Griechischer Milchreis
Und über kulinarische Erinnerungen

Es gibt Gerichte, die gehen einem nicht mehr aus dem Kopf. Egal, wann man sie zuletzt gegessen hat, ob letzte Woche oder vor zwanzig Jahren – der Geschmack auf der Zunge und das Gefühl beim Essen sind sofort abrufbar. Mein kulinarisches Gedächtnis ist voll von solchen Gerichten. Die Matchatee-Tarte, die ich vor über zwanzig Jahren in Paris probiert habe, die Mousse au Chocolat, die in einem kleinen Restaurant direkt am Tisch aus einer großen Schüssel großzügig auf den Teller gelöffelt wurde, die Koriandersauce am Strand von Gomera, das Zitroneneis in der Zitronenschale im spanischen Dorf meiner Tante, die vietnamesische Suppe im Berlin der 90er Jahre … Eine solche Erinnerung ist für mich auch der griechische Milchreis, den ich mit 18 Jahren während eines Sommerurlaubs auf den Kykladen gegessen habe. Mein damaliger Freund und ich waren damals mit wenig Geld, je einem Rucksack und einem Zelt von Insel zu Insel unterwegs.

 

 

Dass mein Freund jede Insel mit einer grünlichen Gesichtsfarbe betrat, weil er bei der Überfahrt regelmäßig seekrank wurde, hatten wir spätestens beim nächsten Essen in einer der einfachen Tavernen vergessen. Wir aßen griechischen Salat und gegrillten Fisch, und zum Nachtisch gab es kalten Milchreis, der bereits fertig in der Vitrine stand. Die Konsistenz des griechischen Milchreis hatte es mir sofort angetan, denn sie war puddingartig. Dadurch schmeckte der Milchreis auch kalt sehr gut. Denn klar, ein normaler Milchreis bekommt eine festere Konsistenz, wenn er erkaltet. Der puddingartige Milchreis bleibt auch im kalten Zustand cremig. Dafür verwenden die Griechen nicht nur Milch (in meinem Rezept Mandelmilch), sondern auch Wasser für die Zubereitung und rühren das Ganze am Ende mit Maisstärke an. 

 

 

Und ja, egal wo ich gerade bin, dieser Milchreis katapultiert mich sofort an den kleinen, wackligen Tavernentisch zurück, mit Blick aufs Meer und einer gleißenden Sonne, die durch das strohgedeckte Dach gefiltert wird. Die Hitze brütet, die Wellen lappen und der Milchreis schmeckt wunderbar. So schmeckt das Leben!

 

Ist Dein kulinarisches Gedächtnis ebenfalls voll mit geliebten Gerichten? Magst Du eine dieser Erinnerungen teilen? Dann freue ich mich auf Deinen Kommentar unter diesem Beitrag!

 

 

 

Griechischer Milchreis

vegan, ohne raffinierten Zucker

 

Für 4 Personen:

 

Für den Milchreispudding:

  • 80 g Rundkornreis für Milchreis
  • 400 ml ungesüßte Mandelmilch 
  • 400 ml Wasser
  • 3 EL Ahornsirup, Grad A oder C
  • abgeriebene Schale von 1/2 unbehandelten Zitrone
  • 1/4 TL Salz
  • 20 g Maisstärke

 

Zum Bestreuen:

  • 1 EL Kokosblütenzucker
  • 1 TL Zimt

 

 

Den Reis in ein Sieb geben und waschen. 200 ml der Mandelmilch abmessen und zusammen mit Reis, Wasser, Ahornsirup, Zitronenschale und Salz in einem Topf zum Köcheln bringen. Die Hitze etwas reduzieren und 20–25 Minuten köcheln lassen, bis der Reis bissfest ist.

 

Von den restlichen 200 ml Mandelmilch 2 EL abnehmen und in einer Schüssel mit Maisstärke glatt verrühren. Die restliche Mandelmilch zum Reis in den Topf geben und dann die angerührte Maisstärke mit einem Schneebesen unterrühren. 1 Minute köcheln lassen und dabei weiterrühren. 

 

Den Milchreis auf kleine Schüsseln aufteilen und kühl stellen. Zum Servieren Kokosblütenzucker und Zimt vermischen und den Milchreis damit bestreuen. 

 

Zeitaufwand:
ca. 35 Minuten

 

13. August 2021

10 Kommentare zu “Griechischer Milchreis

  1. Liebe Stefanie, um bei Griechenland zu bleiben: Ich war mit 20 Jahren mit meinem damaligen Freund ebenfalls Insel-Hopping in Griechenland. Unser Budget war knapp, an vielen Tagen gab es nur Weißbrot und Oliven aus der Plastiktüte… Aaaaber ich habe in einer Taverne mal zum Frühstück so richtig dicken griechischen Joghurt mit Wassermelone gegessen, ein Traum! Zuhause hat es leider nie wieder so geschmeckt, aber ich kann mich nach 25 Jahren immer noch mit Sehnsucht dran erinnern :-))))

    • Liebe Claudia,

      ach schön, das klingt herrlich! Ja, manche kulinarische Erinnerungen kann man einfach nicht mehr nachmachen. Sie bleiben für immer im Kopf und auf der Zunge, aber sie schmecken nie wieder so gut wie in jenem Moment.

      Liebe Grüße
      Stefanie

  2. Liebe Stefanie,
    ich erinnere mich auch an einen Griechenlandurlaub 1975…😍
    auf Korfu mit einer Freundin. Wir wohnten
    in einer Pension in Benitses in der Nähe vom Strand, wunderbar. Es war August und es gab zum Frühstück immer frische Früchte, Trauben, Wassermelone und griechischen Joghurt, so lecker.Ja und es gab immer frisch gebackenes Brot, mmmhhh…mit Butter.
    Und fast hätte ich es vergessen, im Garten roch es so gut nach Kräuter und die Grillen zirpten, unvergesslich👒👙👓

    • Liebe Waltraud,

      das klingt nach einem herrlichen Urlaub! So eine Erinnerung mit all den kulinarischen und olfaktorischen Eindrücken brennt sich für immer ein. Wie wunderbar.

      Liebe Grüße
      Stefanie

  3. Liebe Stefanie,
    hmmmmmmm, der ist ja superlecker! Ich habe ihn letzten Sonntagabend gleich gekocht und mit einer Freundin auf dem Balkon genossen.
    Und was für schöne kulinarische Erinnerungen. Ja, die sind etwas ganz besonderes. Ich habe tatsächlich die ganze vergangene Woche darüber nachgedacht und mir sind zwei eindrückliche Erlebnisse eingefallen: eine Schulfreundin mit italienischen Wurzeln hat mich manchmal nach der Schule mit zu ihr genommen und wir durften uns Mamas Pasta und Tomatensauce erwärmen. Du, ich habe in meinem gesamten Leben nie mehr so gute Pastasauce verspeist. Und suche immer noch nach dem Geheimnis dieses simplen Alltagsrezepts. Und auch unvergessen: mein erster Hummus, dieser zarte Schmelz, die feinen orientalischen Gewürze…. Oder: krosse Karamellscheiben in einer Dose, die mir mein Vater zu meinem 10. Geburtstag von einer Afganistan-Reise mitbrachte…. Seufz…
    Danke für das Teilen kulinarischer Erinnerungen…
    deine Barbara

    • Liebe Barbara,

      ist es nicht lustig, dass die eindrücklichsten kulinarischen Erinnerungen oft so einfache Gerichte sind wie eine Pastasauce? Mir geht das genauso – und bestätigt mich darin, dass die einfachsten Gerichte, mit Liebe und guten Zutaten zubereitet, die allerbesten sind.

      Liebe Grüße
      Stefanie

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