Pflaumen-Muffins
Mit Rosmarin und Schokolade

Meine größte Inspiration beim Kochen und Backen ist der Gang über den Wochenmarkt. Es gibt einfach nichts, was mich mehr dazu anregt, in die Küche zu gehen und etwas Gutes zuzubereiten als ein gartenfrisches Gemüse oder eine Frucht, die direkt vom Baum kommt. In meiner Küche geht es immer darum, gute, natürliche Lebensmittel in den Mittelpunkt zu rücken und sie bestmöglich in Szene zu setzen. Natürlich bedeutet das, dass man beim Einkaufen auf Qualität und Reife achten muss. Denn aus einer unreifen Tomate kann man keinen leckeren Tomatensalat machen und aus einer steinharten Pflaume keinen köstlichen Kuchen. 

 

 

Bei uns auf dem Land auf Mallorca ist es sehr einfach, saisonal zu kochen. Denn auf dem Wochenmarkt oder in unserer Bauernkooperative bekommen wir meist nur das, was gerade in der Umgebung wächst. Oft genug finde ich auch auf meinem morgendlichen Hundespaziergang eine leckere Zutat, die wild am Wegesrand wächst. Im Winter sind das Orangen und Zitronen, im Frühling zarter grüner Spargel und süß-saure Mispeln, im Spätsommer Feigen und wenn man Glück hat, auch ein paar Pflaumen.

 

 

Kürzlich habe ich in unserem Garten einen wilden Pflaumenbaum entdeckt. Dazu muss man wissen, dass Grundstücke auf dem ländlichen Mallorca sehr sehr groß sind. Das macht auch Sinn, weil die Besiedelung dadurch gering ausfällt, was sich wiederum positiv auf Natur und Tiere auswirkt. Jedenfalls kann es deshalb dazu kommen, dass wir in unserem Garten ab und zu etwas neues finden. Der Pflaumenbaum hatte vorher nie Früchte getragen, sich in diesem Jahr allerdings für Fruchtbarkeit entschieden. Klar, dass ich die wilden Früchten angemessen verarbeiten wollte. Und was gibt es besseres als Pflaumenkuchen an einem Spätsommertag? Da Rosmarin direkt neben unserem Pflaumenbaum wächst und sich die beiden gut zu verstehen scheinen, kam der Rosmarin auch gleich mit in die Rührschüssel. Noch etwas Schokolade, denn Pflaumen und Schokolade sind eine wunderbare Kombi. Ich entschied mich, statt eines Kuchens Muffins zuzubereiten und ein paar davon einzufrieren. Ich taue die Muffins dann vollständig auf, heize den Ofen auf 200 °C, befeuchte sie mit etwas Wasser und backe sie ein paar Minuten auf. So schmecken sie wie frisch gebacken. 

 

 

Food Pharmacy Pflaumen

 

Pflaumen fördern die Verdauung und wirken gegen Verstopfung. Diese Wirkung verdanken sie hauptsächlich den Pektinen, die in der Schale sitzen. Pektine sind Ballaststoffe, die eine starke Quellfähigkeit haben, dadurch einen Reiz auf den Darm auslösen und die Darmbewegung verstärken, was zu einer besseren Verdauung führt. Darüber hinaus helfen Pektine dabei, Schwermetalle zu entgiften. 

 

 

Die blaue Farbigkeit der Pflaumen weist darauf hin, dass sie reich an den sekundären Pflanzenstoffen namens Anthocyanen sind. Sie befinden sich in der Schale und im Fruchtfleisch der Pflaume und haben eine entzündungshemmende Wirkung und stärken das Immunsystem. Auch haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Anthocyane eine positive Auswirkung auf die Genexpression haben. Das heißt, dass sie jene Gene aktivieren, die dem Körper Schutz bieten und solche Gene blockiert, die Schaden anrichten können. 

 

Und nun meine Frage an Dich: Woher holst Du Dir Deine Inspiration zum Kochen? Und hat Dich ein besonders schönes Stück Gemüse oder Obst auch schon mal dazu animiert, direkt in die Küche zu gehen und mit dem Kochen/Backen zu beginnen?

 

 

 

Pflaumen-Muffins

Vegan, optional glutenfrei, ohne raffinierten Zucker

 
Zutaten für 12 Muffins:

 

  • 200 g Dinkelmehl, Type 1050 (alternativ: meine glutenfreie Mehlmischung)
  • 60 g gemahlene Mandeln
  • 2 EL frisch gehackter Rosmarin plus ein paar Rosmarinzweige für die Deko
  • 2 TL Weinstein-Backpulver
  • 2/3 TL Salz
  • 100 ml Ahornsirup, Grad A oder C plus 1 EL zum Bestreichen der Muffins
  • 80 g natives Kokosöl, geschmolzen
  • 50 g Zartbitterschokolade, gehackt
  • 150 g Apfelmus
  • 400 g Pflaumen (alternativ: Zwetschgen)

 

*für die glutenfreie Version zusätzlich entweder 1 Ei hinzufügen ODER 3/4 EL gemahlene Chiasamen in 3 EL Wasser auflösen und 5 Minuten quellen lassen. Dann dem Teig hinzufügen. 

 

Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
 
 
Alle Zutaten für den Teig, außer den Pflaumen, glatt vermischen.
 
 
Die Pflaumen in Hälften schneiden, entkernen und in Schnitze schneiden. 
 
 
Eine Muffinform mit Papierförmchen auskleiden. Den Teig auf die 12 Mulden gleichmäßig aufteilen. Die Pflaumenschnitze auf der Oberfläche verteilen. 
 
 
Die Muffins auf der mittleren Stufe 25–30 Minuten backen. Am Ende der Backzeit sollte ein in den Teig gepiekster Zahnstocher sauber wieder heraus kommen. 
 
 
Die Muffins aus dem Ofen nehmen und die Oberfläche mit Ahornsirup bestreichen. 
 
 
20 Minuten abkühlen lassen, dann aus der Muffinform lösen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.
 
 
Zeitaufwand: 
ca. 40 Minuten
 
 
 
 
 

17. September 2021

5 Kommentare zu “Pflaumen-Muffins

  1. Liebe Stefanie,
    Dein Rezept klingt super lecker.
    Eine Frage, du schreibst, ….Die Pflaumenschnitze mit der Hautseite nach oben auf der Oberfläche verteilen…. Auf den hübschen Fotos ist die Haut jedoch nach unten. Oder habe ich das falsch verstanden?
    Viele, herzliche Grüsse aus der Schweiz und danke für deine tollen Rezepte.
    Sabine

  2. Liebe Stefanie,
    eigentlich übernimmt mein Mann bei uns immer das Backen, aber bei deinen Pflaumen-Muffins konnte ich nicht anders, als direkt selber loszulegen… Die Eigeninitiative hat sich gelohnt – mein Mann hat sich total gefreut und die Muffins waren köstlich 😋. Danke für das köstliche und leicht umzusetzende Rezept!
    Herzliche Grüße,
    Katja

  3. Liebe Stefanie,
    das ist so lustig: als du das Rezept gepostet hattest, habe ich gerade zweimal deinen Rosmarin-Zwetschgen-Kuchen als Muffins gebacken. Nun kann ich mir das hervorragend mit Schokolade vorstellen, passt bestimmt super! Mache ich beim nächsten Mal. Vielen Dank für den schönen Twist.
    Ja, ich lasse mich immer wieder inspirieren, gerade durch Zwetschgen, Quitten, Saisonobst und -gemüse, das wir oft frisch vom Acker holen. Ach, apropos: die Edamame waren eine kleine Enttäuschung, da nur sehr wenige Schoten gewachsen sind. Aber immerhin mehr als letztes Jahr.
    Sei herzlich gegrüßt, deine Barbara

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