Gerösteter Brokkoli mit Tahini-Sauce
Mein grüner Held des Alltags

Es gibt Rezepte, die fallen bei mir eigentlich gar nicht unter die Kategorie „Rezepte“. Denn ich bereite sie so häufig zu, dass sie sich für mich ähnlich selbstverständlich anfühlen wie Zähneputzen. So ein Rezept ist dieser geröstete Brokkoli. Wir essen ihn mindestens einmal pro Woche, manchmal auch häufiger. Wenn wir Freunde zum Essen da haben, kommt er in Kombination mit anderen Gerichten auf den Tisch, wenn wir nur zu zweit sind, essen wir ihn so wie er ist oder mit ofengerösteten Kartoffeln. Um ehrlich zu sein bereite ich ihn nicht nur deshalb so häufig zu, weil er mir gut schmeckt, sondern auch weil er unglaublich einfach zu machen ist, selbst wenn ich gerade zu faul, zu gestresst oder zu ideenlos zum Kochen bin. Für mich sind solche Gerichte die kleinen Helden meines Alltags, die es mir ermöglichen, bei minimalem Arbeitsaufwand supergesund zu essen. Ich muss den Brokkoli nur waschen, die Röschen abschneiden und ihn mit Öl, Knoblauch und Salz marinieren (3 Minuten). Den Rest erledigt der Ofen. Währenddessen rühre ich die superleckere-sahnige-glücklichmachende Tahinisauce zusammen (2 Minuten) und fertig ist ein warmes und befriedigendes Mittag- oder Abendessen. Manchmal glaube ich, dass das ganze Geheimnis gesunder Ernährung in solchen kleinen Nicht-Rezepten wie diesen steckt, die es uns an Tagen, an denen wir mit-den-Gedanken-ganz-woanders-aber-bestimmt-nicht-bei-der-Ernährung sind ermöglichen, ganz einfach und gut zu essen.

 

Food Pharmacy Brokkoli

Brokkoli ist der heimliche Star unter den gesunden Gemüsen. Er wirkt nicht nur besonders basisch im Körper und verhindert so, dass wir wichtige Mineralstoffe bei der Neutralisierung von zuviel Säure verlieren; er enthält auch wichtige Bitterstoffe, die die Verdauung anregen und den Darm fit halten. Außerdem enthält er im Verhältnis zu seinen Kalorien eine wahre Fülle an Vitalstoffen. Brokkoli wird mittlerweile auch von der konventionellen Medizin als Lebensmittel mit großer Heilwirkung eingestuft, denn er regt den Organismus dazu an, die krebsbekämpfende Substanz I3C (Indol-3-Carbinol) zu bilden. In vielen Studien wurde bereits nachgewiesen, dass I3C insbesondere bei Brust- und Gebärmutterkrebs eine Heilung begünstigt. Ein weiterer Wirkstoff des Brokkolis, das Sulforaphan, wirkt sich schützend auf Prostata, Darm und Bauchspeicheldrüse aus und wirkt hier sowohl präventiv als auch heilend bei Erkrankungen. Wer die Heilung einer bestehenden Krebserkrankung durch Brokkoli unterstützen möchte, sollte am besten täglich Brokkoli und selbstgezogene Brokkolisprossen essen (Brokkolisamen kann man im Bioladen oder beim Bio-Saatgut-Versender kaufen). Die Sprossen haben im Vergleich zum Brokkoli-Gemüse eine 50-mal größere krebsbekämpfende Wirkung und können roh über Salate, aufs Brot oder auf Suppen gestreut werden. 

 

 

Gerösteter Brokkoli mit Tahini-Sauce

 

Für 2 Personen:

 

Für den Brokkoli:

  • 2–3 Brokkoli (je nach Hunger) à ca. 1–1,4 kg
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe, geschält und in Scheiben geschnitten
  • 2/3 TL Salz

 

Für die Tahini-Sauce:

  • 100 g Tahini (geröstetes Sesammus aus dem Glas – bekommst Du im Bioladen oder türkischen/arabischen Lebensmittelladen)
  • 1 EL Apfelessig
  • 1 TL Ahornsirup
  • 1/2 Tl Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 150 ml heißes Wasser
  • 2 EL Sesam, geröstet (entweder bereits gerösteten kaufen oder kurz in der Pfanne trocken anrösten, bis er zu duften beginnt)

 

Den Backofen auf 200 °C Oberhitze und Umluft vorheizen. 

 

Den Brokkoli waschen, die Röschen abschneiden (den Strunk entsorgen) und mit Olivenöl, Knoblauch und Salz in einer Schüssel gut vermischen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Brokkoli darauf verteilen. 20 Minuten auf der mittleren Schiene backen, bis der Brokkoli bissfest und stellenweise gebräunt ist. zwischendurch kontrollieren und gegebenenfalls bewegen, damit er nicht anbrennt. 

 

Für die Tahini-Sauce Tahini, Apfelessig, Ahornsirup, Salz und Pfeffer in einer Schüssel vermischen. Das heiße Wasser unter Rühren hinzufügen. Zuerst wird die Masse zäher als zuvor und verbindet sich nicht gut. Nach 1 bis 2 Minuten entsteht allerdings eine schöne, sahnige Sauce. 

 

Den gerösteten Brokkoli auf Tellern verteilen und mit der Tahini-Sauce beträufeln. Mit geröstetem Sesam bestreut servieren. 

 

Zeitaufwand:
ca. 30 Minuten

 

 

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13. Oktober 2017
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15 Kommentare zu “Gerösteter Brokkoli mit Tahini-Sauce
  1. Melanie sagt:

    Ein tolles Rezept!
    Aber warum denn den Strunk entsorgen??? Der eignet sich geschält prima für Rohkost zum dippen oder für die nächste Gemüsebrühe.

  2. Carmen sagt:

    Liebe Stefanie, esse gerade dein Brokkoli mit Tahini- Sauce , schmeckt sehr gut. Habe dazu Ofenkartoffeln gemacht. Dein Tip mit den Brokkolisamen ist richtig gut 😊. Wußte ich nicht. Habe sie mir heute gleich bestellt. Viele liebe grüße von Carmen.

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Carmen,

      wie schön, dass Dir der Brokkoli geschmeckt hat! Ja, die Samen sind wirklich sehr wirkungsvoll, und schmecken zudem auch richtig lecker.

      Einen lieben Gruß!
      Stefanie

  3. Charlotte Zimmer sagt:

    Liebe Stefanie, vielen Dank für das tolle Rezept! Wir mögen den gebratenen Broccoli auch sehr gerne mit einer Erdnußsoße aus Ingwerwurzel, Zwiebeln, Knoblauch, Erdnußmus, Sojasoße, Chili, Ahornsirup und Sojasahne.
    Herzliche Grüße! Charlotte

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Charlotte,

      vielen Dank für die Anregung mit der Erdnuss-Sauce! Kann mir sehr gut vorstellen, dass das lecker schmeckt!

      Liebe Grüße
      Stefanie

  4. Uschi sagt:

    Liebe Stefanie,
    das war wieder ein Geschmackserlebnis! Tahini-Sauce kannte ich bisher noch gar nicht. Sehr gut in der Zusammensetzung, und wir haben nichts übrig gelassen, das sagt doch alles 👍Danke für Dein Rezept 😘

  5. Sylke Klappe-Petric sagt:

    Liebe Stefanie,
    gerade aus Israel zurück, kommt mir Dein neuestes Rezept mit Tahini-Sauce (und auch der Kürbis-Hummus) sehr gelegen.
    Ich lebe zur Zeit in Moskau, wo es auf den Märkten hervorragende saisonale Obst- und Gemüsesorten aus Eigenanbau (Umland oder Südrussland) gibt. Zum Teil auch welche, die wir in Deutschland gar nicht mehr kennen. Deine wunderbaren, gesunden und schmackhaften Rezeptideen lassen sich also auch hier problemlos nachkochen und ich freu mich jede Woche darauf.
    Vielen Dank für Deinen tollen Blog…
    Herzliche Grüße von
    Sylke

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Sylke,

      das kann ich mir gut vorstellen, dass Du auf den Märkten in Russland eine große Auswahl an saisonalem Obst und Gemüse bekommst. Klingt sehr spannend! Ich liebe es, auf dem Markt alte oder einfach besondere Sorten der bekannten Lebensmittel zu entdecken, die es niemals in einen normalen Supermarkt schaffen würden. Aus diesem Grund bin ich auch großer Wochenmarkt-Fan. Freut mich sehr zu wissen, dass meine Rezepte wöchentlich nach Russland „flattern“ und Dich dort glücklich machen. Unsere gemeinsame Tafel, an der wir zumindest gedanklich sitzen, wird immer größer ;–)

      Einen lieben Gruß nach Moskau!
      Stefanie

  6. Claudia Sommer sagt:

    Guten Morgen liebe Silke
    Die Rezepte klingen phantastisch…eine Gaumenfreude…
    Habe gerade Deine Seite neu entdeckt.
    Das einzige was mir fehlt sind die Nährwert Angaben 😉
    LG
    Claudia

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Claudia,

      schön, dass Du unsere Seite entdeckt hast! Herzliche willkommen!

      Ja, auf die Nähwertangaben werde ich häufig angesprochen. Ich lasse sie allerdings bewusst weg, da ich sie in der Regel nicht wirklich hilfreich finde, vor allem, wenn es um eine grundsätzlich sehr ausgewogene Ernährung geht wie hier auf meiner Seite. Ein paar meiner Gedanken dazu habe in diesem Beitrag formuliert: http://www.wellcuisine.net/rezepte/hauptgerichte/3697-frittata

      Viele liebe Grüße!
      Stefanie

  7. Claudia Sommer sagt:

    Stefanie 😂

  8. Barbara sagt:

    Liebe Stefanie,
    hach, ist das lecker!!!! Und so easy… so easy…. so easy….
    Ich sollte ja mehr Brokkoli essen – und mag ihn halt irgendwie nicht – halt: seit gestern abend mag ich ihn richtig gerne, so kann er mindestens wöchentlich auf den Tisch. Diese Tahin-Soße: göttlich, ich sage göttlich….
    Dankeschön für diese neue Freundschaft zwischen Kollege Brokkoli und mir…
    Herzlichst
    deine Barbara

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Barbara,

      wie schön, dass Ihr Euch jetzt lieber mögt, der Brokkoli und Du! Mir ging es ehrlich gesagt ganz genauso wie Dir. Ich habe immer Brokkoli gekauft, weil er ja soooo gesund ist. Und dann blockierte er tagelang unseren Kühlschrank und gammelte irgendwann vor sich hin, weil ich dann doch nicht besonders scharf darauf war, ihn zu essen. Das hat sich nun total geändert, seit ich ihn im Ofen röste und mit der Sauce kombiniere. Seitdem sind der Brokkoli und ich die besten Freunde ;–)

      Liebe Grüße
      Stefanie

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