Mein Weihnachtsessen „para compartir“
Gesund und entspannt schlemmen

Auf Mallorca gibt es seit einiger Zeit einen Food-Trend, der garantiert keine Eintagsfliege ist, sondern noch lang frisch und modern bleiben wird. Er lautet: „para compartir“. Das bedeutet „zum Teilen“ und ist die Art zu essen, die ein 3-Gänge-Menü uralt aussehen lässt. Wenn man „para compartir“ isst, dann kommen verschiedene Teller und Schüsseln auf den Tisch und jeder bedient sich nach Lust und Laune. Falls das eine Gericht früher und das andere später auf dem Tisch landet, liegt das nur daran, dass die Zubereitung unterschiedlich lange dauert. Der Rest ist dann komplett lässig, entspannt und natürlich unheimlich lecker, weil ganz verschiedene Geschmäcker auf den Teller kommen und den Gaumen verwöhnen. 2020 ist kein Jahr wie jedes andere, also dachte ich, dass auch unser Weihnachtsessen anders sein sollte als sonst. Die letzten Jahre habe ich immer ein Menü gekocht, siehe hier und hier. Aber dieses Jahr ist eben alles „para compartir“. 

 

 

Für das Essen kombiniere ich gerne Farben und Aromen, die sich gut ergänzen. Das sind der Pink Hummus, der allein schon wegen seiner tollen Farbe ein festlicher Hingucker ist. Dazu sollte ein wenig Brot oder Cracker auf den Tisch. Dann ein oder zwei warme Salate, wie mein Belugalinsen- und gerösteter Rosenkohlsalat. Abgerundet wird das Ganze durch Zitronenkartoffeln aus dem Ofen, die schlicht und ergreifend glücklich machen. Auch der Nachtisch kann „family style“ auf einem großen Teller serviert werden, zum Beispiel meine Weihnachtsschokolade.

 

Ich wünsche Dir ein schönes Weihnachtsfest, ganz egal, wie Du es dieses Jahr feierst. Ob allein, zu zweit oder im Kreise der Familie. Stell ein paar hübsche Schüsseln mit gutem Essen auf den Tisch und es wird ein guter Abend. Versprochen. 

 

Und nun meine Frage an Dich: wie feierst Du dieses Jahr Weihnachten? Und kannst Du Dir vorstellen, anstatt Weihnachtsmenü „para compartir“ zu servieren? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unter diesem Beitrag!

 

 

 

Weihnachtsessen „para compartir“

Für 4 Personen:

 

 

Zitronenkartoffeln

 

  • 1 kg vorwiegend festkochende Kartoffeln, geschält und in Spalten geschnitten
  • 5 El Olivenöl
  • 6 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • 1 EL getrockneter Oregano (alternativ: Thymian)
  • 1–2 Knoblauchzehen, geschält und gehackt
  • 1 TL Salz

 

Den Backofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.

 

Kartoffelspalten in eine Schüssel geben. Die übrigen Zutaten in einer Schale miteinander vermischen, über die Kartoffeln gießen und diese gleichmäßig mit der Flüssigkeit marinieren. 

 

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Kartoffeln mitsamt Flüssigkeit gleichmäßig darauf verteilen. 30 Minuten auf mittlerer Stufe backen. Den Ofen auf Umluft und Oberhitze umschalten und weitere 20–30 Minuten backen, bis die Kartoffelspalten gebräunt und knusprig sind. 

 

Zeitaufwand:
10 Minuten Zubereitung, 1 Stunde Backzeit

 

 

 

 

Gerösteter Rosenkohlsalat

(wer Rosenkohl nicht mag, kann stattdessen diesen Salat machen)

 

  • 300 g Rosenkohl
  • 200 g Äpfel
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • 1 EL Olivenöl
  • 1/2 EL Ahornsirup
  • Salz
  • 200 g Buchweizen
  • 400 ml Wasser
  • 1/2 Granatapfel
  • 3 EL gehackte Minze

 

Für das Dressing:

  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL geröstetes Sesamöl
  • 2 EL Apfelessig
  • 1 TL fein geriebener frischer Ingwer
  • 1/2 TL Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

 

Den Backofen auf 180 °C vorheizen.

 

Den Rosenkohl waschen, Strunk abschneiden und in Hälften schneiden. Die Äpfel waschen, das Kerngehäuse entfernen und mitsamt Schale in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen und klein würfeln. Rosenkohl, Äpfel und Zwiebel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und mit Olivenöl, Ahornsirup und 1/2 TL Salz vermischen. 20 Minuten backen. 

 

Buchweizen, Wasser und 1/3 TL Salz in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren und den Buchweizen ca. 8 Minuten „al dente“ kochen. In ein Sieb geben und mit warmem Wasser abspülen. Beiseitestellen.

 

Den Granatapfel über eine Schüssel halten und die Kerne mithilfe eines Kochlöffels herausschlagen. Die Kerne beiseitestellen. 

 

Alle Zutaten für das Dressing glatt vermischen. 

 

Buchweizen, Ofengemüse und Dressing miteinander vermischen. 2/3 der Minze untermischen. Mit der restlichen Minze und Granatapfelkernen bestreut servieren. 

 

Zeitaufwand:
ca. 35 Minuten

 

 

 

Warmer Belugalinsensalat

 

  • 200 g Belugalinsen
  • 400 ml Wasser
  • 1/2 TL Salz
  • 550 g Karotten
  • 50 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 EL Tahini (geröstetes Sesammus)
  • 1 EL Ahornsirup
  • 2/3 TL Salz
  • 1/3 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 100 ml heißes Wasser
  • 1 EL Sesam
  • 5 EL gehackte glatte Petersilie
  • 4 EL gehackte Minze

 

Die Belugalinsen in ein Sieb geben und abwaschen. Dann mit 400 ml Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren und bei geschlossenem Deckel ca. 30 Minuten simmern lassen, bis die Linsen bissfest sind. Erst am Ende der Kochzeit 1/2 TL Salz hinzufügen. In ein Sieb abgießen, zurück in den Topf geben und warm halten. 

 

Während die Linsen kochen, die Karotten zubereiten: die Karotten gründlich waschen und an den Enden beschneiden. Der Länge nach in Hälften schneiden. Jede Hälfte nochmals der Länge nach dritteln, dann in ca. 6 cm lange Stifte schneiden. Einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen, salzen und die Karottenstifte ca. 6 Minuten köcheln lassen. Abgießen, zurück in den Topf geben und warm halten. 

 

In einem Standmixer frisch gepressten Zitronensaft, Olivenöl, Tahini, Ahornsirup, Salz, Kreuzkümmel und heißes Wasser cremig mixen. Das ist das Salatdressing. 

 

Eine kleine Pfanne erhitzen und den Sesam unter Rühren ca. 2 Minuten ohne Fett anrösten, bis er zu duften beginnt. 

 

Belugalinsen, Karotten und das Dressing in einer Schüssel miteinander vermischen. 2/3 der Kräuter hinzufügen und unterheben. Den Salat auf Tellern anrichten, mit den restlichen Kräutern und dem gerösteten Sesam bestreuen und servieren. 

 

Zeitaufwand: 
ca. 50 Minuten

 

 

 
Pink Hummus

 

  • 220 g Kichererbsen aus dem Glas (Abtropfgewicht)
  • 300 g vorgekochte Rote Bete, gewürfelt
  • 3 EL Olivenöl
  • 3 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • 1–2 TL Meerrettichpaste aus dem Glas (nach Geschmack)
  • ca. 1,5 TL Himalaya-Salz (oder nach Geschmack)
  • 1 Knoblauchzehe, gehackt

 

Die Kichererbsen in ein Sieb geben und gründlich waschen. Zusammen mit allen anderen Zutaten im Standmixer oder mit dem Pürierstab pürieren.

 

Zeitaufwand:
10 Minuten

 

 

18. Dezember 2020

8 Kommentare zu “Mein Weihnachtsessen „para compartir“

  1. Liebe Stefanie,
    …als ich noch bei meiner Mutter zu Hause lebte, gab es zu Weihnachten nur „para compartir“…sie stand stundenlang in der Küche und bereitete unzählige verschieden Köstlichkeiten, die pünktlich zum großen Familienessen auf dem Tisch standen…sie wollte keine Hilfe in der Küche, denn dieses Essen war ihr Geschenk an uns: „quiero regalaros un momento para compartir“ …
    Bei uns wird es dieses Jahr definitiv „para compartir“ geben…ich habe 4 Kinder und jedes möchte gern was anderes haben…dann wird es von allem etwas geben, zum Teilen, zum Freuen, zum Genießen…deine Zitronenkartoffeln und den Rosenkohlsalat haben große Chancen auf dem Weihnachtstisch zu stehen…(Hummus und Linsen eher an Silvester 🙂
    Ich wünsche euch ein frohes Fest, Gesundheit und Zuversicht in dieses seltsamen Zeiten…und muchísimas gracias por compartir…hast in mir viele schöne Erinnerungen geweckt!
    Vero
    PS: eure Fotos sind, wie immer, eine Augenweide…

  2. Liebe Stefanie
    wow, das ist ja ein wunderbares para compartir- genau mein Ding, ich bin dabei. Und echt: pink hummus hätte ich heute fast eh gemacht. Noch bevor ich deinen Beitrag las.
    Also, wie feiern wir Weihnachten? Unverändert wie jedes Jahr, meine Frau und ich und unser kleines Bäumchen Bruni. Ein Leihbäumchen, das Anfang Januar in einem Wald gepflanzt wird. Und wir werden wieder die Raunächte begehen, also uns gemütlich einmuckeln. Und lecker wellcuisine Rezepte kochen. Apropos: habe gerade die dritte Weihnachtsschokolade gemacht. Die geht ja weg wie warme Semmeln.
    Herzlichen Dank für deine wunderbaren Blog, der mich Woche für Woche zutiefst erfreut unf mich auch kulinarisch durch das herausfordernde Jahr getragen hat. Dafür ein tiefempfundenes Dankeschön und dir und euch frohe Festtage deine Barbara

  3. Tolle Farben… Leckere Rezepte… Herzlichen Dank für immertolle Inspiration. Frohe Weihnachten und Gesundheit!
    Herzlichst Diana

    • Liebe Stefanie,
      was für eine tolle Idee. Es kommt einfach alles auf den Tisch und jeder isst, was er wann möchte. Das werde ich übernehmen.
      Und auch ganz herzlichen Dank für deine wunderbaren Rezepte, die uns das ganze Jahr begleiten und unsere Mahlzeiten so bereichern.
      Dir und deinen Lieben wünsche ich von ganzem Herzen ein besinnliches und frohes Fest und alles Gute und vor allem Gesundheit für jetzt und für das kommende Jahr.
      Herzlichst
      Liane

  4. Hallo Stefanie,
    bei uns gibt es schon seit Jahren kein Menü mehr. Para compartir lässt sich gut vorbereiten, jeder findet etwas das ihm schmeckt, das Essen kann sich über einen langen Zeitraum hinziehen und zwischendurch ist Zeit, vielleicht das ein oder andere Geschenk auszupacken ( seit ein paar Jahren schenken wir uns nichts mehr, eine super Entscheidung 😀 ),ein Lied zu singen oder etwas vorzulesen. Kommen viele Gäste, findet sich immer jemand der auch etwas mitbringt und die Vielfalt erweitert sich von ganz alleine 😋. Und das Beste sind die Reste, die entspannt an den folgenden Feiertagen genossen werden.
    In diesem Jahr machen wir es genauso, nur das mein Mann und ich alleine zu Hause sein werden. Und wenn wir es auch schade finden ohne Familie zu sein, freuen wir uns doch auf ruhige, gemütliche Tage zu zweit ( auch ein Geschenk 🎁 ). Wenn es nicht regnet werden wir im Garten für die besondere Stimmung ein Feuer machen 🔥.
    Dir und Deiner Familie wünsche ich besinnliche Feiertage ✨ 👼🏻.
    Weihnachtliche Grüße 🙋🏼‍♀️, Sabine

  5. Liebe Stefanie,
    ganz herzlichen Dank auch dieses Mal wieder für deine tollen Rezepte, die alleine schon durch Thomas‘ wunderbare Fotos Lust aufs Kochen machen!
    Die Adventszeit wurde uns durch deine leckeren Kekse auch herrlich versüßt…
    Ich wünsche dir und deinen Lieben trotz aller Geschehnisse um uns herum eine friedvolle Weihnacht und ein gutes Jahr 2021…
    Ganz liebe Grüße aus Belgien,
    Silvia

  6. Liebe Stefanie,
    da meine Tochter Veganerin ist und ich seit einigen Monaten Vegetarierin und wir mit meinem Partner und meinen Eltern (alle drei Fleischesser) zusammen ein wenig feiern, gibt es auch kein Einheitsmenü. Meine Mama kocht für die 3 Fleischesser und meine Tochter und ich bereiten uns etwas Veganes zu, wovon die anderen natürlich auch naschen können. Also irgendwie schon auch ein bisschen para compartir.
    Wir wünschen Dir und Deiner Familie ein besinnliches Weihnachtsfest.
    Herzliche Grüße
    von Dorit

  7. Liebe Stefanie, auch ich möchte mich endlich mal für Deinen wunderbaren Blog bedanken. Deine Rezepte sind seit 3 Jahren fester Bestandteil meiner Ernährung, nachdem ich auf Sylt eine Woche Basenfasten erlebt hatte. In diesem Jahr habe ich Dein Ebook gekauft und eine Woche basische Ernährung in Schweden mit meiner Freundin in Ihrem Häuschen in Schweden durchgezogen. Mit den tollen Rezepten fällt das gar nicht schwer. Wir hatten dieses Jahr zu Weihnachten schon geplant Tapas zu machen und da sind Deine Rezepte mal wieder eine wunderbare Ergänzung. Vielen Dank für die vielen Stunden, die Ihr für diesen Blog aufwendet. Os deseo Felices Fiestas y que entréis sanos al año nuevo y sigáis iguales. Muchos saludos de todo corazón Britta

Schreibe einen Kommentar zu Vero Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Wir versichern Dir, dass Deine Daten streng vertraulich behandelt und nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben werden.