Kichererbsen-Flammkuchen mit Birne und Lauch (glutenfrei)
Eine paradiesische Version des Klassikers

Das Elsaß hat in meinem Herzen einen festen Platz. Schließlich habe ich große Teile meiner Kindheit und Jugend dort verbracht, und bin auch später, nachdem ich schon in vielen anderen Ländern und Städten gelebt hatte, immer wieder dorthin zurück gekehrt. Für mich ist Elsaß Heimat. Und meine liebsten Orte dort sind noch so unberührt und authentisch, dass ich mich manchmal fühle wie im Paradies. Auch kulinarisch ist das Elsaß herrlich – allerdings vor allem, wenn man kein Problem mit Weizenmehl, Kuhmilch, Zucker und Schweinefleisch hat. Ich erinnere mich an Feste mit unseren lieben Nachbarn, an denen ich rein gar nichts essen konnte, da ich damals noch eine instabile Gesundheit hatte und mich streng an meinen Ernährungsplan (eben genau ohne die genannten Zutaten) halten musste. Die Frustration, von diesen Köstlichkeiten ausgeschlossen zu sein, war allerdings groß. Und so eroberte ich mir Stück für Stück meine liebsten elsässischen Delikatessen in meiner eigenen Küche und mithilfe gesünderer Zutaten zurück. Eine solche Delikatesse ist für mich der Flammkuchen. Er gehört zum Elsaß wie die Pizza zu Italien. Da ein echter Flammkuchen aus Weizenmehl, Schmand und Speck besteht, gab es für mich lange Zeit keinen mehr. Die Rettung nahte aus einem ganz anderen Teil von Frankreich: Nizza! Dort wird traditionell „Socca“ gegessen. Das ist eine Art Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl, der mit allen möglichen Zutaten belegt werden kann. Wenn man den Soccateig auf die richtige Weise im Backofen zubereitet, wird er schön knusprig und kann als Basis für einen wunderbaren Flammkuchen herhalten. Dass der Flammkuchen dadurch viel gesünder wird, versteht sich quasi von selbst (siehe Food Pharmacy).

 

Food Pharmacy Kichererbsen

2/3 der Kichererbsen bestehen aus unlöslichen Ballaststoffen, die den Verdauungstrakt unverändert durchwandern. Dabei säubern sie den Darm, füttern die gesunden Darmbakterien, und werden am Ende in kurzkettige Fettsäuren umgewandelt, die von den Zellen der Dickdarmwand aufgenommen und als Energiequelle genutzt werden. Das hält den Darm fit – und ein fitter Darm ist die Grundlage für ein stabiles Immunsystem und damit für unser gesamtes Wohlbefinden. Darüber hinaus ist die Kichererbse eine perfekte pflanzliche Proteinquelle, was besonders interessant für Menschen ist, die kein oder wenig Fleisch essen. Was Du auch sofort merken wirst, wenn Du dieses Rezept ausprobierst: Kichererbsen machen satt! Es könnte sein, dass Du Dir Sorgen machst, dass die Flammkuchenportion für 2 Personen nicht ausreicht, wenn Du sie aus dem Ofen nimmst. Denn von der selben Portion Flammkuchen mit einem Teig aus Weizenmehl würden 2 nicht satt werden. Kichererbsen sind da anders. Sie machen pappsatt. Und das, obwohl sie recht kalorienarm sind. Auch dafür ist ihr hoher Ballaststoffanteil verantwortlich. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die Kichererbsen gegessen haben, sehr lange satt waren und deshalb viel seltener zwischen den Mahlzeiten naschten als andere. Dadurch eignen sich Kichererbsen auch gut für Leute, die ein paar Kilo abnehmen wollen ohne zu hungern. Ist das nicht herrlich, das Leben? Schenkt uns leckere Flammkuchen zum Abnehmen! Das ist das Paradies, auch jenseits des Elsaß!

 

 

Kichererbsen-Flammkuchen mit Birne und Lauch (glutenfrei)

Für 2 Personen:

 

Für den Teig:

  • 150 g Kichererbsenmehl
  • 200 ml Wasser
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 Knoblauchzehe, geschält und gehackt
  • 1 TL Kräuter der Provence
  • 2/3 TL Salz
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

 

Für den Belag:

  • 2 große Stangen Lauch
  • 2 kleine, feste Williams-Birnen
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL Olivenöl
  • 50 ml Sojasahne (alternativ: Hafersahne oder andere Sahne)
  • 1/2 –3/4 TL Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 kleine Handvoll Rucola
  • Optional: 100 g Schaf- oder Ziegenfeta, zerbröckelt (kann für eine vegane Version einfach weggelassen werden)

 

 

Alle Zutaten für den Teig mischen und mindestens 30 Minuten ruhen lassen. 

 

Ein Backblech auf die mittlere Schiene im Backofen geben und den Backofen auf 220 °C Umluft vorheizen. 

 

In der Zwischenzeit den Lauch putzen und bis zum Ansatz des dunklen, festeren Grüns in feine Ringe schneiden. Die Birnen der Länge nach vierteln, entkernen, in dünne Schnitze schneiden, mit Zitronensaft beträufeln und beiseitestellen. 

 

In einer Pfanne 1 EL Olivenöl erhitzen und den Lauch ca. 3 Minuten unter Rühren anbraten. Sojasahne und Salz hinzufügen und weitere 2 Minuten köcheln lassen, dann vom Herd nehmen. 

 

Das vorgeheizte Backblech vorsichtig mit Topflappen aus dem Ofen nehmen. Das ist jetzt unser „Backofenstein“, auf dem der Flammkuchen schön knusprig wird. Das Backblech mit Backpapier auslegen und den Teig mit einem Esslöffel dünn darauf verteilen, dabei eine runde oder ovale Form bilden. Auf der mittleren Backofenschiene 12 Minuten backen. Zwischendurch kontrollieren, dass er nicht verbrennt. Dann den Backofen auf Umluft und Oberhitze umschalten und weitere 4 Minuten backen, bis der Teig auf der Oberseite knusprig ist.

 

Den vorgebackenen Teig aus dem Ofen nehmen und die Lauchmischung aus der Pfanne gleichmäßig darauf verteilen. Dann die Birnenschnitze darauf verteilen, pfeffern und bei 220 °C Umluft und Oberhitze 5 Minuten backen. 

 

Den Flammkuchen aus dem Ofen nehmen und mit dem Rucola und (optional) mit Feta garniert servieren. 

 

Zeitaufwand:
ca. 40 Minuten plus 30 Minuten Wartezeit

 

Pin on PinterestShare on FacebookTweet about this on TwitterEmail this to someone
15. September 2017
Hat Dir dieser Beitrag gefallen? Dann melde Dich für meinen Newsletter an. So bekommst Du wöchentlich Updates zu Themen rund um Wellness und Genuss.
13 Kommentare zu “Kichererbsen-Flammkuchen mit Birne und Lauch (glutenfrei)
  1. Nic sagt:

    Das hört sich super lecker an. Da ich aber im Augenblick einen Zuckerentzug mache, werde ich es erst in drei Wochen ausprobieren können. Wir essen sehr gerne Flammkuchen und jede neue Art wird ausprobiert. In Irland habe ich eine Salat gehabt mit in Portwein eingelegter Birne. Da musste ich sofort dran denken, als ich das Rezept sah. Einfach göttlich!

    • Stefanie Reeb sagt:

      Dann bin ich ganz gespannt, wie Du den Flammkuchen finden wirst! In Portwein eingelegte Birne klingt auch sehr gut zum Salat!

      Einen lieben Gruß!
      Stefanie

  2. Sarah sagt:

    ooh das kommt auf die to cook Liste sobald ich wieder gesund und zu Hause bin ♡ tolle Idee! 😍
    meinst du derSoccaboden wird auch knusprig ohne Umluft? mein alter Herd kann sowas neumodisches leider nicht 😉
    liebe Grüße aus dem Krankenlager!

    • Stefanie Reeb sagt:

      Hallo liebe Sarah,

      ja, das Socca kannst Du auch ohne Umluft backen, das habe ich auch schon gemacht. Das wird auch lecker! Vielleicht musst Du die Zeiten ein bisschen anpassen (am besten öfters mal nachsehen, wie sich der Teig im Ofen entwickelt).

      Ich wünsche Dir ganz gute Besserung und sende Dir liebe Grüße
      Stefanie

  3. Tina sagt:

    Liebe Stefanie!
    Was für ein herrliches Rezept du uns wieder kreiert hast. Das wird in der kommenden Woche gleich ausprobiert. Lieben Dank für deine tollen Inspirationen ich liebe deine Rezepte einfach.
    Liebe Grüße
    Tina

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Tina,

      1000 Dank für Dein liebes Feedback! Freut mich sehr, dass Dir meine Rezepte gefallen! Dann wünsche ich Dir viel Freude beim Ausprobieren des Flammkuchens nächste Woche.

      Liebe Grüße
      Stefanie

  4. Barbara sagt:

    Liebe Stefanie,
    ist das lecker, umwerfend! Wir haben unsere geliebten Flammkuchen wieder, dickes Dankeschön. Gestern mit Kastanienseitlingen, Zwiebeln, Hafersahne und Zedernnüssen (Walnüsse sind alle…) probiert, köstlich!!! Dein Lauch-Birnen-Flammkuchen folgt nach dem Einkauf.
    Social-Teig funktioniert 1a. So gut habe ich ihn bei den Schmortomaten aus wellcuisine noch nie hinbekommen….
    Ganz herzliche und glückliche Grüße aus dem herbstlichen Berlin,
    Barbara

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Barbara,

      wie schön! Da freu ich mich sehr, dass Dir der Flammkuchen geschmeckt hat!! In der von Dir beschriebenen Kombination klingt er auch sehr köstlich! Ich werde ihn demnächst auf jeden Fall mal mit Pilzen belegt probieren. Ja, vom Teig bin ich auch begeistert, weil er so einfach zuzubereiten ist und eine tolle Konsistenz hat. Gerade gestern Abend habe ich den Flammkuchen wieder für uns gemacht, nachdem Thomas schon vor ein paar Tagen alle Zutaten dafür angeschleppt hat (wenn er das macht, weiß ich immer, dass das Rezept gelungen ist, er ist nämlich mein kritischster Testesser ;–)

      Ich sende Dir ganz liebe Grüße nach Berlin! Lass es Dir gut gehen!
      Deine Stefanie

  5. Barbara sagt:

    Ps: ich hatte gerade am Wochenende auf dem Markt hier Flammkuchen mit Birne von einem Stand gekostet. Also das hier ist eine ganz andere cuisine!!!!

  6. Anne-Birthe sagt:

    Liebe Stefanie,

    sehr, sehr lecker! Habe als Käse Ziegencamenbert verwendet – harmonisiert für uns toll mit den Birnen! Apropos Harmonie: Mein Backofen harmonisiert total mit deinen Zeitangaben – sehr beeindruckend! 😉
    Viele Grüße!
    Birthe

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Anne-Birthe,

      das klingt auch nach einer sehr leckeren Kombination mit dem Ziegencamembert! Vielen Dank für die Inspiration! Und da ist ja schön, dass unsere Öfen anscheinend so gut harmonieren ;–) Das ist nämlich tatsächlich immer so eine Sache mit den Backzeiten von Ofen zu Ofen.

      Einen lieben Gruß!
      Stefanie

  7. Nic sagt:

    Hallo Stefanie,
    Wir haben den Flammkuchen gerade gegessen. Die Erwachsenen fanden ihn gut. Das Kind: Wo ist denn der weiße Belag der sonst drauf ist? Egal, was der Bauer nicht kennt, ißt er nicht! Ich werde den Flammkuchen auf jeden Fall noch mal machen!
    Viele Grüße
    Nic

    • Stefanie Reeb sagt:

      ;–) Ja, Kinder sind nicht immer so leicht zu überzeugen von einer gesünderen Variante eines Gerichts, das sie bereits kennen. Am besten nicht aufgeben und das Gericht immer mal wieder auf den Tisch bringen. So bilden sich neue, liebe Gewohnheiten. Schön, dass Euch Erwachsenen der Flammkuchen gut geschmeckt hat!

      Viele Grüße!
      Stefanie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*