenn der Kuchen durch den Wegfall von Guss und Rosinen vielleicht noch etwas Süße vertragen hätte können.
    Und eines kann ich bestätigen: er macht nicht nur satt, sondern auch unglaublich zufrieden! Ideal also als Nascherei für Diäten!
    Vielen lieben Dank fürs Rezept!
    Herzliche Grüße
    Marion

    • Liebe Marion,

      das freut mich sehr, dass Dir das Rezept gut geschmeckt hat! Und austauschen und abändern mache ich auch immer wieder gern, auch mit meinen eigenen Rezepten, je nachdem, was ich gerade im Haus habe. Und manchmal kommt man ja so auch auf neue Ideen und Geschmäcker.

      Einen ganz lieben Gruß und hab noch ein schönes Wochenende
      Stefanie

  6. Liebe Stefanie,
    beim Rumlungern auf deinem Blog habe ich diese Frühlings-Boten entdeckt und gestern sofort gebacken (allerdings ohne Guss, ich fand sie schon ohne recht süß). Nun mache ich die goldigen Karöttchen (zum Glück hat meine Mutter mir schon in jungen Jahren beigebracht, wie fix Mandeln blanchiert sind und ich war schon als Kind fasziniert davon, wie einfach die Schale auflutscht, nur wenn die Mandeln kurz gekocht haben).
    Dickes Dankeschön, hach, ich werde wohl nie alle Schätze hier geborgen haben, sondern immer noch ein Goldstück finden, das mich dann glücklich macht und einen festen Platz auf unserem Speisezettel findet.
    Herzlichste Grüße aus dem mal wieder grau-feuchten Berlin
    Barbara

    • Hallo liebe Barbara,

      wie schön, von Dir zu hören! Gerade habe ich den neuen Beitrag online gestellt. Schön, dass Du die Rüblis entdeckt hast! Ich finde, sie passen perfekt in genau diese Zeit vor Ostern.

      Hab ein schönes und entspanntes Wochenende.
      Liebe Grüße nach Berlin!
      Stefanie

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