Polentasticks mit Pilzragout
Ein Herbstessen zum Wohlfühlen

Plötzlich ist er da, der Herbst. Mit seinen Nebelschwaden am frühen Morgen, kühleren Nächten, Regentagen und dicken Socken. Und mit ihm kommt unser Appetit auf warmes und herzhaftes Essen. Haben wir vor wenigen Wochen noch kühle, leichte Gerichte bevorzugt, schmecken jetzt deftige und heiße Speisen tausendmal besser. In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Herbst als eine Zeit beschrieben, in der nicht nur trockene Blätter unter unseren Füßen rascheln, sondern auch unser Körper weniger Feuchtigkeit bindet und trockener wird. Gleichzeitig sinkt unser Energieniveau und wir werden anfälliger für Erkältungskrankheiten. Deshalb ist es jetzt umso wichtiger, dass wir uns mit wärmenden, befeuchtenden und gut nährenden Gerichten versorgen. Und da die Natur immer zur passenden Jahreszeit die richtigen Zutaten für unsere Ernährung liefert, gibt es jetzt eine Vielzahl an Pilzen, die nicht nur wunderbar schmecken, sondern auch unser Immunsystem stärken, entgiftend wirken und im Körper Feuchtigkeit aufbauen.

 

Food Pharmacy Pilze

Pilze sind etwas ganz besonderes, denn sie sind quasi Mischwesen aus Pflanze und Tier. Zwar sind sie sesshaft wie eine Pflanze, atmen aber Sauerstoff wie ein Tier und ernähren sich von organischem Material wie zum Beispiel Holz oder Insekten. Die Zellwände der Pilze bestehen nicht wie bei Pflanzen aus Zellulose, sondern aus Chitin, aus dem auch der Panzer von Insekten besteht. In Asien werden bestimmt Heilpilze schon seit tausenden von Jahren zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Aber auch normale Speisepilze wie Champignons, Pfifferlinge, Steinpilze und Shiitake haben eine heilende Wirkung auf den Körper:

  • Ihr hoher Ballaststoffanteil sorgt für ein gesundes Darmmilieu und regt die Verdauung an. Gleichzeitig sorgt er dafür, dass wir Pilzgerichte als besonders sättigend und nahrhaft empfinden. 
  • Pilze zählen zu den kaliumreichsten Lebensmitteln überhaupt und helfen dabei, den Wasserhaushalt unseres Körpers zu regulieren und die Übertragung elektrischer Impulse an Muskel- oder Nervenzellen zu verbessern (ein Kaliummangel kann zu Muskelerschlaffung bis hin zu Herzmuskelschäden führen).
  • Pilze enthalten viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Zum Beispiel Zink für den Stoffwechsel, Selen als Zellschutz und für die Abwehr freier Radikaler (besonders selenreich sind Steinpilze) und Eisen für die Immunabwehr. 

 

Und dann sind da noch die Polentasticks! Für mich sind sie das ultimative Wohlfühlessen für den Herbst. Außen knusprig und innen warm und weich – und schön aussehen tun sie außerdem. Für den Fall, dass Du genügend Zeit hast, die Polenta ein paar Stündchen im voraus zuzubereiten (bis zu dem Schritt, in dem Du die Polenta gekocht und zum Abkühlen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gestrichen hast), dann wird die Konsistenz am allerbesten. Aber das ist nur das Tüpfelchen auf dem i. Ansonsten kannst Du das Gericht auch in einem Rutsch zubereiten, brauchst aber dennoch genügend Geduld, die Polenta komplett abkühlen zu lassen, bevor Du sie in Stücke schneidest und im Ofen röstest. Guten Appetit!

 

Polentasticks mit Pilzragout

Für 2 Personen:

 

Für die Polentasticks:

  • 350 ml Wasser
  • 100 g Maisgrieß plus 1 EL mehr zum Marinieren der Sticks 
  • 2 EL Olivenöl
  • 2/3 TL Salz

 

Für die Pilze:

  • 400 g gemischte Pilze, z. B. Pfifferlinge und Champignons
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 kleine Gemüsezwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 80 ml Weißwein
  • 200 ml Sojasahne (oder andere Sahne)
  • 100 ml Wasser
  • ca. 2/3–1 TL Salz
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 3 EL frisch gehackte Petersilie

 

Das Wasser für die Polentasticks in einem Topf erhitzen. Den Maisgrieß unter Rühren hinzufügen. Olivenöl und Salz dazu geben, die Hitze reduzieren und weiterrühren (Achtung, es könnte spritzen), dann den Topf vom Herd nehmen, mit einem Deckel verschließen und 5 Minuten ziehen lassen bis der Grieß weich, aber noch leicht bissfest ist. Ein Schneidebrett oder ein Backblech mit Backpapier belegen und die Polenta darauf geben. Mit einem Esslöffel zu einem ca. 15 x 15 cm großen Rechteck verstreichen und komplett abkühlen lassen. 

 

Den Backofen auf 220 °C Umluft vorheizen (alternativ: 220 °C Ober- und Unterhitze).

 

Die abgekühlte Polenta in längliche Stücke schneiden. 1 EL ungekochten Polentagries auf einem großen, flachen Teller verteilen und die Stücke vorsichtig darin wälzen, damit sie nicht zebrechen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Polentastücke darauf geben. 10 Minuten backen (wenn Du Ober- und Unterhitze benutzt, musst Du die Backzeit um 5–10 Minuten verlängern). Dann auf Umluft und Oberhitze umschalten und weitere 5 Minuten backen bis die Sticks außen knusprig sind (wenn Dein Backofen keine Umluft hast, dann einfach auf normale Oberhitze umschalten).

 

Währenddessen die Pilze gründlich säubern und je nach Größe ganz lassen oder in Scheiben schneiden. Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und fein hacken.

 

Die Pilze in zwei Portionen in jeweils 1 EL Olivenöl ca. 5 Minuten unter Rühren anbraten, bis sie leicht gebräunt sind, dann wieder aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen.

 

In der selben Pfanne Zwiebel und Knoblauch in 1 EL Olivenöl glasig anschwitzen und mit dem Weißwein ablöschen. Die Sojasahne und das Wasser hinzufügen. Die Pilze dazu geben und 5 Minuten leise köcheln lassen. 2 EL der gehackten Petersilie hinzufügen, und mit Salz, Pfeffer und Weißwein abschmecken.

 

Mit den Polentasticks und mit Petersilie garniert servieren.

 

Zeitaufwand: 
ca. 1 Stunde

Pin on PinterestShare on FacebookTweet about this on TwitterEmail this to someone
22. September 2017
Hat Dir dieser Beitrag gefallen? Dann melde Dich für meinen Newsletter an. So bekommst Du wöchentlich Updates zu Themen rund um Wellness und Genuss.
16 Kommentare zu “Polentasticks mit Pilzragout
  1. nadja sagt:

    Liebe Stefanie, die Idee ist super! Ich mag Polenta sehr, leider kommt die kontemplative Version nur im Urlaub zum Einsatz, wenn ich Zeit und Muße hab, länger rührend am Herd zu stehen (noch lieber mit einem Glaserl Wein) obwohl der Hunger schon nagt. Von nun an muss das Polenta-Päcklein nicht mehr wochen-, ja gar monatelang seinem schnellen Kollegen den Vortritt lassen. Mal sehen, was sich heute auf dem Markt findet – mit ein wenig Glück ja schon Schwammerl! Ganz lieben Gruß, Nadja

    • Stefanie Reeb sagt:

      Hallo liebe Nadja,

      vielen Dank für Deine Rückmeldung! Das ist gut, dass Du das mit der kontemplativen Version geschrieben hast, denn das hat mich doch noch mal stutzen lassen, denn auf meiner Polentagrieß-Packung stand zwar, dass es normale Polenta (nicht instant) ist, aber die Garzeit war extrem kurz, also tatsächlich nur die ca. 3 Minuten rühren plus 5 Minuten ziehen lassen. Eventuell musst Du die Kochzeit mit Deinem Grieß dann anpassen. So oder so wird es aber lecker werden, da bin ich mir sicher!

      Einen lieben Gruß und hab ein schönes Wochenende!
      Stefanie

  2. Christine sagt:

    Liebe Stefanie, interessant was Du über Pilze schreibst. Seit ich in den Wechseljahren bin (ich bin jetzt 52), kann ich kaum mehr Pilze essen, ich kann sie ganz schlecht verdauen. Vor manchen Pilzgerichten empfinde ich auch etwas Ekel. Hast Du eine Erklärung dafür?

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Christine,

      vielen Dank für Deine wirklich gute Frage! Durch den Ballaststoff Chitin sind Pilze für manche Menschen schwer verdaulich (bzw. gehören sie prinzipiell zu den eher schwer verdaulichen Lebensmitteln). Da in der Zeit der Wechseljahre der Stoffwechsel und damit auch die Verdauungsleistung langsamer werden, kann es gut sein, dass Dein Körper sich gegen die Pilze wehrt, weil sie ihm mehr Mühe beim Verdauen machen. Es kann manchmal dennoch helfen, kleinere Mengen Pilze in die Ernährung „einzuschleichen“, zum Beispiel in Form von ein paar angebratenen Pfifferlingen auf einem Salat. So kann sich der Körper langsam wieder daran gewöhnen und der Verdauungsapparat wird angeregt. Aber das alles natürlich nur, wenn Du keine extreme Abneigung verspürst, denn da würde ich immer auf den Körper hören und einfach darauf vertrauen, dass er am besten weiß, was gut für Dich ist.

      Liebe Grüße!
      Stefanie

  3. Claudia sagt:

    Liebe Stefanie, danke, dass du mir mit deinem neuen Rezept wieder die Polenta in Erinnerung gerufen hast. Ich freue mich jede Woche auf deine Rezepte und muss dir überhaupt mal ein dickes Lob aussprechen, denn ich LIEBE deine Rezepte, vor allem die Backbücher! Ich habe kürzlich von einer Kochbuchflaute am Büchermarkt gelesen und dass ohnehin durchschnittlich nur etwa 2 Rezepte pro Kochbuch nachgekocht werden. Also…. das ist bei deinen Büchern sicher nicht der Fall :-))) Ich hab schon ganz viel ausprobiert (die Tarte Tartin mit jeder mir in die Hände gefallenen Obstsorte) und kann vieles davon meinen Kindern mit gutem Gewissen als Schuljause mitgeben. Einfach. Spitze.

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Claudia,

      oh, Deine liebe Rückmeldung geht mir runter wie … Ahornsirup ;–) Vielen Dank! Und ja, für mich als Kochbuchautorin ist es natürlich das schönste, zu hören, dass mit meinen Büchern wirklich gearbeitet wird und dass sie hoffentlich ganz viele Fettflecken bekommen. Das macht mich glücklich.

      Einen lieben Gruß!
      Stefanie

  4. Barbara sagt:

    Liebe Stefanie,
    das ist so ein köstliches Herbstessen: heute abend zum ersten Mal gekocht mit Kräuterseitlingen und Champignons – ein Gedicht für die kühler werdenden Tage. Die Polenta-Sticks sind der Knaller, mit normaler Polenta, danke für den Tipp.
    Auch ich fiebere schon Woche für Woche dem neuen Rezept entgegen und kanns dann kaum erwarten, es auszuprobieren (und hoffe, ich habe alle Zutaten da, sonst muss ich halt improvisieren oder mich gedulden…)
    Herzliche Grüße und ein dickes Dankeschön
    Barbara

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Barbara,

      ach, das freut mich sehr, dass Dir das Rezept auch so gut geschmeckt hat! In die knusprigen Polentasticks könnte ich mich ehrlich gesagt auch reinlegen. Und Pilze liebe ich sowieso über alles, vor allem natürlich jetzt im Herbst. Ich finde es ganz schön, was Du schreibst, dass Du Dich auf meine neuen Rezepte freust! Das ist eine wunderbare Motivation für mich. Vielen Dank dafür!

      Einen lieben Gruß
      Stefanie

  5. Barbara sagt:

    Ps: da ich keinen Alkohol trinke und verwende habe ich den Weißwein durch Kombucha ersetzt, ging prima.
    PPS: meinst du, liebe Stefanie, man kann die Polenta-Sticks auch am Vortag vorbereiten, um sie am nächsten Tag auf ein Picknick mitzunehmen?

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Barbara,

      super Idee mit dm Kombucha! Die Sticks kannst Du bestimmt gut am Vortag zubereiten. Ich hatte den Eindruck, dass sie schön kross bleiben.

      Liebe Grüße!
      Stefanie

  6. Cornelia Schulz sagt:

    Liebe Stefanie,

    ich möchte morgen das Rezept nachkochen und hab‘ dafür Steinpilze bestellt. Im Rezept steht leider die Zubereitung der 3 EL Oliven nicht drin. Sind es in Öl oder in Essig eingelegte Oliven? Werden die einfach unter das Ragout gemischt? Lieben Dank und liebe Grüße
    Cornelia

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Cornelia,

      super, dass Dir das aufgefallen ist! Da ist mir ein Fehler im Rezept unterlaufen und da sollte stehen: Olivenöl anstatt Oliven (darin werden die Pilze portionsweise angebraten). Werde ich jetzt korrigieren.

      Liebe Grüße
      Stefanie

  7. Cornelia Schulz sagt:

    Ah, o.k., dankeschön. Ich stürz‘ mich am Sonntag aufs Rezept und werde berichten. :-))

  8. Cornelia Schulz sagt:

    Sooooo, es ist vollbracht. Habe das Essen heute schon gemacht, weil die Steinpilze so teuer sind und ich nicht wusste, ob ich morgen nicht eine böse (Schimmel-Überraschung erlebt hätte. Es war sehr, sehr lecker. Was ich aber beim nächsten Mal beachten werde: an den Grieß muss für unseren Geschmack mehr Salz, dann sind die Stücks etwas herzhafter. Beim Pilzebraten werde ich das Wasser weglassen, die Sahne reicht uns für die Konsistenz aus. Bei der Panade für die Polentasticks muss ich mir etwas einfallen lassen, diese war nach meinem Empfinden etwas zu hart. Vielleicht hab‘ ich auch zu viel genommen. Ich hab‘ ein Foto gemacht, leider kann ich’s hier nicht einstellen. Morgen gibts den fingergekneteten Stefanie-Reeb-Rotkohlsalat. Danke, liebe Stefanie, für die tollen Rezepte. Sie entsprechen alle meinem Empfinden für gesunde Ernährung. Zu Weihnachten schenke ich mir ein zweites Koch-und das Backbuch.

    • Stefanie Reeb sagt:

      Liebe Cornelia,

      vielen Dank für Deine Rückmeldung zum Rezept und für Dein liebes Feedback zu meinen Rezepten! Ja, das mit dem Salz hatte ich auch schon überlegt. Zusammen mit der Sauce hat es mir gereicht, aber ich werde in die Sticks etwas mehr Salz hinzufügen, wenn ich sie mal ohne Sauce, also einfach so als Snack zubereite. Zu Deiner Anmerkung mit der Härte der Panade: ich denke, dass die Stärke des Gries extrem von Sorte zu Sorte abweicht. Bei mir war sie nicht zu hart, ich hatte den Maisgries von Davert benutzt.

      Einen lieben Gruß!
      Stefanie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*