Süßkartoffel-Muffins
Ein herzhaftes Gebäck

In den letzten Wochen und Monaten haben Thomas und ich intensiv an einem spannenden neuen Wellcuisine-Projekt gearbeitet, das auch bald fertig ist (mehr dazu in Kürze!). Deshalb ist der Beitrag letzte Woche ausgefallen und diese Woche etwas später dran als sonst. Im gleichen Zuge habe ich mal wieder einige Selbsttests mit Ernährung gemacht und einige Zeit noch viel „cleaner“ und basischer gegessen als sonst und dabei Schwarz- und Grüntee, Kaffee, Alkohol, Mehlspeisen, Süßes und Milchprodukte komplett weggelassen. Eigentlich lädt die Corona-Zeit ja eher dazu ein, sich mit Essen und Trinken über das Fehlen von Kontakten und Aktivitäten zu trösten, aber ich fand es interessant, wie einfach es mir fiel, gerade jetzt eher spartanisch zu essen und zu trinken. Gleichzeitig freute ich mich gestern wie ein Schneekönig über meine erste Tasse grünen Tee. 

 

 

Beim Essen zeigt sich, was fürs ganze Leben gilt: Es schmeckt besser, wenn wir hungrig sind. Auf eine Zeit des Fastens und Minimierens folgt wieder eine Zeit der Fülle und des Genusses. Auf eine Zeit der Stille folgt eine der Lebendigkeit. Auf Einsamkeit folgt Nähe. Auf Aktivität folgt Ruhe. Das ist die natürliche Wellenbewegung des Lebens, die wir im Alltag aber immer wieder gern vergessen, obwohl alle anderen Wesen der Natur sich an dieses Prinzip halten. Meine Hündin zum Beispiel schläft und döst ca. 21 Stunden am Tag. In den restlichen 3 Stunden ist sie dann aber voll da und eine echte Rakete. Tiere fasten, wenn sie zu viel gegessen haben oder sich unwohl fühlen. Nur unser menschliches Leben erzeugt die Illusion, dass wir ständig aktiv sein und immer konsumieren sollten – einfach, weil es möglich ist. Was auf Dauer natürlich zu Ermüdung und Abstumpfung führt.

 

 

In den letzten Wochen war das anders. Durch die Corona-Krise fiel die ganze äußere Ablenkung weg. Wir waren auf unser Zuhause begrenzt und auf eine viel simplere Form des Lebens. Wir befinden uns immer noch in einer sozialen Fastenzeit, die mir sehr bewusst macht, wie köstlich der Kontakt zu meinen Freunden ist und wie wunderbar ein sorgenloser Abend in einem Restaurant. Ich habe auf jeden Fall einen sehr gesunden Hunger auf all diese Dinge entwickelt und ich bin mir sicher: genauso wie die erste Tasse Tee nach einer Zeit der Begrenzung, so gut wird mir auch das langsam erwachende Leben wieder schmecken. Dir auch?

 

Da ich diese Woche noch nichts Süßes esse, habe ich mir leckere herzhafte Muffins gebacken, die viele gute Zutaten enthalten, die wunderbar miteinander harmonieren: Süßkartoffeln, Kreuzkümmel, Koriander und geröstetes Sesamöl (das Du hoffentlich spätestens seit dem letzten Beitrag besitzt). Sie schmecken lecker, wenn sie noch leicht warm sind, oder frisch getoastet in den Tagen darauf.  

 

Und nun meine Frage an Dich: wie steht es um Deinen Hunger nach Leben? Schätzt Du Deine sozialen Kontakte auch noch mehr als zuvor? Wie ist die Wetterlage in Deinem Leben? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unter diesem Beitrag!

 

 

 

Herzhafte Süßkartoffel-Muffins

 

Für 12 Stück:

 

Für den Teig:

  • 300 g Süßkartoffeln, geschält und klein gewürfelt
  • 1/2 EL Olivenöl
  • 250 g Dinkelvollkornmehl
  • 1 TL plus 1/4 TL Salz
  • 2 TL Weinstein-Backpulver
  • 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/2 TL gemahlener Koriander
  • 150 ml Wasser
  • 130 ml Olivenöl
  • 1 EL geröstetes Sesamöl

 

Zum Bestreuen: 

  • 1,5 EL Kürbiskerne
  • 1,5 EL Sonnenblumenkerne

 

Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. 

 

Die gewürfelten Süßkartoffeln in einer Schüssel mit 1/2 EL Olivenöl vermischen. Auf einem mit Backpapapier ausgelegten Backblech gleichmäßig verteilen und 15–20 Minuten backen, bis sie gar sind. 

 

In der Zwischenzeit alle Zutaten für den Teig in einer Schüssel vermischen. 

 

Die gebackenen Süßkartoffeln mit einer Gabel zu Mus zerdrücken (kann aber ruhig noch etwas stückig sein) und unter den Teig mischen. 

 

Eine Muffinform mit 12 Mulden mit Papierförmchen auskleiden und den Teig gleichmäßig auf die Förmchen aufteilen. Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne zum Bestreuen in einer Schüssel vermischen und auf der Oberfläche der Muffins verteilen und leicht andrücken. 

 

Die Muffins ca. 25 Minuten backen. Der Teig ist fertig gebacken, wenn ein hinein gepikster Zahnstocher wieder sauber herauskommt.

 

Die Muffins 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann mitsamt Papierförmchen aus der Form nehmen und komplett abkühlen lassen (oder direkt warm servieren). 

 

Zeitaufwand:
ca. 50 Minuten

 

9. Mai 2020

10 Kommentare zu “Süßkartoffel-Muffins

  1. Lecker, liebe Stefanie, die gibt’s gleich heute Abend. Wenn noch Susskartoffeln eingefroren sind, ist alles im Haus. Das stimmt was du uber die Wellenbewegung des Lebens sagst, nur vergesse ich das auch immer wieder… Lili ist mir ab jetzt ein gutes Vorbild mit ihrem Rhythmus,) Ich bin schon gespannt auf das neue wellcuisine Projekt. Und hatte tatsächlich auch überlegt, ob jetzt nicht eine passende Zeit zum reduzieren der Ernährung ist. Naja, ich hab ja noch Zeit, ich bleib ja noch länger im lockdown…
    Sesamöl ist gerade in größerer Menge geliefert- wie konnte ich so lange ohne auskommen???
    ganz herzliche Grüße deine Barbara

    • Liebe Barbara,

      ahh, da hoffe ich, dass die Süßkartoffeln noch im Tiefkühlfach sind und Du die Muffins heute ausprobieren kannst! Ich wüsste auch nicht, was ich ohne geröstetes Sesamöl tun würde! Bei uns gab es gerade heute ein Stir Fry, nur dieses Mal mit breiten Braune-Reis-Nudeln … und natürlich dem Öl!

      Liebe Grüße und Euch ein schönes Wochenende
      Stefanie

  2. Liebe Stefanie, das ist ja interessant mit deiner Fastenzeit. Genau auf diese Dinge (bis auf die Mehlspeisen) möchte ich ab Montag auch bis zu meinem Geburtstag im Juli verzichten. Wie ist es dir denn damit ergangen? Ansonsten freue ich mich auch, wenn das soziale Fasten wieder vorbei ist, stelle aber auch fest, dass ich es zum Teil genieße, mehr Zeit zuhause zu haben. Vielen Dank für deine stets so inspirierenden Blogbeiträgend die tollen Rezepte, die so gut wie immer nach meinem Geschmack sind 🙂 Viele Grüße, Julia
    PS: Obwohl ich nie ein Kreuz für die Benachrichtigung mache, bekomme ich immer jeden Kommentar per Mail. Manchmal ist das dann doch sehr voll in meinem Postfach. Vielleicht könntest du das noch mal überprüfen …

  3. Liebe Julia,

    das ist ja interessant, dass Du gerade das selbe vorhast mit dem Fasten! Ich mache das sehr regelmäßig, weil es mir immer wieder hilft, in ein gutes Gleichgewicht zu kommen und ungesunde Gewohnheiten, die sich immer mal wieder einschleichen, zu ändern. Mir fällt das in der Regel sehr leicht. Am ersten Tag habe ich meistens leichte Kopfschmerzen, aber dann fühle ich mich klar, fokussiert und gut.

    Einen ganz lieben Gruß!
    Stefanie

    PS: das ist ja doof mit den Benachrichtigungen. Wir hatten das Problem schon mal und dachten, es wäre gelöst. Hilft es denn, wenn Du auf den Link in einer der Benachrichtigungs-Mails klickst, dass Du das Abo der Benachrichtigungen stoppen möchtest? Ich kümmere mich auf jeden Fall darum (also meine Programmiererin Anfang der Woche ;–)

  4. Liebe Stefanie,
    wenn ich das Rezept für die Muffins ausdrucken möchte, erscheinen nicht die Muffins als Bild, sondern das Stir von letzter Woche.
    Kannst Du das ändern? Das richtige Bild zum Rezept wäre doch schöner.
    Danke und liebe Grüße
    Monika

  5. Liebe Stefanie,
    da ich ja so ein einge“fleischter“ Süßkartoffelfan bin und diese fast täglich in irgendeiner Form auf meinem Teller landen, möchte ich ganz herzlich danke sagen für das leckere Rezept!
    Zwar musste ich durch fünf Läden rennen, um das geröstete Sesamöl zu bekommen, was mit Maske wahrlich kein Vergnügen ist, aber dieser Duft beim Aufmachen der Flasche war einfach überwältigend!
    Dass ich das bisher nicht kannte,tsssss…..
    Eine gute Zeit noch und viele Grüße!

  6. Hallo Stefanie.

    Ich habe es genau umgekehrt gemacht. Du weißt ja, dass es seit fast zwei Jahren zu meinem Leben gehört nur einmal am Tag zu essen und einmal die Woche 48 Stunden nichts zu trinken und zu essen. Sehr wenig Alkohol, kein Kaffee, kein Tee. Das tut mir persönlich total gut und bringt mir viel Energie. Aber leider ist mir das in der Corona Zeit mit zwei Kindern sehr schwer gefallen. Das Fasten überhaupt und der Alkoholkonsum wurde auf ein bis zwei Gläser, oder eine Flasche Bier täglich erhöht. Zum Ausgleich habe ich sehr viel Sport getrieben. Freunde haben wir heimlich ein bis vier mal trotzdem besucht. Bitte nicht weiter sagen. 😉 ABER jetzt sehne ich mich wieder nach unserer normalen Routine. Das Fasten fehlt mir und ich habe diese Woche wieder angefangen. Deshalb gibt es morgen auch deine Muffins. Ich bin schon gespannt, aber ich denke sie werden uns schmecken. Liebe Grüße nach Mallorca Carmen

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