Pilzrisotto
Ein Engel von einem Rezept

Weihnachten ist die Zeit der Engel. Mir sind in letzter Zeit einige begegnet. Meistens in menschlicher Gestalt. Ich hatte kürzlich schon geschrieben, dass dieses Jahr wegen eines Krankheitsfalls in der Familie schwer für mich ist. Aber gerade in schweren Zeiten macht sich die Gegenwart von Engeln viel mehr bemerkbar als an Tagen, an denen alles gut und einfach läuft. Gerade heute habe ich ein Telefonat zu einem schwierigen Thema geführt und meine Gesprächspartnerin war so liebevoll und zugewandt, dass mir nach dem Gespräch die Tränen in den Augen standen. In dem Gespräch danach endete meine Gesprächspartnerin die Unterhaltung mit dem Kommentar: Sie sind ja ein Engel! Da musste ich grinsen, sie wusste ja nichts von meinen Gedanken, die mich schon den ganzen Morgen beschäftigten. 

 

 

Dieses Jahr ist sicher für die meisten von uns nicht so einfach. Und gerade dann, wenn wir uns entmutigt, traurig oder sorgenvoll fühlen (oder alles auf einmal) tut eine liebe Geste, ein tröstendes Wort oder einfach nur ein Lächeln – selbst wenn es hinter einer Maske versteckt ist – einfach gut. Das sollten wir nie vergessen. Denn oft sind wir so sehr mit uns selbst beschäftigt, dass wir alles andere um uns herum vergessen, vielleicht sogar die Freundlichkeit gegenüber unseren Mitmenschen. Dabei könnten wir jeden Tag ein Engel für einen anderen sein. Und manchmal kann eine freundliche Geste die Welt für einen anderen bedeuten.

 

 

Mein Rezept der Woche ist ein Klassiker, den ich so oder so ähnlich schon seit Jahren koche. Mein Mann und ich haben heute vor dem dampfenden Kochtopf über die richtige Zubereitung des Risottos diskutiert. Dazu muss man sagen, dass mein Mann in unserer Beziehung das Hoheitsrecht über die italienische Küche hat. Seine Pastas und Risotti schmecken auch immer fantastisch, sind aber kaum in Rezeptform zu bringen, da die Zutaten so fix in der Pfanne landen, dass man sie unmöglich abmessen kann. Auch ist mein Mann äußerst großzügig mit der Zugabe von Wein im Risotto, so dass er über mein kleines Gläschen Weißwein im Rezept nur schallend lachen konnte. Jedenfalls haben wir uns am Ende darauf geeinigt, dass 100 ml Wein in den Reis kommen, dass das Einweichwasser der Steinpilze nicht mit verarbeitet wird (kann man aber prinzipiell machen, wenn man es vorher durch ein feines Sieb gießt) und dass die Zitronenschale nicht am Anfang, sondern ganz am Ende – kurz vor der Petersilie – in den Topf kommt. Ach, manchmal können auch Rezepte Engel sein. Weil sie uns auf andere Gedanken bringen. Uns mit anderen diskutieren lassen. Und uns dann mit unseren Liebsten zusammen an einen Tisch bringen. Ist das nicht himmlisch? Darauf ein Risotto!

 

Und nun meine Frage an Dich: wann ist Dir zuletzt ein Engel begegnet oder wann konntest Du einer für jemand anderen sein? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unter diesem Beitrag!

 

 

 

Pilzrisotto

 

Für 4 Portionen:

 

  • 25 g getrocknete Steinpilze
  • ca. 1 l Gemüsebrühe, mehr nach Bedarf
  • 1 EL Olivenöl plus 2 EL zum Anbraten der Champignons
  • 4 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
  • 2 Knoblauchzehen, geschält und gehackt
  • 300 g Risotto-Reis
  • 100 ml Weißwein
  • 400 g braune Champignons, in Scheiben geschnitten
  • 1 EL Sojasauce
  • abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone
  • 4 EL fein gehackte Petersilie
  • 30 g Butter oder 2 EL Olivenöl
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer zum Abschmecken
  • Optional: Parmesan

 

Die getrockneten Steinpilze in einer Schale mit kochendem Wasser übergießen und 30 Minuten ziehen lassen. Danach abgießen, kurz abwaschen und hacken. 

 

1 l leichte Gemüsebrühe – die nicht zu salzig sein sollte – in einen Topf füllen und warm halten. 

 

Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und Frühlingszwiebeln und Knoblauch darin anbraten. Den Reis hinzufügen und glasig dünsten. Mit Weißwein ablöschen. Schöpflöffelweise die Gemüsebrühe hinzufügen und unter Rühren vom Reis aufnehmen lassen. Nach ca. 20 Minuten sollte der Reis bissfest sein. Die Konsistenz des Risottos sollte cremig sein. Ist es zu trocken, weitere Brühe hinzufügen. 

 

In der Zwischenzeit in einer Pfanne 1 EL Olivenöl erhitzen und die Champignons darin bei hoher Hitze ca. 4 Minuten anbraten, bis sie leicht gebräunt sind. 1 EL Sojasauce hinzufügen und unter Rühren 2 weitere Minuten anbraten. Vom Herd nehmen. 

 

Angebratene Champignons, abgeriebene Zitronenschale, Petersilie und Butter (oder Olivenöl) unter das Risotto rühren. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen. Optional mit Parmesan servieren. 

 

Dazu passt: ein grüner Salat. 

 

Zeitaufwand:
ca. 1 Stunde

 

Engel gibt es auch mit vier Beinen. Aber das wusstest Du bestimmt schon!

 

4. Dezember 2020

16 Kommentare zu “Pilzrisotto

  1. Liebe Stefanie
    dein Text berührt mich sehr! Mit aktuellem Krankheitsfall in der Familie kann ich arg mitfühlen, das beschäftigt mich ja gerade auch sehr. Ich versuche tatsächlich zurzeit Menschen mit kleinen Gesten aufzumuntern, das finde ich gerade zu diesen herausfordernden Zeiten besonders angebracht.
    Mein denkwürdigstes Engel Erlebnis liegt schon 20 Jahre zurück, als ich mit Anfang 30 zum ersten Mal an Krebs erkrankte und eines Nachts alleine im meinem Krankenhauszimmer war ich richtig verzweifelt und wusste weder ein noch aus. Ich starrte den Mond an und war richtig down. Und just im schlimmsten Moment ging die Tür auf und die Nachtschwester rein und sagte, sie hat jede Nacht nach mir geschaut und immer habe ich geschlafen. Sie wollte mir Reiki für die Hände zeigen. Das hat sie getan und ich praktiziere es bis heute in schwierigen Situationen. Ich habe die Frau nie mehr vorher oder nachher je wieder gesehen und konnte sie auch nicht ausfindig machen. Mir kullern aber heute noch die Tränen, wenn ich daran zurück denke. Das war wirklich ein Engel.
    Dein Rezept klingt super!!! Ich hab gleich alles auf die Einkaufsliste für nächste Woche gesetzt (muss gestehen, dass ich mal etwas Pilzpause brauchte, aber jetzt hab ich wieder Lust). Statt Weißwein nehme ich 100ml mit einem Schuss Apfelessig.
    Sei herzlich gegrüßt deine Barbara (die immer noch keine Benachrichtigungen erhält)

    • Liebe Barbara,

      was für eine wunderbare Engelgeschichte! Danke dafür!

      Viele liebe Grüße
      Stefanie

      PS: das mit den Benachrichtigungen versuchen wir gerade zu lösen. Hoffe, es funktioniert bald wieder wie immer.

      • Das Pilzrisotto ist der Knaller, so was Gutes!!! Ehrlich, ich brauchte namlich nicht nur Pilz- sondern auch Risotto-Pause- die dauerte aber schon etliche Jahre an (einzige Ausnahme: dein quinoa Risotto). Nun habe ich mein früher sehr geliebtes Risotto wieder. Hilfe, war das lecker!
        Danke wg der Benachrichtigungen…

        • Pps heute hatte ich keine Petersilie im Haus und hab’s stattdessen mit Thymian gemacht- passt super zu Pilzen unf Zitrone und kommt ziemlich winterlich daher, so ein tolles Rezept!

  2. Hallo liebe Stefanie.Vielen Dank fürs Rezept.Risotto habe ich ehrlich gesagt, selten gekocht,weil ich die Pilze nicht besonders mag.Aber Dein Rezept sieht so lecker aus,dass ich mir am Wochenende vorgenommen habe es zu kochen.Du fragst ob auch mir vielleicht Engeln begegnet sind?wenn ich ein wenig nachdenke,ja und auch mehr oder weniger in menschlichen Gestalt.Und einen vierbeinigen Engel habe ich auch,meine alte Katze,die sehr gerne mit mir kuschelt.
    Alles Liebe
    Valentina

    • Liebe Valentina,

      vielen lieben Dank für Deinen Kommentar! Ältere Haustiere sind so rührend und wirklich wahre Engel, weil sie der Seele so gut tun.

      Viele Grüße
      Stefanie

  3. LIebe Stefanie,

    ernsthafte Krankheiten sind schlimm – vor allem, wenn sie im Familienkreis auftreten. Da fühle ich mit Euch mit. Es nimmt einem so viel an Energie und man möchte aber doch für den betroffenen Familienangehörigen stark sein. Man möchte ihm die eigene Energie quasi einflösen, damit der Betroffene genügend Energie hat, um gegen die Krankheit anzukämpfen. Ich wünsche Euch dafür ganz, ganz viel Kraft. Ich weiß auch, wie gut es tut, wenn man sich zwischendrin mal ablenken und vielleicht auch mal wieder lachen oder zumindest lächeln kann.

    Deine Frage nach dem Engel, der einem vielleicht begegnet ist, passt bei mir so richtig ins Jahr 2020 und gerade auch in diese Woche. Mein höchstpersönliches Dauerthema dieses Jahr ist mein heftiger Fahrradunfall im Mai mit all seinen langwierigen Konsequenzen- ein Unfall, den ich ohne Helm in der Form wohl nicht überlebt hätte. Wenn ich anderen davon erzähle, kommt tatsächlich häufig eine Bemerkung wie: „da hattest Du aber einen großen Schutzengel“ oder „da hat Dein Schutzengel aber gut auf Dich aufgepasst“. Bei solchen Bemerkungen werde ich dann immer kurz nachdenklich und stimme innerlich zu. Ich stelle mir in so einem Moment immer die Frage, wer denn dieser, mein höchstpersönlicher Schutzengel gewesen sein könnte. Jedes Mal komme ich sofort zu dem Ergebnis: natürlich, dass muss mein Vater gewesen sein. Auch zu Beginn dieser Woche kommentierte jemand meinen Unfall damit, dass mein Schutzengel Großes geleistet hat. Und genau in dieser Woche wurde mir bei dieser Bemerkung besonders warm ums Herz. Der frühe Unfalltod meines Vaters jährte sich in dieser Woche zum 45. Mal. Und ja, er muss es gewesen sein, der auf mich im Mai aufgepasst hatte.

    Vielleicht klingen meine obigen Gedanken für andere kurios, strange, abgefahren. Im Normalfall bin ich auch jemand, der mit beiden Beinen so richtig fest im Leben steht. Aber das Thema Schutzengel begleitet mich persönlich wohl noch eine Zeit lang.

    Ich wünche Euch ein ruhiges Wochenende; ein Wochenende, an dem Ihr auch auf andere Gedanken kommt.

    Liebe Grüße,
    Manuela

    • Liebe Manuela,

      schön, Deine persönliche Schutzengel-Geschichte. Für mich klingt sie gar nicht kurios – ich glaube fest daran, dass es so viele Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir mit dem Verstand nicht erfassen, aber mit unserem Gefühl und unserer Intuition erspüren können. Ich halte es da wie Einstein: „Es gibt nur zwei Arten zu leben. So als wäre alles ein Wunder oder so als wäre nichts ein Wunder. Ich entscheide mich für erstere.“

      Liebe Grüße
      Stefanie

  4. Liebe Stefanie,
    Schutzengel weiß ich jetzt nicht. Aber als mein Mann 2016 so krank war und auch fast gestorben wär, brannten ich und Freunde und Verwandte gesegnete Kerzen ab. Und einen Abend, wie ich an der Kerze saß, hab ich einfach vor mich hingesagt: wenn Otto wieder soweit gesund wird, mache ich eine Wallfahrt. Seitdem fahre ich jeds Jahr nach Banneux, ein Marienwallfahrtsort. Meine gesegneten Kerzen waren auch alle von dort. Und da ich da ziemlich alle Kerzen verbrannt hatte, kauf ich jedes Mal einige neue. Wenn man da von Schutzengel sprechen kann, wars die Jubgfrau Maria persönlich.
    Liebe Grüße und schönen 2. Advent
    Heike

    • Liebe Heike,

      vielen Dank für Deine schöne Geschichte mit den gesegneten Kerzen. Das sind genau diese Art von Geschichten, die wir uns in der Weihnachtszeit immer erzählen sollten. Denn sie erinnern uns daran, dass wir nicht allein sind.

      Viele liebe Grüße
      Stefanie

  5. Liebe Stefanie,
    ja, auch Rezepte können Engel sein, die uns lange begleiten. Sie können schöne Erinnerungen wach rufen oder uns einfach wohlige Gefühle vermitteln.
    Wir haben heute dein Risotto-Rezept nachgekocht und es schmeckte köstlich. Mein Partner hat übrigens beim Essen gestanden, dass er mehr Wein reingemogelt hat, als im Rezept angegeben.
    Ich wünsche dir alles Gute und eine schöne Adventszeit
    Martina

    • Liebe Martina,

      beim Lesen Deiner Nachricht musste ich lachen und sie gleich meinem Mann vorlesen. Sein Kommentar (zu Deinem Partner, der mehr Wein ins Risotto gemogelt hat): „Guter Mann!“

      Liebe Grüße an Euch 2!
      Stefanie

  6. Liebe Stefanie, Lieber Thomas

    Ja, Engel sind zur Zeit wirklich sehr viele unterwegs….
    Sie werden auch an allen Ecken und Enden unheimlich dringend gebraucht!

    Bei uns sind sie in den letzten Wochen ein und aus gegangen…. haben unseren Engel auf vier Pfoten – die nach über 15 Jahren am Ende ihrer Kräfte war – mit in ihre Welt genommen …
    Damit wir besser damit klar kommen, sind sie immer noch da und helfen uns!

    Ich habe dadurch die Erfahrung gemacht, dass, wenn Du alle Sinne öffnest und es zulässt, Du mit einer unglaublichen Liebe und Fürsorge umgeben wirst, die seinesgleichen sucht. Du erfährst und erlebst dadurch „Dinge“, die sonst so nicht oder komplett anders/ rationaler/ kälter/ weniger helfender … wahrnehmbar wären (schwierig zu beschreiben, aber ich denke Ihr wisst was ich meine)

    Ich wünsche Euch auch solche Engel! Das Schöne ist, sie kommen, wenn Du leise aber wahrnehmbar nach Ihnen rufst!

    Liebe Grüße
    Kerstin

    • Liebe Kerstin,

      wunderschön hast Du das geschrieben! Danke. Ich fühle mit Euch. Wenn ein Tier, das einen so lange begleitet hat, geht, dann fühlt sich das an, als würde ein Teil von Dir selbst mitgehen. So schön, dass Ihr Trost sucht und findet. Ich habe in den letzten Wochen auch solche Erfahrungen gemacht. Ich beschreibe das immer so: es gibt eine weltliche Sicht auf die Dinge, die ist dann sehr erschreckend und traurig und kalt, gerade wenn es um Krankheit oder Tod geht, und es gibt die Sicht der Seele. Die ist freundlich, liebevoll, tröstend und warm. Und das Gute ist: wir können uns immer wieder entscheiden, mit der Seele zu sehen.

      Einen lieben Gruß
      Stefanie

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