Geröstete Thymian-Knoblauch-Pommes
Und was Kartoffeln aus Heidi Klums Hintern gemacht haben

Ofen-Pommes, Rösti, Kartoffelbrei, Bratkartoffeln, Gratin, Pellkartoffeln, Tortilla … sind Kartoffeln nicht was Wunderbares? Um ehrlich zu sein: ich könnte jeden Tag Kartoffeln essen. Dabei finde ich Kartoffeln nicht nur lecker, sondern habe auch das Gefühl, dass sie mir gut tun. Tatsächlich wurden Kartoffeln immer als gesundes Lebensmittel angesehen – bis, ja bis in den letzten Jahren die Kohlenhydrat-Hysterie ausbrach. Da haben natürlich auch die Kartoffeln ihr Fett weggekriegt – oder nee, Fett war ja auch schon verboten! Also jedenfalls wurde die Kartoffel plötzlich mit anderen Augen gesehen. Ich erinnere mich noch an ein Interview mit Heidi Klum, in dem sie der Kartoffel die Schuld für ihren „deutschen Hintern“ gab. Wobei ich sagen muss, dass es abschreckendere Beispiele als Heidi Klums Hintern geben müsste, um mich von der Kartoffel abzubringen. Aber das nur nebenbei.

 

 

Jedenfalls irritiert es mich immer, wenn mir jemand sagt, dass er abends keine Kartoffeln isst wegen der Kohlenhydrate. Da würde ich gerne zu einem langen Vortrag über gute und schlechte Kohlenhydrate anstimmen. Weil ich mich damit aber selbst schon langweile, erspare ich Dir den jetzt. Stattdessen würde ich viel lieber gemütlich mit Dir in der Küche sitzen und in meinen alten Büchern blättern und Dir ein paar Passagen über die gute Kartoffel vorlesen. Was meinst Du?

 

 

Also hör zu. Da steht …

 

… Kartoffeln wirken entzündungshemmend

Generell hat die Kartoffel eine neutrale thermische Energie. Das heißt, sie wirkt weder kühlend noch wärmend auf den Körper. Kartoffeln wurden schon immer benutzt, um Entzündungen zu heilen. Dies kann sowohl äußerlich, über die Anwendung von Kartoffelsaft, passieren oder auch in der innerlichen Anwendung. Bei Magen-Darmbeschwerden und Sodbrennen empfiehlt die alte Heilkunde, zweimal täglich vor den Mahlzeiten je 100 ml ganz frisch gepressten Saft von Bio-Kartoffeln (ohne grüne Stellen oder Druckstellen) zu trinken. Bei Magen-Darmerkrankungen hat sich Kartoffelbrei bewährt, der Säure und Gifte bindet und so den Bauch beruhigt. 

 

 

… Kartoffeln sind basisch

Die basische Wirkung der Kartoffel hilft, den Körper sanft zu entsäuern und somit Beschwerden wie Arthritis oder Rheuma zu verbessern.

 

… Kartoffeln nähren den Körper ganzheitlich

Im Zweiten Weltkrieg machten zwei dänische Wissenschaftler einen aus der Not geborenen Test: sie ernährten sich für drei Jahre ausschließlich von Kartoffeln und notierten ihre Erfahrungen dabei. Es zeigte sich, dass beide bis zuletzt bei guter Gesundheit waren und keine erkennbaren Mangelerscheinungen hatten. Daraus schlossen sie, dass Kartoffeln eins der „vollständigsten“ Lebensmittel überhaupt seien. Im 18. Jahrhundert erkannte man, dass zur Vorbeugung von Skorbut bei Seeleuten (einer Vitamin-C-Mangel-Erkrankung) nicht nur Zitrusfrüchte helfen, sondern auch Kartoffeln und Sauerkraut, die fortan auf keiner Schiffsladung mehr fehlen durften. 

 

 

… Kartoffeln wirken beruhigend

Bestimmt hast Du schon mal die erdende Wirkung eines Kartoffelgerichts gespürt. Und ja, in der traditionellen Chinesischen Medizin wird der Kartoffel eine Yin-Fördernde Wirkung nachgesagt, was bedeutet, dass sie beruhigt und unsere rezeptive, aufnehmende, nährende Seite unterstützt. Deshalb wirkt die Kartoffel ganz besonders heilsam in Situationen, in denen wir „durch den Wind“ sind und Erdung benötigen. Zum Beispiel nach einer Reise oder wenn wir unter Jetleg leiden, aber auch wenn wir uns gestresst fühlen oder zu viel am Computer gearbeitet haben. 

 

 

Und nun zum Rezept

Pommes sind was Herrliches. Vor allem dann, wenn man sie im Ofen zubereitet und sie mit so gesunden Zutaten wie Thymian und Knoblauch anreichert. Thymian ist zu jeder Jahreszeit ein tolles Kraut, aber jetzt schützt er auch noch vor Erkältungskrankheiten und pflegt die Atemwege. Perfekt. Der Knoblauch gibt dem ganzen den letzten kleinen Kick in Richtung „da könnt ich mich reinlegen“. Du kannst die Pommes alleine essen, Du kannst sie als Teil einer größeren Mahlzeit servieren oder einfach noch ein Töpfchen Erbsen-Mayonnaise dazu servieren. Jede Variante wird zu einem Happy End führen. Versprochen.

 

Und nun meine Frage an Dich: liebst Du Kartoffeln? Und in welcher Variante magst Du sie am liebsten? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unter diesem Beitrag!

 

 

 

Geröstete Thymian-Knoblauch-Pommes

 

Für 2 Personen:

 

Für die Pommes:

  • 800 g vorwiegend festkochende Kartoffeln
  • 2 EL Olivenöl
  • 2/3 TL Salz

 

Für die Thymian-Knoblauch-Mischung:

  • 1/2 EL Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen, geschält und fein gehackt
  • 2 EL Thymianblättchen

 

 

Wellcuisine-Tipp: Zu den Pommes passt diese Erbsen-Mayonnaise besonders gut. 

 

Den Backofen auf 200 °C Umluft und Oberhitze vorheizen.

 

Die Kartoffeln schälen und in Stifte (ungefähre Pommesgröße) schneiden. Die Kartoffeln mit Küchenpapier abtupfen, um überschüssige Flüssigkeit wegzunehmen. 

 

Die Kartoffeln in eine Schüssel geben und mit Olivenöl und Salz vermischen. Gleichmäßig und am besten ohne einander zu überlappen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und auf der mittleren Schiene ca. 25–30 Minuten backen. Zwischendurch kontrollieren, denn die Backzeit kann je nach Ofen stark variieren. Wenn die Pommes auf der Oberseite gut gebräunt sind, die Pommes wenden und weitere 10 Minuten backen. Am Ende der Backzeit sollten die Pommes rundum gebräunt und schön knusprig sein. 

 

Für die Thymian-Knoblauch-Mischung das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den gehackten Knoblauch unter Rühren anbraten, bis er leicht gebräunt ist. Thymianblättchen hinzufügen und kurz anbraten, dann vom Herd nehmen. 

 

Die Pommes aus dem Ofen nehmen und noch auf dem Blech mit der Thymian-Knoblauch-Mischung vermengen. 

 

Zeitaufwand: 
ca. 15 Minuten plus 40 Minuten Backzeit

 

27. Februar 2020

14 Kommentare zu “Geröstete Thymian-Knoblauch-Pommes

  1. Liebe Stefanie,

    Oh wie schön … mit gehacktem Knoblauch habe ich die Ofen Pommes noch nie gemacht .. das werde ich morgen gleich ausprobieren .
    Meine Familie und ich lieben Kartoffeln,
    Ob als Gratin , Püree oder Pellkartoffeln oder Ofengemüse .
    Ich mische dann sehr gerne Kartoffeln mit Süsskartoffeln, Fenchel, Zwiebeln , Knoblauch , Kirschtomaten und frischem Rosmarin. Etwas Olivenöl und Salz und dann backen ,noch ein Stück Lachs dazu .. wer mag und die Familie ist glücklich ..

    Ohne Kartoffeln würde uns ganz schön was fehlen ..
    gleich gibt’s Kartoffelpuffer mit Apfelmus..

    Ich wünsche dir und deinem Mann ein schönes Wochenende und freue mich weiter auf deine leckeren Rezepte und deine Anregungen , die mir immer wieder den Alltag versüßen…
    Liebe Grüße Susann

    • Liebe Susann,

      ahh, Du bist auch so eine Kartoffel-Liebhaberin wie ich ! 😉 Deine Ofengemüsemischung mit Lachs klingt sehr lecker! Sowas könnte ich auch immer essen.

      Einen lieben Gruß!
      Stefanie

  2. Ich mag Kartoffeln in allen Varianten. Oftmals backe ich sie auch im Backofen in wechselnden Kombinationen.

    Zuletzt habe ich Kartoffel bruschetta gemacht.

    Große Kartoffeln schälen und in ca 1 cm dicke Scheiben schneiden. In eine Schüssel geben, mit etwas Oliven Öl und Salz und gehacktem rosmarin würzen und einzeln nebeneinander aufs Backpapier legen. Von jeder Seite ca 20 min bei 250 Grad grillen bis sie leicht gebräunt sind und dann wenden.
    Anschließend können die Scheiben nach Bedarf bestrichen werden. Mit verschiedenen Dips, mit gewürfelten Tomaten, oder Pilzen.
    Am besten je nach Vorlieben der Gäste verschiedene Dips vorbereiten und jeder nimmt sich was er will.
    Guten Appetit

  3. Liebe Stefanie,
    meine Mutter erzählte immer, dass sie für mich einen kleinen Steinguttopf mit Sauren Kartoffelrädle gekocht hat, wenn sie mich zur Nachbarin brachte, während sie als Lehrerin arbeiten ging. Obwohl ich angeblich schwer zu ernähren war, habe ich diesen Topf ratzeputz leer gefuttert, mit eineinhalb! Meine schwäbischen Wurzeln erlauben mir, Kartoffeln mit Spätzle zu lieben, Kartoffelsalat, Rösti (gibts morgen!), Schupfnudeln mit Sauerkraut (gabs heute), Thymian-Pommes (gabs gestern mit der himmlischen Erbsen Mayo und deinem köstlichen würzigen Ketchup), Saag Alloh (gibts übermorgen). Du merkst: ich liebe Kartoffeln! Dein Text ist wirklich spannend und informativ, ich habe viel gelernt und meine Liebe zur Kartoffel bekräftigt. Am tollsten allerdings finde ich die Kartoffeln, die wir im Spätsommer von unserem Acker holen, so frische, köstliche Kartoffeln!
    Vielen Dank dir für das Loblied auf die erdende Kartoffel, deine Barbara

    • Liebe Barbara,

      oh toll, dass Ihr eigene Kartoffeln habt, die Ihr ab Spätsommer dann verarbeiten könnt! Besser gehts nicht.

      Kartoffeln mit Spätzle habe ich tatsächlich noch nicht gekannt. Aber bei uns im Badischen isst man zum Beispiel Kartoffelsuppe mit Apfelküchle (also nicht nacheinander, sondern gleichzeitig). Ist auch schräg, aber echt lecker.

      Liebe Grüße
      Stefanie

      • Liebe Stefanie,
        Kartoffelsuppe mit Apfelküchle klingt toll schräg. Muss ich unbedingt mal testen.
        Aber Deine Thymian Pommes sind der Knaller mit der Erbsen-Mayo, die gibts hier häufig, heute mit Frühlingszwiebeln statt Knoblauch mit dem Thymian angebraten. Zum Reinlegen.
        Danke dir und herzlichste Grüße aus dem grauen Berlin, deine Barbara

  4. Das Rezept musste ich gleich ausprobieren, die Pommes sind toll geworden. Thymian mag ich besonders. Sehr lecker zur Erbsenmayo. Ich habe noch gleich ein paar Gemüsesticks mit in den Ofen geschoben. Ob das Rezept auch mit Süßkartoffeln funktioniert?

    • Liebe Katy,

      schön, dass Dir die Pommes mit der Erbsen-Mayo gut geschmeckt haben! Von Süßkartoffel-Pommes aus dem Ofen bin ich immer etwas enttäuscht, weil sie gar nicht knusprig, sondern weich werden. Aber geschmacklich ist es bestimmt trotzdem sehr lecker!

      Liebe Grüße
      Stefanie

  5. Querida Stefanie, hallo in die Runde.
    heute gemacht. K-ö-s-t-l-i-c-h.
    Geht auch mit frischem Knoblauch. Thymian ist genial.
    So schön wie Deine sahen sie nicht aus, aber lecker waren sie allemal.
    Bei mir gab’s wie bei der anderen Dame auch Deinen Ketchup.
    Ich sag nur: TAUSEND DANKE VOM SCHLARAFFENTISCH!
    🙂

    PS: Meine liebste Kartoffelform? KartoffelBREI. Mit und ohne Kümmel. Mit Butter oder vegan. Mit Muskatnus und ohne. Manchmal sogar ohne Salz, wenn die Kartoffel gut ist. Mit mehligen oder festkochenden Kartoffeln.
    Alleine oder mit Kohlrabi oder Karotten oder Zucchini oder Zwiebeln/Knoblauch (alles gebraten). Als Fleischesserin darf auch mal Wurst die Beilage sein.
    Aber am Allerliebsten: Mit einer gehörigen Portion Senf. Schon allein diese Farbkombination macht mich glücklich.

    • Liebe Britta,

      wie schön, dass Dir die Pommes geschmeckt haben! Freut mich sehr!

      Und ja, Kartoffelbrei finde ich auch wunderbar. Das ist so ein richtiges Wohlfühlgericht.

      Viele liebe Grüße
      Stefanie

  6. Ich mag Kartoffeln auch in allen möglichen Varianten. Mache oft ofenpommes. Finde aber nicht immer gute Qualitäten von Kartoffeln
    Herzliche grüsse christine

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