Ostereier-Pizza
Für den Sonntagsbrunch

Die wenigsten Menschen wissen, dass es gar nicht viel braucht, um sich wunderbar luxuriös und dekadent zu fühlen. Weder muss man dafür viel Geld auszugeben, noch an eine ferne Destination reisen. Nein, man muss nur das Kind in sich aktivieren und sein erwachsenes Selbst mit einer Idee überraschen, auf die es selbst nie gekommen wäre. Zum Beispiel Pizza zum Frühstück zu essen. Wenn wir bei uns zu Hause Kinder zu Besuch haben und sie mit einer besonderen Frühstücks- oder Brunchidee überraschen – zum Beispiel mit einem Keks, Muffin, Kuchen, eine Waffel oder eben Pizza – dann erinnern sie sich oft noch Jahre später daran. So einfach funktioniert Luxus. Man muss nur eine „Guilty pleasure“ aus ihrem Kontext nehmen und in einen ungewohnten Kontext – in diesem Fall Frühstück oder Brunch – setzen. Das Kind in uns wird vor Freude über den unverhofften Genuss jubeln, der Erwachsene wird wertschätzen, dass wir eine gesunde Variante der sündigen Versuchung gewählt haben.

 

 

Übrigens glaube ich, dass wir immer verschiedene Leute in uns haben, die wir mit unserem Essen glücklich machen müssen. Das ist, nebenbei bemerkt, auch der Grund, warum viele Ernährungskonzepte nicht funktionieren. Da ist das Kind in uns, das von klein auf seine Gewohnheiten hatte und auch heute noch am liebsten Pommes mit Ketchup isst. Und da ist der Erwachsene, der auf seine Gesundheit achten/abnehmen/sein Gewicht halten will und deshalb Pommes mit Ketchup auf seine Verbots-Liste gesetzt hat. Wenn nur der Erwachsene über unsere Ernährung bestimmen darf, sitzt immer ein schmollendes Kind mit am Tisch, das jeden schwachen Moment nutzen wird, um an seine Pommes/Chips/Eiscreme/Pizza zu kommen. Wenn allein das Kind über unsere Essgewohnheiten regiert, stehen die Chancen gut, dass unsere erwachsenen Körper dick und unfit werden. Es kommt also auf die Mischung an. Aus Verstand und Emotion; aus Genuss und Gesundheit; aus Vergnügen und Vernunft. 

 

 

Meine liebsten Rezepte schlagen genau diese Brücke und machen das Kind und den Erwachsenen in uns gleichermaßen glücklich. Denn während das Kind seine Pizza genießen darf, ist der Erwachsene zufrieden, weil sie aus natürlichen Zutaten besteht. Meine Ostereier-Pizza eignet sich perfekt für den Oster-Brunch für die ganze Familie – die innere genauso wie die äußere. Der Teig und die grüne Sauce können am Vortag zubereitet werden, so dass es am nächsten Morgen entspannt und schnell weitergeht. Die Pizza kommt ohne Hefe aus und so ist der Teig blitzschnell aus Hafermehl und Joghurt zusammengerührt. Die basische Kräuter-Sauce funktioniert als Belag und als aromatisches Bett für die Ostereier, die auf der Pizza gebacken werden. Der Rucola tut sein übriges, um die Anmutung eines Osternests perfekt zu machen. 

 

AUSTAUSCH-TIPPS: wer auf Eier verzichten möchte, kann stattdessen Mozarella oder Feta oder – für eine vegane Variante – vorgekochten grünen oder weißen Spargel verwenden. Statt der grünen Sauce funktioniert auch eine dicke Tomatensauce. Statt Hafermehl kann auch Dinkelmehl benutzt werden.

 

Und nun meine Frage an Dich: hast Du ein Lieblingsgericht, das das Kind und den Erwachsenen in Dir gleichermaßen glücklich macht? Dann hinterlasse einen Kommentar unter diesem Beitrag. Ich freue mich, von Dir zu lesen!

 

 

 

Ostereier-Pizza

Bei Bedarf glutenfrei

 

Für 2 Pizzen:

 

Für den Pizzateig:

  • 230 g Hafermehl* plus etwas mehr zum Bestäuben
  • 1,5 TL Salz
  • 2 TL Weinstein-Backpulver
  • 250 g Joghurt, z. B. von Schaf, Ziege oder vegan
  • etwas Olivenöl zum Bestreichen des Teigs

 

*Hafermehl fertig kaufen oder einfach Haferflocken – normal oder glutenfrei – im Häcksler zu Mehl verarbeiten.

 

Für den Belag:

  • 2 Knoblauchzehen, geschält und grob gehackt
  • 200 ml Olivenöl
  • 2 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • 100 g Petersilie, grob gehackt
  • 100 g Zucchini, gewürfelt
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Salz
  • 4 Eier
  • 2 Handvoll Rucola

 

 

Den Backofen auf 220 °C Umluft und Oberhitze vorheizen.

 

Alle Zutaten für den Pizzateig in einer Schüssel vermischen und 15 Minuten in den Kühlschrank stellen. Das macht den Teig leichter formbar.

 

Für den Belag Knoblauch, Olivenöl, Petersilie, Zucchini, Kreuzkümmel und Salz im Häcksler pürieren. Wenn nicht alle Zutaten auf einmal in den Häcksler passen, dann einfach in zwei Schritten pürieren. 

 

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit Hafermehl bestäuben. Den Pizzateig in zwei Portionen teilen und nebeneinander auf dem Backblech mit bemehlten Händen in eine ovale Form bringen. Es kann dafür auch ein Wellholz benutzt werden. Die Oberfläche mit etwas Olivenöl einpinseln, dann 10 Minuten backen, bis der Teig leicht gebräunt ist.

 

Den Teig aus dem Ofen nehmen und auf 220 °C Ober- und Unterhitze umschalten. Die Pizzen mit dem Kräuterbelag bestreichen. Jeweils zwei Eier aufschlagen und vorsichtig auf die Oberfläche der Pizzen gleiten lassen. Weitere ca. 7-8 Minuten backen, bis die Eier die gewünschte Konsistenz haben. Mit Rucola anrichten – dabei die Eier frei lassen – und sofort servieren.

 

Zeitaufwand:
ca. 45 Minuten

2. April 2021

3 Kommentare zu “Ostereier-Pizza

  1. Liebe Stefanie, dein Beitrag hat mich schmunzeln lassen und herrliche Erinnerungen an einer unbeschwerten Urlaub auf Ibiza wachgerufen. Wir sind früher sehr gerne dort gewesen. Ein Ort, an dem man gut mal seinem inneren Kind die Zügel überlassen darf. So haben auch wir dort einfach nachgegeben und Eis mit Erdbeeren und Smarties zum Frühstück verdrückt, dabei gekichert wie die Kinder und uns diebisch gefreut. Das sind Augenblicke, die man gerne immer mal wieder hervorholt. Vielen Dank für den Link zu diesem Erlebnis.
    Alles Liebe
    Vio

  2. Liebe Stefanie,
    Yeah! Deinen Kichererbsenmehl-Flammkuchen (it’s a mouthful 😊) gibt’s regelmäßig auf unserm Tisch, jetzt kann ich mein Repertoire erweitern und freu mich schon.
    Mein absolutes Lieblingsessen ist Spaghetti bolognese, schon seit immer. Und als ich mit 19 sehr krank im Spital lag und nicht mal die Kinderportion essen mochte, gab es eines Tages mein Leibgericht und – Zufall oder nicht – von da an ging’s wieder aufwärsts (nach gut zwei Wochen und acht Kilo weniger). Die Krankenschwester ist im Gang meiner Mutter entgegengelaufen und hat gerufen „Frau P, Frau P, sie hat 2x Spaghetti genommen!“. Seitdem wissen alle, es ist mein Soulfood schlechthin, knapp vierzig Jahre später immer noch.
    Ganz schönes Osterfest dir und allen, die Deinen Blog lesen,
    Nadja

  3. Liebe Stefanie, da hast du aber einen tollen Text geschrieben, bei dem ich viel schmunzeln musste und mich wiedergefunden habe. Ich frühstücke ja nicht (Intervallfasten), aber ich liebe Brunch und Spätstück. Und da auch super gerne so dekadente Sachen wie deine Waffeln (meist als pancakes, weil unsere blöden Waffeleisen nicht tun, obw neu und super Beschichtung…), deine Crepes, Muffins oder zurzeit die Zimt-Kardamom-Schnecken. Mir fiel als vegane Variante für die Haferpizza noch Artischocken aus dem Glas ein (habe ich gemacht, war super!) oder Avocado. Ich hatte nämlich leider keinen Spargel da. Aber jetzt startet die Spargel-Saison, ich freue mich schon ganz doll. Morgen gibts Buddha Bowl, übermorgen Stir Fry, am Samstag Spargel mit Crepe – ein dickes Dankeschön für deine tollen und wunderbaren Rezepte und die inspirierenden Texte
    Herzlichst, deine Barbara

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